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Liebe & Sex

Wie es ist, Linke zu daten

Kann man das machen oder sollte man es sein lassen?

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Nach der Trennung von meinem Freund hatte ich die Wahl: Entweder ich sitze abends alleine auf dem Sofa oder ich date. Kontake findet man ja schnell über Dating-Apps. Dating ist dabei gar nicht so anders, wie einen Job zu suchen. Man bewirbt sich und schaut gleichzeitig, ob die Stelle zu seinem Profil passt. Das ist anstrengend, lustig und man lernt viel – auch, wen man keinesfalls jeden gut findet und nicht alle als Partner möchte.

Wir leben in einer hochpolitischen Zeit – jedenfalls empfinde ich es so. Ich brauche also auch ein politisches Match. Denn jemanden, der gar nicht meiner Meinung ist oder nur dummes, linkes Zeug redet, mit dem kann ich keine Beziehung führen. Ich weiß nicht, ob es früher auch schon so war – aber die Frage: „Wie hälst Du es mit der Politik?“ stellt sich bei mir sehr schnell. Die Fronten sind dabei oft so verhärtet, dass eben diese Frage über Partnerschaft oder Nicht-Partnerschaft oder über Freundschaft oder Nicht-Freundschaft entscheidet.

Was das Dating von Linken angeht, sind mir vor allem zwei Erinnerungen geblieben. Aus diesen Erfahrungen lassen sich vielleicht keine Urteile über ALLE Linken fällen, aber diese zwei Männer habe ich als besonders intolerant und unfähig, die Gegenseite zu verstehen, empfunden. Den einen habe ich nicht getroffen. Wir haben nur gechattet. Er arbeitete für eine Gewerkschaft. Nach kurzer Zeit wurde ich zugegebenermaßen etwas polemisch. Ich meinte, der Bundestag sei ein „Selbstbedienungsladen“ und eine „Schwatzbude“ und dass ich die AfD gut fände. Er reagierte völlig humor- und verständnislos. Das sei ja die Partei, mit der er sich am wenigsten identifizieren könne. Keine Empathie, keine Auseinandersetzung, keine Argumente. Nur Ablehnung. Er hat mich dann blockiert. Ohne sich zu verabschieden. Total unsexy.

Der andere war Mitglied der SPD. Wir trafen uns trotzdem und er war nett. Schnell wurde klar, dass wir kein Paar werden würden. Aber vielleicht Freunde? Das klappte aber langfristig nicht. Ich habe kein Problem mit einer politischen Auseinandersetzung, aber wenn es nur Plattitüden gegen die AfD sind, bin ich genervt. Er fühle sich „von der AfD in seiner bunten Welt bedroht“, teilte er mir mit. Und als SPDler habe er Herz. Das sei der Unterschied zu meiner Partei. Man müsse tolerant sein, blablabla. Diese „Freundschaft“ habe ich dann beendet. Unter einem gewissen Niveau geht man irgendwann nicht mehr, weder im Bett noch politisch, noch in einer Partnerschaft.

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Gilbert von Luck
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Gilbert von Luck

Tja, es hat etwas Verführerisches, seine „Feinde“ zu lieben. Als Mann war ich dessen bei „linken“ Frauen oft ausgesetzt. Manchmal gelang mir eine gewisse Gedankenreform: „Das also ist so einer, den ich als Rechten ablehn(t)e, aber er ist ja ganz anders, als mein Klischee es vorsah …“ Manchmal traf ich nur auf Hass, nicht selten begründet mit einer energisch vertretenen „Liebe zu allen Menschen“, kognitive Dissonanz wie bei den Grundsätzen der Partei (1984), die man um einen vierten erweitern könnte: Liebe bedeutet Hass – oder umgekehrt. Zu berücksichtigen ist aber, dass die sich heute als links verstehende Mehrheit etatistisch ist,… Weiterlesen »

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