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Um die Welt

Die Ostsee entlang von Danzig bis nach Tallinn – ein Urlaubsbericht

Anja hat eine Reise an der Ostsee unternommen. Hier sind ihre Eindrücke:

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Einen Urlaub an der Ostsee in Deutschland zu verbringen ist hierzulande weit verbreitet. Doch wie sehen Landschaft und Städte an der Küste dieses Meeres aus, wenn man weiter in den Osten reist? Wir haben uns auf eine Rundreise begeben um die Ostseeküste von Polen bis nach Estland zu entdecken.

Danzig (Gdansk) und Marienburg, umfangreicher Wiederaufbau und gelungene Restauration

Neptunbrunnen in Danzig

Neptunbrunnen in Danzig

Den Beginn der Reise bildete die über 1000-jährige Hansestadt Danzig, deren einst durch Handel im Mittelalter und in der frühen Neuzeit entstandener Wohlstand für die Errichtung prunkvoller Kirchen und Burghäuser gesorgt hatte. Nach der Zerstörung der einstigen Hansestadt Danzig im 2. Weltkrieg können heute nach umfangreichem Wiederaufbau Sehenswürdigkeiten wie die zahlreichen Kirchen, die Langgasse mit ihren prachtvollen Häuserfronten und kleinen Straßenterrassen, das Rathaus und der Neptunbrunnen auf dem Markt sowie reich verzierte Torbögen entdeckt werden, wobei die Stadt angesichts der Touristenmassen definitiv kein Geheimtipp mehr ist.

Eingang zur Marienburg

Eingang zur Marienburg

Diese größte Backsteinburg der Welt wurde einst vom Deutschen Orden nach der Verlegung seiner Residenz von Venedig nach Königsberg im Jahr 1309 neu erbaut. Die Deutschritter waren einer der größten geistlichen Ritterorden des Mittelalters und ursprünglich von Kreuzfahrern im Heiligen Land gegründet worden. Sie widmeten sich seit dem 13. Jh. der Heidenbekehrung, Christianisierung und Staatsgründung in den slawischen Gebieten östlich des Deutschen Reiches. Heute kann man im Rahmen einer Besichtigung der umfangreich restaurierten Anlage das damalige Burgleben kennenlernen, die wechselvolle Geschichte seiner Bewohner erfahren oder einfach nur das Panorama der Burganlage genießen.

Königsberg (Kaliningrad) – auf den Spuren einer verlorenen Zeit

Dom in Koenigsberg

Dom in Koenigsberg

Nach der Einreise in die russische Exklave „Kaliningrad Oblast“ die Reise in die Stadt Königsberg (Kaliningrad), die frühere Hauptstadt der Provinz Ostpreußen, welche nach 1945 an die Sowjetunion fiel und nach dessen ehemaligen Staatsoberhaupt Michail Iwanowitsch Kalinin benannt wurde. Durch Bombardierung und Vertreibung bzw. Neubesiedlung hat sich die Stadt stark verändert, so dass sie noch heute nach einem eigenen Selbstverständnis sucht und viele historische Bauwerke verloren sind. Es überwiegen Bauten mit Sowjetcharme, doch man kann auch einige Spuren der ehemaligen deutschen Bewohner entdecken, darunter die Hönigbrücke über den Fluss Pregel, den Königsberger Dom, der bis in die 1990er Jahre noch eine Ruine war, sowie das Grab von Immanuel Kant am Dom. Berühmt ist aufgrund ihrer Größe auch die Orgel der Kathedrale. Die dortigen Konzerte sind sehr empfehlenswert. Langsam entdecken die Bewohner wieder die Geschichte des Gebietes, bauen insbesondere in den Küstenorten Häuser im Stil der typisch deutschen Villenarchitektur des 19. und 20. Jahrhunderts oder spielen mit deutsch klingenden Namen für Restaurants oder Hotels.

 

Kurische Nehrung – Sahara des Nordens

Duenenlandschaft in der kurischen Nehrung

Duenenlandschaft in der kurischen Nehrung

Anschließend erfolgte der Besuch der Kurischen Nehrung, einer nur wenige Kilometer breiten, ca. 98 km langen Landzunge aus Sand an der baltischen Küste, welche sich zwischen dem Kurischen Haff und der Ostsee befindet und von welcher 46 km zu Russland und 52 km zu Litauen gehören. Hier trifft man auf verträumte Orte mit bunten Fischerhäuschen, weite Strände mit feinem Sand, aber auch auf schattige Kiefernwälder. Insbesondere die herrliche Dünenlandschaft zum Verweilen ein. Hier kann man Wanderungen unternehmen und hervorragende Postkartenmotive finden, die den Betrachter im Glauben wiegen können einen Gruß aus einer Sandwüste zu erhalten.

Simondach Brunnen im Memel

Simon Dach Brunnen im Memel

Nördlich der kurischen Nehrung befindet sich die Stadt Memel (Klaipeda), wo man auf dem Theaterplatz einen Denkmalbrunnen zur Erinnerung an den in dieser Stadt geborenen Dichter Simon Dach findet, welcher u.a. das berühmte deutsche Volkslied  „Ännchen von Tharau“ geschrieben hat.

Baltische Hauptstädte- wo das Herz der jungen Republiken schlägt

Das Baltikum ist ein herausragendes Beispiel für die Verschiedenheit der Völker und Kulturen in Europa. Estland ist kulturell und landschaftlich eher Skandinavien näher, Lettland ist durch reiche eigene volkstümliche Traditionen und Überlieferungen eines umfangreichen Liederschatzes gekennzeichnet und das katholische Litauen verbindet seine Geschichte, Kultur und Religiosität eher mit Polen, da die Länder über Jahrhunderte in einer Union vereint gewesen waren. Auch alle drei Landessprachen des Baltikums unterscheiden sich in Aussprache und Grammatik stark voneinander – wie im Übrigen auch vom Russischen- und wurden über die Zugehörigkeit zur Sowjetunion hinaus bewahrt. Über Jahrhunderte waren die Gebiete auch z.T. von deutschen Siedlern bewohnt, welche Einflüsse auf die Kultur und den Städtebau in der Region hatten. Insbesondere prägten deutsche Rittergeschlechter und deutsches Bürgertum in den Städten bis in das 20. Jahrhundert hinein die gesellschaftliche Führungsschicht.

Die drei Hauptstädte des Baltikums sind die bevölkerungsreichsten Städte des jeweiligen Landes, kulturell sowie wirtschaftlich von zentraler Bedeutung für den jeweiligen Staat und bilden einen starken Gegensatz zu den ländlichen Gebieten.

Strassen von Vilnius

Strassen von Vilnius

In Vilnius, Litauens Hauptstadt, kann man das Aufeinandertreffen von so ziemlich allen europäischen Baustilen – Gotik, Renaissance, Klassizismus, vor allem auch Barock- in der verwinkelten Altstadt, zwischen alten Klöstern, dutzenden Kirchen, Kaufmannshäusern und dem prächtigen Universitätskomplex erleben.

Jugendstil in Riga

Jugendstil in Riga

Lettlands Hauptstadt Riga vereint hanseatische Backsteingotik mit mehr als 800 üppig verzierten Jugendstilhäusern in den wohl prachtvollsten erhaltenen Wohnquartieren des ausgehenden 19. und frühen 20. Jahrhunderts und lädt zwischen dem Dom-, Rathaus-und Livenplatz mit dutzenden kleine Straßencafes und Burghäusern aus quasi allen Epochen zum Verweilen ein.

Stadtmauer in Tallinn

Stadtmauer in Tallinn

Die estnische Hauptstadt Tallinn zeichnet sich durch ihren mittelalterlichen Charme aus. Hier kann man zwischen dem höher gelegenen Domberg, einst Wohnstätte des Adels und des Klerus, und der Altstadt, ursprünglich durch Handel-und Handwerk geprägt, mit Kopfstein belegte Gassen, alten Kirchen und dem Rathausplatz mit den mittelalterlichen Kaufmanns-und Gildenhäusern vielerlei Schönes entdecken. Umrahmt von der gut erhaltenen Stadtmauer mit ihren Wehrtürmen, welche verschiedenen Museen beherbergen sowie modernen Grünanlagen, bietet das einstige Reval Erholung und städtisches Flair in fast vollkommener Harmonie.

Fazit: Wer sich für einen Urlaub mit abwechslungsreicher, malerischen Naturlandschaft, den unterschiedlichen Facetten europäischer Kulturen und deutscher Geschichte der vergangenen Jahrhunderte interessiert, ist an der Ostseeküste zwischen Danzig und Tallinn genau richtig.

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