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Politik

Zu Gast bei Kevin Kühnert

Wir haben den Möchtegern-Enteigner getroffen.

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Am vergangenen Samstag besuchte ich eine Veranstaltung der Jusos im schönen Bitburg. Eingeladen wurde in eines der traditionellen Wirtshäuser der Stadt. Und da stand er schon, der Kevin, am Eingang. Er rauchte eine Zigarette, nicht erkennbar ob es „Cabinet“ als Relikt aus seligen sozialistischen Blütezeiten war. Ob er den Geschmack des Sozialismus mochte,   würde sich herausstellen – denn die Ideologie von einst hat der Kevin noch nicht ausgetreten, die glüht noch in ihm.

Nett war er ja, Kühnert lehnte er ab und bat um das Kevin. Nach einem lässigen Foto mit ihm ging es in den Veranstaltungsraum und wie das halt so ist, begann man mit der Vorstellung von Genossen und Genossinnen (ein weiteres Geschlecht war offenbar Gottseidank nicht anwesend) aus dem benachbarten Ausland. Man betonte, wie wichtig doch die offene Grenze wäre und wie gut dadurch die Zusammenarbeit, bla bla bla … und dann kam er – Kevin, also der größte aller aktuellen Kevins überhaupt.

Er sprach fließend, frei und rhetorisch gewandt, wie man ihn aus dem TV kennt, quatschen kann er wirklich. Kein Wunder, was Anderes macht er den lieben langen Tag ja nicht. „Sozialisten“ hier, „Rechtspopulisten“ da, er sprach von Wohnungsnöten, von Ungerechtigkeiten, von Ungleichheiten und Widersprüchen. Bei jedem benannten Problem  nickte man ihm zustimmend zu, die Lösungsansätze fanden hingegen erstaunlich wenig Wohlwollen. Ich hatte Mühe, ihn ernst zu nehmen mit seinem Schlabberpullover, seinen Jeans und Turnschuhen. Aber offenbar kommt das an bei den putzigen Gesichtern der verkommenen Nachfahren der einst so mächtigen SPD. Die Partei sei eben mehr als ein Bollwerk gegen Rechts, auch wenn man den ganzen Abend vom Begriff „Rechtspopulisten“ genervt wurde. Erstaunlich, noch öfter war von „Sozialisten“ die Rede. Und noch mehr wurde geklatscht, egal was Kevin sagte.

 

Nachdem sein Vortrag zu Ende war, stellte die einheimische Juso-Vorsitzende mehrere Pseudofragen, die Kevin wie gewohnt meisterte, doch als ein älterer Herr aufstand und davon berichtete, wie seine Vorfahren unter Ihresgleichen in der DDR litten war es plötzlich ganz still im Kämmerchen. Es wurde dann ein wenig relativiert und gedeichselt, so das am Ende wieder alle fröhlich sein konnten. Emotional wurde es noch mal, nachdem Kevin betonte, wie Sozialdemokraten in der DDR verfolgt wurden. Die Wahrheit ist doch, dass die meisten von ihnen einen freudigen Übergang zur SED wählten. SPD-Chef Grotewohl und der KPD-Vorsitzende Pieck reichten sich die Hände – es entstand die SED, die Kommunisten übernahmen letztlich die alte SPD in Mitteldeutschland …

Auf seine kontroversen Aussagen zur Verstaatlichung von BMW angesprochen, entgegnete er, er hätte auch andere Betriebe nennen können und bekräftigte unbeirrt seine Thesen, sicher  auch in dem Wissen, unter Gleichgesinnten zu sein.

Neueste Umfragen zeigen allerdings, das Kevin der SPD damit einen Bärendienst erwiesen hat. Eine Partei des „demokratischen Sozialismus“ gibt es bereits, die mehrfach umbenannte Mauermörderpartei, ehedem SED, heute „Die Linke“ – man wählt halt dann gleich das Original oder wendet sich mit Grausen ab.

Ewiggestrige nennen uns die Genossen gern. Aber wer hier die wirklich Zurückgebliebenen sind, zeigt sich in den Jugendorganisationen der „Rotfront“. Oder, Kevin?

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Tom
Gast
Tom

Moin, mich erinnert der Vorschlag Kühnerts an die Vergemeinschaftung von krisenhaften Banken, wie z.B. 2008 in GB). D.h. Übernahme der Schulden durch den Steuerzahler. Ist die Bank wieder profitabel, wird alles rückgängig gemacht. Im Moment werden bedeutsame Untermehmen gerade auch in Deutschland mutwillig an die Wand gefahren (schon länger die Deutsche Bank durch ausländische Vorstände, Bayer durch die unnötige Übernahme von Monsanto; die Firma Bosch etc.) Nun wird ja auch unsere heimische Moblindustrie als eine unserer wirtschaftlichen Stützpfeiler nebst Zulieferern abgerissen durch die Forderung nach Elektroautos. Nebenbei – man bläut uns ein, dass Elektroantrieb der einzig wahre umweltfreundliche Antrieb sei,… Weiterlesen »

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