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Politik

Gottkanzler Schulz und das letzte Aufgebot

Warum der Gottkanzler gar nicht so viel vom Gott hat…

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Martin Schulz ist nun also derjenige, der Angela Merkel nach zwölf Jahren aus dem Kanzleramt jagen soll. Was erst nach einem schlechten Scherz klang, wird nun tatsächlich so in Strategietreffen der SPD-Vorstände geplant. Hatte man Schulz nicht im Europawahlkampf 2014 schon völlig unglaubwürdig zu einer Art Robin Hood für mehr Bürgerbeteiligung stilisiert? Damals sogar mit sowas Ähnlichem wie Erfolg, da das Ergebnis einer bundesweiten Wahl für die Sozialdemokraten zur Abwechslung mal nicht desolat sondern nur unterdurchschnittlich war. Aber Bundeskanzler? Wie kommen die Genossen darauf, den Brüsseler Apparatemenschen, der aus jedem Knopfloch nach piefiger Provinzialität mufft, für dieses Amt vorzuschlagen?15179070_565252160340713_1824136229422590035_n1

Mit Schulz verknüpft man im Wesentlichen auch keine Inhalte, bis auf sein dogmatisches, pseudointellektuelles Geschwurbel von einem „Europa der Solidarität“ oder seine mit erhobenem Zeigefinger ausgesprochenen Belehrungen vor den bösen Nationalstaaten, die dauerhaft das Risiko eines dritten Weltkriegs in sich tragen und deshalb im Grunde völlig einer Brüsseler Volkskammer weichen müssten. Auch das alte Burke Zitat „Für den Triumph des Bösen reicht es, wenn die Guten nichts tun!“ darf im Grundrepertoire des selbstgerechten Bürgerdarstellers nicht fehlen. Was also soll der Aufhänger sein, für einen Mann, den man eher mit dem Satz „Ich bin heute euer Vertretungslehrer.“ als „Ich möchte Kanzler der Bundesrepublik Deutschland werden.“ assoziiert? Noch mehr illegale Zuwanderer für Deutschland? Noch mehr sozialistische Wirtschaftspolitik und schnellere Vereinheitlichung und Verramschung deutscher Standards zugunsten eines EU-Zentralstaates? Schulz will also die von der Brüsseler Zentralmacht geführte Provinz verwalten? Wieso? War er nicht Derjenige, der die Nationalstaatlichkeit immer eher als zu überwindendes Stadium einer Entwicklung hin zum Guten, Wahren, Schönen, dem Einheitsmenschen ohne Bezugsgrößen und Identität gesehen hat? Das Strategieteam der SPD wird ihn selbstverständlich als einen Polit-Zarathusthra darstellen, der von dem Brüsseler Berg der Weisheit hinabgestiegen kommt, um uns den  Globalisierungs-Übermenschen zu predigen, der Kulturen, die Schwule an Baukränen aufhängen und Frauen unter Ganzkörperschleiern verschwinden lassen, als der eigenen gleichwertig empfindet und EU-, Euro-, Islam- und Regierungskritik schnell als „gefährliche Brandstiftung“ entlarvt.16427507_595063804026215_2626819995134338596_n1

Tatsächlich wird es allerdings auch für SPD-Strategen schwierig, sich noch links von der Merkel-CDU sinnvoll zu platzieren, es sei denn, er will den eine-Welt-Kommunismus ausrufen. Das würde zumindest den Vokabeln nach einen Unterschied zu seiner Konkurrentin ausmachen. Sowohl seine als auch die Beweggründe der SPD dürften wesentlich rationaler sein. Seit Monaten stagnieren die Sozis bei knapp über 20% und der farblose Gabriel schien keine Rezepte zu haben, wie das zu lösen sei. Steht er doch wie kein Anderer, mit Ausnahme von Merkel vielleicht, für den inhaltlichen Ausverkauf der eigenen Partei auf dem Koalitionsbasar, für die verwässerte, rezeptlose politische Mitte. Da kam der kleine Martin doch ganz recht. Frisch geschasst bei irgendwelchen undurchsichtigen Hinterzimmerdeals in der EU, möchte er zukünftig natürlich nur sehr ungerne auf einen Hofstaat von Angestellten inklusive Kammerzofe verzichten. Da kann man schonmal die Liebe zum Nationalstaat wiederentdecken. Schließlich weiß er ja aus seiner Zeit als Würselner Dorfbürgermeister noch genau, wie die einfachen Leute ticken, auf deren Kosten er auskömmlich lebte und lebt. Und wenn er auf seine fehlende Regierungserfahrung angesprochen wird, sagt er eben kurz, wie jüngst bei Anne Will, „Barack Obama“ und zaubert mit diesem lächerlichen Vergleich direkt ein verträumtes Lächeln auf das Gesicht der sechsundzwanzigjährigen Lehramtsstudentin, die „noch überhaupt nicht weiß“, was sie wählen soll. Schulz als Inkarnation der Bionade-Bourgeoisie steht für eine Art letztes Aufgebot. Ist es rein physikalisch überhaupt noch möglich, links von Merkel einen Kanzler zu stellen? Einfach wird es nicht aber wirklich nötig ist es auch nicht. Hat man sich doch ganz gut damit arrangiert, sozialdemokratische Politik einfach als Juniorpartner der CDU umzusetzen. Für Martin winkt sicher ein hochdotierter Job bei irgendeinem multinationalen Konzern oder zur Not eben nur der Hinterbänklerplatz im Bundestag, dann eben ohne Kammerzofe.

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