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Stil & Mode

Wieso ich PinUp Girls K**** finde

Kornelius zeigt uns, wieso PinUp-Girls heutzutage meist nur noch langweilig und wenig sexy sind

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Jeder kennt sie! PinUp-Girls. Ich rede von Frauen, die (meinen) sich im Stil der Frauen in den 40er und 50er Jahren zu kleiden. Nun könnte im ersten Moment der geneigte Mann ja dieser stilistischen Rückbesinnung auf eine Zeit, in der zumindest Mann nie ohne Hut und Krawatte das Haus verließ, durchaus etwas abgewinnen.
Für den Autor dieser Zeilen, im besten Mannesalter und weder verklemmt, noch männlicher Feminist (Ja, so was gibt´s!) ist dem allerdings überhaupt nicht so. Denn diese modische Nostalgie ist aus mehreren Gründen aus demselben Zeitgeist entsprungen, der stets von vermeintlichem Individualismus, Feminismus und Jugendwahn salbadert.

In erster Linie ist PinUp unauthentisch

Diese Rückbesinnung an die Mitte des letzten Jahrhunderts ist so unauthentisch, wie ein sozialistischer Politiker, der im Saarland in einer mediterranen Villa wohnt.
Schon eine kurze Recherche bei Google zeigt den Unterschied zwischen den originalen Pin-Ups, die sich die GIs auf Fahrzeuge malten oder als Postkarten in den Spind klebten, und den heutigen Möchtegern-Nachfolgern .

Bunte Haut und zu viel Weiblichkeit

Die Originalen Pin-Ups, wie Betty Grable oder Jayne Mansfield hatten Stil.
Damals war eine Frau weiblich, wenn sie einfach weiblich war. Die heutigen PinUps benutzen den Stil, der die Weiblichkeit betont, um eine Ausrede dafür zu haben, dass sie eindeutig zu viel „Weiblichkeit“ haben. Diese wird dann noch durch zusätzlich hochgequetschte Brüste und kurze, figurbetonte Kleider mit weißen Punkten (andere Kleider scheint man in den 50ern wohl nicht getragen zu haben) ungekonnt in Szene gesetzt. Trifft diese Charakterisierung nicht zu und die Möchtegern-Betty-Boob ist wenigstens mit einer schmalen Taille und einem hübschen Gesicht gesegnet, dann wird dem Abhilfe geschaffen, indem man bis zur Unkenntlichkeit tätowiert ist, wie es in den 50ern höchstens auf Jahrmärkten oder bei Seemännern zu sehen war.

Fälschung und nur Pose

Was ist Original? Was Fälschung und was nur Pose?
Während in den 50ern vor allem die schönen Beine der Frau in Szene gesetzt wurden und das Pin-Up durch ein unschuldiges Lächeln oder ein neckisches Augenzwinkern die Männer bezirzen wollte, sind die heutigen Posen völlig affektiert. Unzählige Male wird salutiert, der Bizeps alá „We can do it!” angespannt oder ein mürrischer Blick aufgesetzt, was wohl zeigen soll, wie stark und unabhängig die dargestellte Dame doch ist. Das ganze meist in Hotpants und Bluse, die stets einen Knopf zu weit geöffnet ist. Ist die Dame besonders mit ihrer Weiblichkeit im Reinen und traut sich Dessous überzustreifen kommt dabei sowas wie Dita von Teese heraus, die den modernen Betrachter durch ihr Burlesque inspirieren soll, ohne sich gleich vollkommen zu entblößen. Allerdings wirkt diese verführerische Femme fatale eher wie eine Schaufensterpuppe, die man als Domina verkleidet hat.

Beine bis zum Boden

Die heute harmlos wirkenden Fotos waren so ziemlich das Anzüglichste, was damals zu kriegen war. In Szene gesetzt wurde eine unschuldig lächelnde Frau mit langen Beinen, die für einen Mann der 50er Jahre deshalb so reizvoll waren, weil er sie selten oberhalb der Knie zu sehen bekam.
Die Schminke betonte Mund und Wangen, anstatt die Kriegsbemalung der heutigen Pin-Ups, die manchem Apachen sicherlich zur Ehre gereicht hätte.
Ein spezielles Thema der Pin-Ups ist die Frisur. Auch wenn man kein Fan der Dauerwelle in platinblond ist, wirken diese doch wenigstens natürlicher, als die omnipräsenten Victory-Rolls in blau, rot oder pechschwarz.

„Stil ist die Kleidung der Gedanken“ (Philipp Dormer Stanhope, 4th Earl of Chesterfield)

Über Stil kann man nicht streiten, allerdings kann man hinterfragen, welche Gedanken hinter diesem Stil stehen.
Der Gedanke hinter den Pin-Ups der 50er Jahre ergibt sich aus dem Frauenbild. Eine hübsche Frau, die trotz ihrer offenherzigen Pose dennoch Unschuld ausstrahlt.
Ihre vermeintlichen Erbinnen hingegen verweigern sich der Weiblichkeit. Sie wollen stattdessen ihre Individualität, Emanzipation und ihren Nonkonformismus ausdrücken. Bei ehrlicher Betrachtung bleibt jedoch angesichts der Subkultur von Rockabillys, Kommerzialisierung und Verkitschung nichts mehr. Sie sind ein müder Abklatsch einer Zeit, als Frauen noch Frauen sein konnten und dafür bewundert wurden.

 

Vorschaubild: Matthias Günter / pixelio

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1 Kommentar

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Xerorx
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Xerorx

Also ich muß bei Pin ups eigentlich an Bettie Paige oder Bunny Yeager denken und so unschuldig und naiv waren die Bilder auch schon damals nicht. Da konnte man deutlich mehr, als nur die Beine bis zum Knie sehen.

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