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Um die Welt

Mein Bericht zum Wiener Akademikerball 2017

Was läuft da eigentlich so in Wien?

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unbenannt1Der Wiener Akademikerball, der dieses Jahr zum fünften Mal unter diesem Namen stattfand, sorgt jedes Jahr für viel Gesprächsstoff in den Medien, gab es doch stets große Gegenproteste, die nicht selten in Gewalt eskalierten und die verschiedensten Vorwürfe aus Kreisen linker Politiker, Studenten und Aktivisten. Die Rechten tanzen schon wieder in der Hofburg, vernetzen sich weiter und das alles wird von unserer demokratischen Gesellschaft (sic!) einfach toleriert, … jedes Mal hört man die gleichen Sätze. Und dennoch ging Österreich überraschenderweise nach keinem Akademikerball jemals unter, keine erneute Machtergreifung stand bevor. Offenbar wurde dies auch den Gegnern des Balles bewusst, da dieses Jahr die Gegenproteste deutlich kleiner ausfielen als die Jahre zuvor. So kam es auch kaum zu Zwischenfällen oder Gewalt und die Initiatoren der Gegendemonstrationen können schon direkt mit der Planung für nächstes Jahr anfangen, um vielleicht wieder mehr Demonstranten auf die Straße bringen zu können.
Dabei ist tatsächlich eins ziemlich deutlich: der Akademikerball widerspricht vielen Aspekten der Ideologie der Sorte von Linken, die gegen ihn demonstrieren. Das gesamte prunkvolle Ambiente der Hofburg und des Balles steht für die historische und traditionelle Kultur aus Zeiten des Kaiserreichs und nicht für einen modernen, globalisierten Architekturstil. Allein die Bezeichnung „Akademikerball“ dürfte schon einigen sauer aufstoßen.
Doch zurück zu den Fakten. Dass der Akademikerball nicht links ist, dürfte wohl jedem klar sein. Immerhin veranstaltet die FPÖ (Freiheitliche Partei Österreichs), die von den Medien das seit einigen Jahren gerne verwendete Etikett „rechtspopulistisch“ angehängt bekommt, den Ball, seitdem dem Wiener Korporationsrings die Räumlichkeiten in der Hofburg verwehrt wurden. Um den politischen Aspekt zu finden, muss also niemand lange suchen.unbenannt2
Aber ist der Akademikerball deswegen gleich ein Bindeglied zum Rechtsextremismus? Eigentlich ist die Veranstaltung nur eins: eine rauschende Ballnacht mit viel Walzer, Musik, Kultur, edler Atmosphäre und ein bisschen Politik. Auch bei Verbindungsstudenten gibt es eine große Bandbreite des politischen Spektrums, viele Korporationen treten nach außen auch völlig unpolitisch auf, obwohl sie nahezu alle ihre eigene historische Tradition hochhalten und weiterleben. Allerdings sollte die Wertschätzung der Tradition allein kein Politikum sein. Der Ball könnte auch als Zusammentreffen Konservativer und Rechter aus ganz Europa sehen, die einfach zusammen feiern und tanzen – nur eben nicht im Club oder der Disco, sondern in der Wiener Hofburg, die österreichische Ballkultur genießend. Politische Strategiegespräche, geheime Absprachen oder gar Pläne zur Machtergreifung, wie man sie nach den Parolen einiger Ballgegner vermutet, fand ich am letzten Freitag auf dem Ball eher weniger. Und „sogar als Frau“ kann man mindestens genauso viel Spaß haben wie die Männer, trotz der angeblichen Frauenfeindlichkeit und des Sexismus, der von den Ballgegnern immer wieder betont wird! Die einzige Feindseligkeit, die einem als (weiblicher) Ballgast entgegenschlägt, kommt von der Gegenseite.
Außer den Befürchtungen, die man als Ballgast aufgrund der Gegendemonstrationen und den Berichten aus den Vorjahren, in denen Taxen und Ballgäste mit Gegenständen entschlossen angegriffen wurden, stets haben muss, war es ein großartiger Ballabend und ein schönes Erlebnis. Gerade deswegen freute ich mich auch über die überraschende Aussage Alexander van der Bellens, der nicht verstehen konnte, wieso so viele verlangen, die Nutzung der Hofburg für den Akademikerball zu untersagen. Denn wofür betonen gerade die Gegner des Balles immer wieder die Demokratie, Offenheit und Toleranz, wenn sie selber die ersten sind, die dem politischen Gegner die Veranstaltungen untersagen wollen?

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