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Liebe & Sex

Wieso die „Ehe für Alle“ nicht unser Problem ist

Der Pietsch erklärt, wieso die Ehe für alle nicht unser Problem sein sollte.

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Sehr geehrte Leserinnen und Leser,

seit einigen Tagen ist ja das Thema „Ehe für Alle“ wieder brandaktuell. Heute wurde im Bundestag ein entsprechender Gesetzentwurf eingereicht und von der Mehrheit der Abgeordneten angenommen, was mich ehrlich gesagt nicht sonderlich überraschte.

Ich für meinen Teil befürworte die „Ehe für alle“, auch wenn ich den Begriff „Ehe für alle“ strikt ablehne, da der Begriff zu Missbrauch führen kann.

Kritiker fürchten nun, dass die Ehe als solche gefährdet sei, denn die Ehe sei die Keimzelle der Gesellschaft, so zumindest die Argumentation der Kritiker.

Nun es stimmt, die sinkende Geburtenrate und der daraus resultierende demographische Wandel ist ein Problem, was Deutschland schon seit längerem plagt, jedoch hat das wenig mit der Gleichgeschlechtlichen Ehe zu tun.

Der wahre Grund für den demographische Entwicklung ist eine familien- und kinderfeindliche Sozialpolitik, gepaart mit einem Mangel an notwendigen Investitionen in Bildung und sozialen Wohnungsbau. Das hat zur Folge, dass immer mehr Familien sich entschließen keine Kinder in die Welt zu setzen, weil der Kostenfaktor einfach zu hoch ist.

Statistisch gesehen kosten im Durchschnitt ein Kind bis zu seinem 18. Lebensjahr soviel, wie ein kleines Einfamilienhaus, was ungefähr einem finanziellen Wert von 150.000€ entspräche. Das sich das immer weniger Menschen leisten können, in Zeiten der Brüsseler Nullzins-Politik und der absehbaren Konsequenz der verfehlten Agenda-Reformen, was die totale Entfesselung der Finanzmärkte sowie die Schaffung von prekären Arbeitsverhältnissen und Lohndumping zur Folge hat, ist nicht verwunderlich.

Renovierte Armutsexperten gehen davon aus, dass es einen direkten Zusammenhang gibt, zwischen der stetig wachsenden Armut in Deutschland und der demographischen Entwicklung, was durchaus plausibel ist.

Gehen wir von einem gewöhnlichen Arbeitnehmer aus, der laut seinem Arbeitsvertrag nur den Mindestlohn erhält. Der Mindestlohn, der aktuell 8,84€ beträgt, würde nach 45 Jahren Beitragszahlung nicht einmal vor Altersarmut schützen, dass ergab eine Anfrage der Bundestagsfraktion der Linkspartei an die Bundesregierung, wo Sie diese gefragt hatte, wieviel ein Arbeitnehmer im Durchschnitt verdienen müsste, um im Rentenalter eine Rente zu beziehen, die vom Niveau knapp oberhalb der Grundsicherung entspräche. Die Antwort der Bundesregierung war ernüchternd gewesen. Der Mindestlohn müsste laut Berechnungen nämlich 11,64€ betragen, anstelle den aktuellen 8,84€.

Das man bei der Bezahlung nicht unbedingt an „Kinder kriegen“ denken kann, wenn man selbst nicht weiß wie man über die Runden kommt, ist verständlich.

Um die demographische Entwicklung umzukehren müsste man als erstes die Lohnentwicklung verändern. Die Idee eines „bedingungslosen Grundeinkommens“ wäre ein Lösungsvorschlag, den man in durchaus in Betracht ziehen sollte.

Aber ein gute Lohnentwicklung ist noch lange kein Garant für eine familienfreundliche Politik. Ungemein wichtig wäre die dringende Investition in Bildung und Infrastruktur wie dem sozialen Wohnungsbau.

Deutschlands Schulen und Kindertagesstätten sind in einem Zustand, wo einem die Schamröte förmlich ins Gesicht schießt. Anstelle dem Bundeswehretat auf 2% des Bundeshaushalts zu erhöhen, könnte man das Geld dazu nutz, um das maroden Bildungssystem wieder auf Vordermann zu bringen.

Kommen wir jetzt zu der Sache, die wohlmöglich am kostenintensivsten ist, sich jedoch auf längerer Zeit bezahlt macht. Ich meine das Thema „sozialen Wohnungsbau“. Dank der Privatisierung des Wohnungsmärkte sind Spekulationen und die daraus resultierenden Mieterhöhungen an der Tagesordnung. Die Rot-Rot-Grüne Landesregierung von Berlin wollte dem Einhalt gebieten, indem Sie ein Gesetz zur Mietpreisbremse durch das Abgeordnetenhaus paukten, was jedoch inhaltlich sehr schwammig formuliert wurde. Die Bilanz zur Mietpreisbremse ist vernichtend. Anstatt die Spekulationen zu unterbinden und die Mietpreise auf ein erträgliches Maß zu drücken, ist genau das Gegenteil passiert. Die Mieten in den Bezirken Mitte, Charlottenburg-Wilmersdorf und Pankow sind aktuell dabei zu explodieren.

Der einzige sinnvolle Weg die Spekulationen zu unterbinden, ist die intensive Investition in sozialen Wohnungsbauprojekte. Je mehr Wohnungen in einem Stadtviertel gebaut werden, desto mehr sinken die Mietpreise im gesamten Stadtgebiet. Das hat den angenehmen Effekt, dass auch Arbeitnehmer mit geringen Einkommen nicht mehr in die Randgebiete gedrängt werden müssen.

Wenn man das alles zusammenfasst, also einem bezahlbaren Wohnraum, eine gerechtere Lohnentwicklung und eine Sanierung des Bildungssystems, ist es für ein familiären Haushalt aus ökonomischer Sicht erträglicher Kinder in die Welt zu setzen, denn Eltern wollen vor allem eins, ihren Kindern die bestmögliche Kindheit zu ermöglichen. Außerdem werden dadurch die aktuelle demographische Entwicklung gestoppt und langsam umkehrt.

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