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Bücher

Die Getriebenen

Die Rezension zum Buch:

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die-getriebenen-167334685Immer noch Bestseller bei Spiegel und bei Amazon: Mit Die Getriebenen hat Robin Alexander ein Enthüllungsbuch vorgelegt, das die Geschehnisse der Grenzöffnung vom 13. September 2015 bis hin zur Schließung der Balkan-Route und des ominösen Türkei-Deals rekonstruiert. Durch Insiderwissen und einem Netz von Informanten gewährt uns Alexander einen Einblick ins „Innere der Macht“.

Und wie sieht der aus?

Unvorteilhaft. Wer immer noch glaubt Merkels Flüchtlingspolitik hätte etwas mit Menschenliebe oder Mitgefühl zu tun, wird spätestens hier eines Besseren belehrt. Stets sind Macht und Publicity die einzigen Antriebsfedern, die unsere Politiker kennen. So standen im September 2015 schon Mann und Material der Bundespolizei (der ehemalige Bundesgrenzschutz!) bereit, um die Grenzen dicht zu machen. Weder Bundeskanzlerin Merkel noch Bundesinnenminister de Maiziere, besaßen jedoch den Schneid, den schon verfassten Befehl Flüchtlinge ohne Aussicht auf Asyl zurückzuweisen, zu unterzeichnen und somit möglicherweise ein schlechtes Image zu riskieren. Denn die Öffentlichkeit, sprich: der Ton in den Medien, war zu diesem Zeitpunkt ganz und gar auf Willkommenskultur eingestellt.

Das änderte sich jedoch mit den Geschehnissen der Kölner Silvesternacht. Mit dem Umschwung der öffentlichen Meinung, musste auch eine Lösung der Flüchtlingsproblematik her. Doch da eine Grenzschließung dem Image von der gütigen Mutti Merkel widersprochen hätte, sollte die Problemlösung jemand anders übernehmen: Erdogan, der Möchtegern Sultan vom Bosporus. Dass der Türkeideal keineswegs alternativlos war, zeigt uns Sebastian Kurz, der Außenminister Österreichs.

Der Wunderwuzzi mit den großen Ohren

Alexander stilisiert Kurz zum Gegenspieler Merkels. Schon vorher galt der junge Politiker als politisches Naturtalent und Wunderknabe, eben „Wunderwuzzi“. Anstatt dem Schlüssel zu Europa Erdogan in die Hand zu drücken, arbeitete Kurz daran Mazedonien und andere europäischen Staaten zu überzeugen den Schutz ihrer Grenzen selbst in die Hand zu nehmen. Alexander stellt hier ein atemberaubendes Wettrennen um die Lösung der Flüchtlingskrise zwischen Merkel und Kurz da.

Fazit und Kritik

Der Einblick, den uns Alexander gewährt ist ungemein wichtig. Wir haben ein authentisches Bild wie Politik in Deutschland und Europa im 21. Jahrhundert funktioniert und was alles hinter den Kulissen vorgeht, bevor wir schlussendlich mit vollendeten Tatsachen und vermeintlich alternativlosen Lösungen konfrontiert werden. Bei aller Kritik an den Verantwortlichen stellt Alexander jedoch nie die Masseneinwanderung der Flüchtlinge selbst in Frage, sondern kritisiert nur die Scheinheiligkeit der politischen Akteure. Auch Alexanders Darstellung nach der sich Erdogan erst dazu entschloss, einen autoritären Staat zu errichten, nachdem der Türkei der EU-Beitritt verweigert wurde, ist fragwürdig. Alles in allem ist Die Getriebenen jedoch ein wichtiges Buch, um die Geschehnisse der letzten Jahre – vor und hinter den Kulissen- nachvollziehen zu können.

Foto: Die Getriebenen

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