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Um die Welt

Zu Besuch im Herzen Deutschlands: Eisenach

Eisenach lohnt sich! Kultur und Sehenswürdigkeiten für den erholsamen Urlaub.

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Ein Beispiel, warum sich Reisen in seinem Heimatland lohnt, da es zu einem spannenden und abwechslungsreichen Erlebnis werden kann, ist die Stadt Eisenach. Ich kann es nur empfehlen, hier her zu kommen, um malerische Naturpanorama zu genießen, regionale Köstlichkeiten zu probieren, Errungenschaften deutscher Kultur zu entdecken und entscheidende geschichtlicher Ereignisse näher zu ergründen.

Das sich in Thüringen befindende Eisenach ist von der geographischen Lage als auch der kulturellen Bedeutung her einer der zentralsten Orte Deutschlands. Die Stadt selbst empfängt den Besucher mit einer kleinen, aber feinen Altstadt, die von Fachwerkhäusern, kleinen Villen, malerischen Plätzen und altehrwürdige Kirchen gekennzeichnet ist. Das Innere der Stadt ist nicht zu überfüllt mit Besuchern  und hat sich daher den Charme einer gemütlichen Kleinstadt bewahrt, in der man angenehm in den Straßen flanieren und typische Thüringer Spezialitäten von den berühmten Rostbratwürsten bis zu süßen Kuchen und Torten entdecken kann.  Doch neben der Gelegenheit zum Verweilen gibt es noch viel in der Stadt zu entdecken, da sie in ihrer Geschichte auch ein Ort war, an dem weltberühmte deutsche Persönlichkeiten der Musik, Religion und Literatur Spuren ihres Wirkens hinterlassen haben.

Bei einem Rundgang durch die Altstadt fällt dem Besucher auch recht schnell einer der Magneten insbesondere für internationale Musikliebhaber auf: das Bach-Haus.  Dieses Gebäude gehörte einst Mitgliedern einer Familie, deren bekanntester Sprössling Johann-Sebastian Bach war. Heute dient es als Museum für eine umfangreiche Dokumentation des Lebens des berühmten Komponisten und der seiner weiteren musikalischen Verwandten. Durch für die damalige Zeit typische Möblierung schreitend werden biographische Details und Hörproben vieler  Kompositionen Bachs präsentiert, außerdem wird sein geistiges Innenleben im Rahmen eines interaktiven Rundblicks durch seine Büchersammlung dokumentiert. Es ist wirklich empfehlenswert auch das Angebot zu einer der stündlichen Konzertaufführungen im Museum zu nutzen, bei welcher einige von seinen Stücken auf zeitgenössischen Instrumenten vorgeführt werden.

Sowohl im Bach-Haus, da seine Texte Bach zu vielen Vertonungen anregten, als auch auf Spruchplakaten anlässlich des Reformationsjubiläumsjahres begegnet der Besucher Eisenachs auf Schritt und Tritt einem weiteren außergewöhnlich berühmten Deutschen: Martin Luther. Um dazu mehr zu erfahren, empfiehlt es sich, der über der Stadt Eisenach thronenden Wartburg einen Besuch abzustatten. Für Wander-und Naturbegeisterte ist eine Besteigung des Weges zur Burg bei schönen Wetter sehr lohnenswert. Am Hang ist auch noch ein Besuch der Reuter-Villa  möglich, in der ein Reuter-Wagner Museum untergebracht ist, welches zeitgenössische Einrichtung bürgerlicher Wohnkultur des 19. Jahrhunderts vermittelt und über eine bedeutende Sammlung zu Leben und Werk des Komponisten Richard Wagner verfügt. Bei Ankunft oben auf der Burg angekommen, informiert die diesjährigen Sonderausstellung „Luther und die Deutschen“ nicht nur darüber wie Martin Luther seiner Zeit auf der Wartburg mit der Bibelübersetzung verbracht und seine religiösen Überzeugungen hinausgetragen hat, sondern auch wie dies die deutsche Sprache und Geschichte beeinflusste und in verschiedenen späteren Epochen rezipiert wurde. Wer danach noch mehr über Martin Luther erfahren möchte, kann auch noch das seit 2017 komplett neu sanierte Luther-Haus in der Innenstadt von Eisenach besuchen.

In einer Führung durch die Wartburg selbst können Besucher außerdem in verschiedenen im 19. Jahrhundert künstlerisch aufwendig gestalteten Sälen erkunden, welche weiteren berühmten Ereignisse und Akteure die Geschichte der Wartburg prägten. Darunter sind zum einen der Sängerkrieg, ein am Hofe des Landgrafen Hermann von Thüringen und seiner Gemahlin Sophie  1207 auf der Wartburg veranstalteter poetischer Wettstreit  zwischen den bedeutendsten Minnesängern jener Zeit, dessen Motiv u.a. Vorbild für Richard Wagners Oper „Tannhäuser“ war, sowie das Wirken der katholischen Heiligen Elisabeth, deren aufopfernde Dienste an Hilfsbedürftigen hier ihren Anfang nahmen.

Von der Wartburg aus sollte man die zu den verschiedenen Seiten hin sich bietende umfassende Aussicht in die bergige, grüne Landschaft der Umgebung genießen. Bei einem Blick nach Nordosten ist das Burschenschaftsdenkmal zu erkennen, welches ein Nationaldenkmal für die deutschen Burschenschaften darstellt, verbunden mit einer Gedenkstätte für die in den Weltkriegen gefallenen Burschenschafter. Burschenschaften sind politische Studentenverbindungen, welche im Rahmen der Befreiungskriege gegen Napoleon entstanden. Sie forderten als eine der ersten gesellschaftlichen Kräfte beim Wartburgfest 1817 freiheitliche und demokratische Mitbestimmung in einer konstitutionellen staatlichen Ordnung. Über die Mitwirkung von 150 Burschenschaftern an der Frankfurter Nationalversammlung und der dortigen Erklärung der Grundrechte der Deutschen sind die burschenschaftlichen Ziele und Werte von 1815 und 1817 über die Weimarer Reichsverfassung bis hin zum heutigen Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland nachhaltig von Bedeutung geblieben. Noch heute verstehen sich die Burschenschaften als lebenslange Bünde zwischen Studenten und ehemaligen Studierenden, den Alten Herren, die ein konservativ-patriotisches Gegengewicht zum Zeitgeist bilden wollen und für den Erhalt der Heimat, für eine freiheitliche und selbstbestimmte deutsche Nation und für ein Europa der Vaterländer eintreten.

Während meiner Anwesenheit in Eisenach fand auch der einmal im Jahr stattfindende Burschentag statt, der ein Treffen des Gesamtverbandes darstellt. Aufgrund von Differenzen mit der im Freistaat Thüringen und der Stadt Eisenach bestimmenden Politik bleiben jedoch die Tore der Wartburg für die Burschenschaften geschlossen. Dafür bot das Burschenschaftsdenkmal und eine Festhalle einer Eisenacher Nachbargemeinde ein fast ebenso malerisches wie feierliches Ambiente. Im Rahmen dieser Veranstaltung wurden Verhandlungen bzw. Abstimmungen auf der Verbandsmitgliederversammlung zur Organisation des Verbandes geführt, mit einem Fackelzug und einer Totenrede den Gefallenen gedacht, bei einem Festkommers traditionelle Lieder gesungen und zur politischen Diskussion anregende Reden und Vorträge gehalten sowie natürlich auch jede Menge Bier getrunken.

Fazit: Wer inmitten einer schönen Altstadt und Naturlandschaft kulturelle Errungenschaften genießen und für Deutschland prägende Geschichte entdecken möchte, sollte sich für eine Reise nach Eisenach entscheiden.

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