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Meinung

Der AfD Misserfolg bei den NRW-Kommunalwahlen

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Eine kurze Analyse zu den Ursachen der schlechten Ergebnisse. (5%)

Scheinriese

Die Erfolge der AfD stammen nicht aus eigener Kraft, sondern sind die Folge der desaströsen Politik der Altparteien. Nach dem Aufbau von grundlegenden Strukturen sind sie der Partei einfach zugefallen. Aus diesem Grund ist auch der Glaube vorhanden, man würde quasi automatisch nach oben gespült werden, wenn man die Rituale der Politik mitmacht. (Plakate, Stammtische, Infostände und Veranstaltungen für die Parteimitglieder). Dazu schreibt man Beiträge in seiner Facebookfilterblase, die jedoch nie jemand anderes sehen wird außer andere Parteimitglieder.

Es ist davon auszugehen, dass wenn keine plötzlichlichen politischen Großereignisse passieren, die AfD auch auf Landes- und Bundesebene an Zustimmung verlieren wird.

Medienhetze und jetzt?

Das größte Problem für die Partei ist es, dass sie die Bürger überhaupt nicht erreichen kann. Alle großen Medien sehen sie als Feinde. Das ist eine ungünstige Ausgangslage, schützt jedoch nicht davor Verantwortung zu übernehmen. Das man sich die schlechten Ergebnisse nun schönredet, ist ein warnendes Zeichen.

Was hat die AfD versucht an alternativen Medien aufzubauen? Es sind doch alles wenig konsequente Alleingänge gewesen, um sich selbst zu vermarkten. Die Vernetzung mit dem politischen Vorfeld ist schlecht, man hat sich isolieren lassen. Große Projekte, die auch vorausschauend in langen Zeitskalen planen, gibt es nicht. Die Kreisverbände werden alleine gelassen, weil niemand ein fundamentales Konzept ausarbeitet. Das Potenzial der Mitglieder wird vergeudet, bis sie das Interesse verlieren.

Heimatpartei

Die AfD wird nicht als eine Heimatpartei wahrgenommen. Heimat, das ist Kommunal und wird von den Bürgern gewählt. Jeder sehnt sich nach ihr und doch verschwindet sie jeden Tag ein Stückchen mehr. Hier liegt ein großes ungenutztes Potenzial, eine Vision. Doch da es niemand aufgreift, stimmen die meisten Wähler nur aus Protest für die AfD und aus dem Mangel an Alternativen.

Der AfD fehlt eine eigene Weltanschauung und sie kann auch kein Lebensgefühl vermitteln. Wer weiß schon, wofür die lokalen AfD-Politiker bei dem Bau eines Parks oder Einkaufszentrums stimmen werden? Maßstäbe, nach denen geurteilt wird, scheinen zu fehlen. Doch „gesunder Menschenverstand“ ist den Wählern zu wenig. Darunter versteht jeder etwas anderes.

Möchte man wirklich nur eine einwanderungskritische CDU sein?

Stil

Erst durch Kositza bin ich auf Dieter Wieland gestoßen und seine Videos verkörpern für mich genau das, was ich unter einer kommunalen Heimatpartei verstehe. Warum konnte mir niemand in der AfD diesen Tipp geben?

Gerade sein gesamtheitlicher Ansatz wäre ein perfektes Vorbild. Schützen und bewahren von historischer Substanz. Lebensqualität durch Natur und Begrünung. Die Erkenntnis, dass alle Häuser zusammen harmonieren müssen. Bescheidenheit und Einfügen, anstatt moderne „Gags“.

Es greift übrigens perfekt in Renaud Camus Konzept des Replacism (Austauschbarkeit). Zuerst wird die Kultur ausgetauscht, die historischen Häuser und Landschaften. In einem zweiten Schritt dann die Menschen. Wie möchte man den Austausch der Menschen beklagen, ohne gegen den Austausch der Kultur zu kämpfen?

Schaue ich mir die schlecht zusammengeklatschten Facebookbilder der AfD an, dann scheint die Partei keinerlei Verständnis für Kunst und Kultur zu haben. Warum darf jeder überall das AfD-Logo draufpappen? Warum gibt es keine Profis, die ein Design vorgeben und ein hochqualitatives Auftreten gewährleisten? Die der Weltanschauung eine Form geben?

Solidarischer Patriotismus?

In einem Artikel auf Sezession schimpft Benedikt Kaisers über die AfD-NRW und versucht sein Konzept des Solidarischen Patriotismus zu vermarkten. Doch sein Artikel bleibt zu flach. Akute Probleme (Einwanderung) und Wirtschaftsfragen (Solidarischer Patriotismus) reichen alleine nicht aus. Ohne Ästethik kann wirtschaftliche Solidarität auch Plattenbau bedeuten. Es bleibt materialistisch und sagt nichts über unser Kulturleben aus.

Und schließlich braucht man für den politischen Kampf auch die fähigen Köpfe. Und die wird man nicht allein durch das Buhlen um das Proletariat bekommen. An den Universitäten führt kein weg vorbei.

Hat eine Leidenschaft für Kontrakultur, schreibt für Arcadi und verbringt zu viel Zeit im Internet.

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Thomas
Gast

Sehr schön geschrieben Carsten! Wohl wahr! Verbring also nicht so viel Zeit im Netz und geh da raus und schau die die letzten Reste unserer Kultur an!!! 😉

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