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Gott & die Welt

Die Religion des Christen

Wer hat mehr Chancen auf ein gelungenes Leben? Christ oder Atheist?

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art-1703880_1920Im ersten Teil hatten wir die Religion Ottos, des Durchschnittsdeutschen unter die Lupe genommen. Einige Dinge sind jedem auf den ersten Blick klar: Der Christ hat ein Verhältnis zu seiner heiligen Schrift, der Bibel. Er pflegt es, an Sonntagen die heilige Messe zu besuchen. Der Christ betet. Er hält sich außerdem an die Vorschriften, die ihm seine Kirche vorgibt. Damit verzichtet er auf gewisse Annehmlichkeiten, die ihm die Welt bietet; so investiert der Christ möglicherweise mehr Geld in seine im Durchschnitt zahlreicheren Kinder als in die Vergnügungen und Zerstreuungen, die sich der Durchschnittsdeutsche hin und wieder leistet.

Hat der Christ den Weitblick?

Der Christ denkt in Generationen, während Otto überwiegend im Jetzt verhaftet ist,  er erkennt, dass sein Handeln auch Auswirkungen auf sein ewiges Leben besitzt. Der Christ ist folglich von einem jenseitigen Denken her bestimmt, während Otto ein diesseitiges Denken bevorzugt. Weil sich die Dinge, die im Jenseits stattfinden, nicht im eigentlichen Sinne beweisen lassen, spielt an dieser Stelle der „Glaube“ eine Rolle und der Christ glaubt an die Verheißung, die Christus selbst hinterlassen hat, dass es nämlich möglich sei, nach dem weltlichen Tode in ein ewiges Leben im Himmelreich oder in die Verdammnis einzutreten. Auch Otto hat in diesem Sinne einen „Glauben“. Er kann nämlich ebensowenig beweisen, dass nach dem Tode das große Nichts kommt und dass durch den Tod seine Seele quasi ausgelöscht wird.

Glauben und Vertrauen

Anstatt des Begriffes „Glauben“ kann auch das Wort „Vertrauen“ benutzt werden. Der Christ vertraut auf die Verheißungen des Jesus von Nazareth. Otto vertraut darauf, dass nach dem Tode nichts mehr ist. Die spannende Frage, welche der beiden Alternativen glaubwürdiger bzw. vertrauenswürdiger ist, muss jeder für sich entscheiden.

Was glaubt der Christ?

Der Christ hat Vertrauen in Gott und seine Gebote. Gott ist allmächtig und allwissend. Gott hat seine eine, heilige, apostolische und katholische Kirche gestiftet und ihr den heiligen Petrus als ersten Papst vorgesetzt. Die Kirche wacht über die Auslegung der heiligen Schrift und über die Bewahrung der Tradition. Der Christ, der an Gott glaubt, nimmt also die Aussagen der heiligen Schrift und des unfehlbaren Lehramtes der Kirche ernst; er kann gar nicht anders, denn es ist der wahre Gott, der die Gebote erlässt. Wenn der Christ anfängt, gewisse Gebote zu akzeptieren, während er andere Gebote für unnötig hält, macht er sich in diesem Augenblick selbst zu Gott, der bestimmt, was richtig und was falsch ist – daher ist die Demut des Christen gegenüber dem göttlichen Willen eine zentrale Tugend.

Das Kreuz steht im Vordergrund

Der Hochmut Adams gegenüber dem göttlichen Willen war der Grund des Sündenfalles des Menschengeschlechtes. Eine weitere zentrale Einstellung des Christen hängt mit dem Kreuzestod Christi zusammen: Christus ist für die vielen am Kreuz gestorben; er hat sich gleichsam als Opfer zur Sühne für die Sünden der Menschen dargebracht. Mit der Christusnachfolge geht daher einher, dass ein jeder sein Kreuz genauso wie Christus auf sich nehme und dem Herrn nachfolge. Das Leben des Christen ist ein Leben der Entbehrung, während das Leben Ottos ein Leben des Genusses ist. Die Entbehrung (bzw. dass jeder sein eigenes Kreuz trägt) zeigt sich im Leben des Christen an vielen Stellen. Der Christ betet zu seinem Herrn und kommuniziert dadurch mit dem Jenseits, während Otto dies für reine Zeitverschwendung hält. Der Christ gibt sein Hab und Gut für die Armen und Kranken hin, während Otto sein Geld lieber für sich behält, denn er lebt ja nur einmal und will dieses eine Leben genießen, wozu er das Geld braucht.

Es geht auch um Wertschätzung

Vielleicht gibt Otto, um sein Gewissen zu besänftigen, doch den einen oder anderen Euro einer Spendenorganisation. Außerdem zahlt Otto brav seine Steuern, und der Staat tut ja auch nur Gutes mit dem Geld. Der Christ, der Keuschheit für eine Tugend hält, erscheint einer Welt voller Ottos als „radikal“, während Otto gar nicht merkt, dass er sich in einem Sumpf von moralischer Dekadenz bewegt und daher ein völlig verzerrtes Bild von der Realität hat. Der Christ, der fastet, wird von Otto nur deshalb wertgeschätzt, weil er dadurch seiner Gesundheit etwas Gutes tut, womit er indirekt wieder dem Genussstreben dient. Wenn ein Kartäusermönch sein ganzes Leben lang fastet, dann kann Otto das ganz und gar nicht verstehen. Dass viele Christen ihr Leben für ihren Glauben hingegeben haben, ist für Otto der Gipfel der Dummheit, weil es doch in Ottos Augen genau dieses eine Leben ist, woran er sich klammert und welches er in vollen Zügen genießen möchte.

Vorbild Jesus

Der Vorteil des Christen ist, dass alle negativen Dinge, die er erlebt – bspw. Krankheit, Schicksalsschläge oder den bevorstehenden Tod – in etwas Positives umwandeln kann. Je mehr der Christ erleiden muss, desto ähnlicher wird er seinem Vorbild Jesus Christus, der maximal gelitten hat, und desto wahrscheinlicher ist es, dass er am Ende seines Lebens in den Himmel kommt oder die Zeit im Fegefeuer verkürzt. Dadurch, dass der Christ auf viele Annehmlichkeiten verzichtet, kann er ein entspanntes Leben führen, denn er muss nicht im Hamsterrad der Ottos mitlaufen, um Geld zu verdienen und allen gerade angesagten Genuss-Trends zu folgen. Außerdem kann es sich der Christ erlauben, sich eine eigene Meinung zu bilden und er folgt nicht blind der Massenmeinung.

Fazit

Das Risiko des Christen ist es, einer zweitausendjährigen Lüge aufgesessen zu sein und es verpasst zu haben, sein Leben zu genießen. Der Christ erkauft sich aber die Chance auf ein ewiges Leben . Sollte der Christ falsch liegen, und sollte die Seele tatsächlich sterben, ist es dann nicht egal, ob er sein Leben genossen hat oder nicht? Wenn die Seele sowieso stirbt, dann braucht sich der Christ auch nicht über die versäumten Möglichkeiten zu ärgern. Der Christ spekuliert auf ein ewiges Leben bei Gott und Otto spekuliert auf den Genuss im diesseitigen Leben. Otto kann zweimal daneben liegen: Einmal, wenn er im Diesseits Pech hat und ihm der Genuss verwehrt bleibt und das andere Mal, wenn er im ewigen Leben von Gott getrennt ist. Der Christ kann zwar daneben liegen, er stirbt mit Leib und Seele, aber wenn er die Tugend der Hoffnung hat, dann kümmert ihn das nicht. Es bleibt spannend, die Menschen zu beobachten und zu sehen, wie sich die Einzelnen zwischen den beiden Polen – dem Otto auf der einen und dem Christ auf der anderen Seite – entscheiden werden.

Foto: CC0

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Arkadiy S.
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Arkadiy S.

Ich bin zwar ein bisschen spät dran, aber trotzdem möchte ich meine Gedanken zu diesem Artikel äußern, weil ich das Thema sehr interessant finde. Ich bin selbst Christ und stimme eurem Fazit im Grunde zu: Wenn es keinen Gott gibt, dann verliert der Christ im Grunde fast gar nichts, weil das ganze Leben dann sinnlos ist und es völlig egal sein kann, wie du es gelebt hast- wir alle sterben sowieso und sind nicht mehr da. Jedoch finde ich es nicht ganz richtig, dass ihr „die Kirche“ mit der Bibel gleichsetzt. Zunächst gibt es mehrere Kirchen und die Christen legen… Weiterlesen »

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