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Kino & Fern

Filmkritik: Der Soldat des Zaren

Kornelius hat für Euch ein Sahnestück russischer Filmgeschichte rausgekramt!

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71ku82hs5tl-_sl1200_Abseits vom Zeitgeist

Jeder kennt die pompösen Hollywood-Blockbuster, die mit viel Geld und mehr oder weniger gutem Drehbuch Popcorn-Kino ganz im Sinne des Zeitgeistes liefern. Diese Filme überraschen niemanden mehr. Dieser russische Film aus dem Jahre 2008 des Regisseurs Oleg Fomin, der auch die Hauptrolle darstellt, behandelt ein Kapitel der Geschichte, das vor allem im Westen bisher wenig filmische Beachtung fand. Der Film spielt im Jahre 1918, also mitten im russischen Bürgerkrieg und handelt von dem Versuch einer Gruppe Offiziere der Weißen Armee den gefangenen Zaren und seine Familie aus den Händen der Bolschewisten zu befreien.

 

Neun Offiziere für den Zaren

Der Antagonist der zarentreuen ,, Herren Offiziere“ (Originaltitel = „Gospoda Ofitsery: Spasti Imperator“) ist der linientreue Tscheka-Kommissar (bolschewistische Geheimpolizei) Bejtiks mit Unterstützung des abgebrühten Matrosen Pankratjev. Besonders reizvoll an diesem Film ist die Darstellung der neunköpfigen Gruppe der Weißen Armee, die die Archetypen eines guten Kriegsfilms beinhaltet. Der kompetente und entschlossene Anführer des Unternehmens ist der Aufklärungs-Offizier Davidov, der vom geradlinigen Oberst Streletsky unterstützt wird. Von Anfang an dabei ist auch ein bärbeißiger, alter Kosak mit seinem Sohn, der Faustschläge verteilt, die ein Bud-Spencer nicht besser hätte austeilen können. Außerdem nehmen Davidovs alter Freund von der Kriegsakademie Wasnezow mit seinem Kameraden Iskander Tschagajev, einem heißblütigen Tataren-Prinzen am Unternehmen teil.

Spitzenpersonal

Die Spezialisten der Gruppe werden gestellt durch den strammen Ex-Polizeikommissar Belsky und den gebildeten und kultivierten Sprengstoffexperten Leschinsky, der bei Nobel und Krupp in Deutschland (!) gearbeitet hat. Ja, dies scheint den Drehbuchautoren eine Erwähnung wert gewesen zu sein. Als letzter stößt der Lebemann und Frauenheld Ljubavim dazu, der von Davidov vor dem Standgericht gerettet wird, vor das er gekommen war, weil er –Nomen est Omen (Ljubov=Liebe)- zwei andere Offiziere im Duell tötete, da diese 2 Damen nicht anständig behandelt hatten. Im Laufe ihrer Reise muss sich die Gruppe der Offiziere dann immer wieder mit der Roten Garde rumschlagen, die mal mit List, mal mit einer ordentlichen Menge von Leschinskys Sprengstoff überwunden wird.

 

„ Auf Religion, Zar und Vaterland“

Neben einer interessanten Geschichte mit historischen Bezug bietet der Film auch überraschend gut choreographierte Säbel-Kämpfe, laute Explosionen und Schusswechsel, sowie tolle Aufnahmen der unberührten Natur Sibiriens. Die Kostüme wirken äußerst authentisch und charakterisieren die Figur fast besser, als die Dialoge, welche in der deutschen Synchronisation manchmal etwas gestelzt wirken, aber sowohl das beabsichtigte Pathos (,,Für eure Religion, den Imperator und das Vaterland!“) als auch den Witz stellenweise gut rüberbringen können. Besonders interessant ist auch die Darstellung der Bolschewisten, deren Komparsen-Rollen deutlich anonymer sind, als die der Zarentreuen, was wohl das kommunistische Kollektiv abbilden soll. Auch die Antagonisten werden, obwohl der Film aus der Sicht der Weißen und mit Sympathie für diese erzählt wird, ausgewogen dargestellt und verkommt so nicht zum plumpen Propaganda-Streifen. Der linientreue Tschekist Bejtiks will Geschichte schreiben, notfalls auch mit Blut, während der Matrose Pankrajev sich am Ende nicht mehr damit identifizieren kann, was die Bolschewisten aus der Revolution gemacht haben und zurück nach Kronstadt geht, was als Anspielung auf den anti-sowjetischen Kronstädter Matrosenaufstand gemeint sein kann.

Empfehlung oder nicht?

Insgesamt ist der Film eine interessante und kurzweilige Alternative zum üblichen Hollywood-Kommerz und besticht vor allem durch den historischen Stoff, der außer in Dokumentationen, selten auf der Leinwand zu sehen ist. Besonders erfrischend ist die Erzählweise aus Perspektive der konservativen Kräfte als Gegensatz zu den verstaubten Sowjet-Propaganda Streifen ala Sergei Eisenstein. „Der Soldat des Zaren“ ist ein guter Einstieg für den historisch-interessierten Cineasten in das neue, konservative Kino Russlands, das noch einige, angenehme Überraschungen in petto hat.

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Foto: 

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