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Meinung

Kapitol-Stürmung versus BLM-„Proteste“

Ein Kommentar.

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Tja: Die amerikanische politische Elite hat nun das erste Mal am eigenen Leib gespürt, was tausende einfacher Bürger und Geschäfteinhaber im letzten Jahr während der Black-Lives-Matter-Revolten hundertfach erlebt haben. So wie Altparteien-Politiker hierzulande bei den YouTuber-Bedrängungen im Reichstag erstmals erlebten, was AfD-Politiker schon seit Jahren mit Antifa-Leuten erleben – freilich, ohne dass dies jemals so skandalisiert worden wäre. Aber klar: Während BLM im Rahmen der globalistischen Doktrin als „Emanzipation und Zivilcourage“ bejubelt und als Gefahr gänzlich negiert wurde, wird jetzt bis zum Erbrechen, vermutlich wochen-, gar monatelang der Vorfall im Kapitol skandalisiert werden. Schließlich traf es diesmal die politisch-mediale Elite – nicht den „kleinen Mann“.

Doch: Von sowas kommt sowas. „Gestohlene Wahl“ hin oder her – die Gründe liegen doch eigentlich viel tiefer und weiter zurück. Man kann eben nicht einen (noch) nicht geringen Teil der Bevölkerung, nämlich die weiße, heterosexuelle Unter- und untere Mittelschicht, über Jahre hinweg demütigen, bevormunden, als „white trash“ verunglimpfen (man stelle sich dies einmal bei anderen Ethnien vor!), während zugleich eine Ostküsten-Finanz- und Wissenschaftselite zu Lasten der kleinen Leute und sekundiert durch die Hollywood-Propaganda eine durchgegenderte, linksliberalisierte, multikulturalisierte Gesellschaft mit autoritären und gänzlich undemokratischen Mitteln vorantreibt. Man kann nicht Tag ein, Tag aus, wo es nur geht, in Presse, TV und Internet, in Wissenschaft, Wirtschaft und Politik, einem wesentlichen Teil des Volkes immer wieder zeigefingerwedelnd vorhalten, dass er nur rassistischer, heteronormativer Müll ist, während er sich zugleich von einer BLM-Bewegung und anderen postmodern-liberalen Heroen die Scheiben seines Hauses einschlagen lassen muss. Und sich am Ende vermutlich noch bei den BLM-„Aktivisten“ dafür entschuldigen muss, dass die Splitter der Scheiben ihnen in die zivilcouragierten Hände geschnitten haben.

Ich prophezeie an dieser Stelle: So lange dieses zentrale Missverhältnis so anhält – und unter Biden / Harris wird dies garantiert der Fall sein – so lange wird der Zorn weiter hochkochen. Es ist eigentlich tragisch.

Eigentlich kann man auch für die dreiste Sperrung des amtierenden Präsidenten des mächtigsten Staates der Welt auf sozialen Netzwerken fast dankbar sein: Im Gegensatz zu Sperrungen etwa von Akteuren wie „Ein Prozent“, die primär nur ideologisch klar konservativ verortete, netzaffine Leute wirklich mitbekommen, zeigt das Silicon Valley hier einmal so ganz überdeutlich, wie schamlos es zugunsten seiner liberal-globalistischen Agenda vorgeht. Wenn sogar, wie Carsten Jung in seinem jüngsten Arcadi-Artikel dazu berichtete, russische Oppositionelle nun die Sperrungen kritisieren, ist das ein starkes Zeichen, das zumindest das Potenzial hat, irgendwann zum Bumerang für die selbstgefälligen Hipster-Nerds der Datenkraken-Konzerne zu werden.

Interessant und lehrreich ist es übrigens auch, zu sehen, wer jetzt alles so vorzeitig abspringt und Trump in den letzten Tagen im Regen stehen lässt:

https://de.wikipedia.org/wiki/Sturm_auf_das_Kapitol_in_Washington_2021#R%C3%BCcktritte

Lehrreich ist es deswegen, weil es etwas aussagt über die Psychologie von sogenannten Liberal- bzw. Neokonservativen: Elaine Chao war eine alte Bush-Ministerin und entstammt einer hochvermögenden chinesischen Reederfamilie, Betsy DeVos ist Milliardärin. Diese und zig andere Republikaner, die sich nun distanzieren, dürften aus ihrem „bürgerlichen“ Verständnis heraus zutiefst angewidert sein über die Volksnähe, die Trump beim sogenannten „white trash“ genießt. Es zeigt nochmal eindrücklich, dass mit Akteuren des politischen und wirtschaftlichen Establishments fundamental-oppositionelle Inhalte nicht zu machen sind. Leute, die finanzielle Einbußen zu befürchten haben, die befürchten müssen, beim nächsten Golfspiel von ihren Milieu-Kollegen geschnitten und ignoriert zu werden, nicht mehr zum nächsten Sektempfang oder zur nächsten Lobbyisten-Party eingeladen zu werden, sind für grundlegende Veränderungen nicht zu haben und werden am Ende immer materiellen Erwägungen den Vorzug geben. Das birgt auch für deutsche Konservative eine wichtige Lektion: Der beste Verbündete der politischen Rechten ist der kleine Mann – nicht die Hochfinanz! Das sollte sich in unseren politischen Inhalten niederschlagen. Stichwort: Solidarischer Patriotismus.

Florian Sander ist Soziologe und Politikwissenschaftler. Er ist Mitglied der Landesprogrammkommission und des Landesfachausschusses Außen- und Sicherheitspolitik der AfD NRW sowie Kreisvorsitzender der AfD Bielefeld und Mitglied des Rates der Stadt Bielefeld. Er schrieb u. a. für 'Le Bohémien', 'Rubikon', 'Linke Zeitung', den 'Jungeuropa'-Blog und 'PI News', ist inzwischen Autor für 'Arcadi', 'Sezession', 'Glauben und Wirken', 'Wir selbst' und 'Konflikt' und betreibt den Theorieblog 'konservative revolution'.

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