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Politik

Der Fall Navalny

Führt der Fall des erkrankten russischen Oppositionspolitikers Alexey Navalny zu neuen diplomatischen Zerwürfnissen?

Der russische Oppositionspolitiker Navalny: Wurde er wirklich vergiftet? Und falls ja, von wem? Bildquelle: Alexey Yushenkov / Алексей Юшенков d (CC BY-SA 3.0)

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Der Fall wurde weltweit bekannt. Am 20.August plante der liberale, russische Oppositionspolitiker Alexey Navalny von Tomsk in Sibirien nach Moskau zu fliegen. Die Maschine mußte in Omsk notlanden – denn Passagier Navalny erlitt einen Zusammenbruch im Flugzeug. Im Krankenhaus von Omsk kamen die Ärzte zum Schluß, daß Navalny an einer Stoffwechselstörung leidet, die zu einem starken Absinken seines Blutzuckerspiegels führte. Die russischen Ärzte fanden weder in Navalnys Blut noch Urin irgendwelche Spuren von Gift oder Betäubungsmitteln. Nach zwei Tagen wurde Navalny auch auf Wunsch seiner Frau Julia nach Berlin ausgeflogen, um in der Charité behandelt zu werden. Er ist nach wie vor dort. Er ist jetzt in einem stabilen Zustand und wurde in ein künstliches Koma versetzt. Die Ärzte der Charité erstellten eine vorläufige Diagnose: Vergiftung mit einer Substanz aus der Gruppe der Cholinesterasehemmer. Allerdings konnten die Mediziner keine Angaben darüber machen, welches Mittel genau benutzt worden sei. Auch die Frage, ob es eine absichtliche Vergiftung gewesen sei, konnten die Ärzte bislang nicht beantworten.

Im Moment konzentrieren sich die Debatten darauf, ob Navalny absichtlich vergiftet wurde oder nicht. Vertreter der russischen medizinischen Gesellschaft äußern die Meinung, daß die in der Charite-Klinik angekündigte Diagnose recht zweifelhaft sei.  Der Chefanästhesist des russischen Gesundheitsministeriums, Professor Igor Moltschanow, äußerte, daß Navalny im Krankenhaus Omsk kein auffälliges klinisches Merkmal einer Vergiftung mit den von deutschen Ärzten angekündigten Cholinesterasehemmern aufgewiesen habe. „Seit dem Krankenhausaufenthalt wurde dem Patienten eine große Anzahl verschiedener Medikamente verabreicht, die das Bild verfälschen können. So können deutsche Ärzte seither beispielsweise ein Medikament zur Muskelentspannung für den Transport und viele andere Medikamente injizieren. Die in der Charite durchgeführte Untersuchung kann daher unzuverlässig sein“, so Moltschanow. Der Abteilungsleiter für Toxikologie, Extrem- und Tauchmedizin der Mechnikow-Universität, Dr. med. Viktor Schilow, kommentierte, wenn Navalny wirklich mit einer Substanz der Cholinesterasehemmer vergiftet worden wäre, dann hätten die Ärzte in Omsk das sicher bemerkt. „Die Annahme, daß Navalny mit Substanzen vergiftet wurde, die die Aktivität der Cholinesterase verringern, ist fragwürdig, da die Symptome des Patienten nicht mit den Anzeichen dieser Art von Vergiftung übereinstimmen. Vergiftungen mit Cholinesterasehemmern haben ein spezifisches Krankheitsbild, das die Ärzte nicht übersehen können. Bei schwereren Vergiftungen kommen zu diesem Symptom Atemstörungen in Form von Kurzatmigkeit sowie Tränenfluß, Speichelfluß und manchmal auch unkontrollierte Blasenentlerung hinzu. Bei Navalny traten solche Symptome jedoch nicht auf“, sagte Schilow. Sowohl die russischen als auch die deutschen Behörden bestehen auf der Notwendigkeit einer transparenten und objektiven Untersuchung des Falles Navalny – aber es gibt bislang keinen Konsens darüber, wie diese Transparenz geschaffen werden sollte. Der Pressesprecher des russischen Präsidenten, Dmitrij Peskow, schlug vor, daß die Charité einen Austausch von Daten und Informationen mit den Ärzten in Omsk vereinbaren. Aus Deutschland aber gab es bislang keine Antwort auf diesen Vorschlag. Darüber hinaus gibt es keine essentiellen Unterschiede zwischen der Behandlung Navalnys in Omsk und in Berlin – sowohl die russischen als auch deutsche Ärzte behandeln ihn mit Atropin.

Dr. Leonid Roshal, Präsident der Nationalen Ärztekammer in Rußland, glaubt sogar, daß die Ärzte in Omsk das Leben der Navalny gerettet hätten: „Die Ärzte in Omsk, die Navalny behandelten, arbeiteten prompt und professionell. Sie haben ihm das Leben gerettet, so daß die kritische Haltung, die wir jetzt von gewissen Leuten gegenüber den Ärzten in Omsk sehen, absolut unfair ist. Ich wünsche Navalny Gesundheit und hoffe, daß er, wenn er sich erholt, nicht vergessen wird, den Ärzten zu danken, die ihm in Rußland das Leben gerettet haben“.

Während die russische Seite zur Zusammenarbeit mit Deutschland aufruft, weist Berlin immer wieder auf angebliche Gemeinsamkeiten zwischen dem Fall Skripal in Großbritannien hin. Dies stößt nicht nur in Moskau auf Unverständnis: Der Fall Skripal ist bis heute nicht aufgeklärt, Navalny hatte sich nie außerhalb Rußlands „versteckt“. Navalny war stets im Fokus der Medien weltweit.

 

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Nawalny leitet in erster Linie eine NGO. Wer finanziert diese NGO ?
Link dazu : https://fbk.info/english/about/

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