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Politik

Was bedeutet „links sein“?

Was bedeutet es, heutzutage noch „links“ zu sein?

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Sehr geehrte Leserinnen und Leser,

seit einiger Zeit stelle ich mir die Frage, was „links sein“ überhaupt bedeutet.

Ein „linksorientiertes“ Denken zu besitzen heißt nach meinem Verständnis soziale Missstände, rechtswidriges Verhalten, rassistisches Gedankengut und Gewalt nicht nur zu kritisieren, sondern auch dagegen Stellung zu beziehen. Allgemein kann man sagen: Für mich ist „links“, die Verteilungsfrage in den Mittelpunkt zu stellen und sich für weniger Ungleichheit und mehr soziale Sicherheit einzusetzen. Im Konflikt zwischen Beschäftigten und Kapital heißt das, auf der Seite höherer Löhne statt höherer Rendite zu stehen.

Doch irgendwie scheint es mir, dass die Bedeutung einer linksorientierten Politik immer mehr auf kosten einer „politischen Korrektheit“ zunichte gemacht wird, was sich dadurch zeigt, dass viele heutzutage mit „links“ etwas ganz anderes verbinden, etwa die Befürwortung von möglichst viel Zuwanderung oder abgehobene Gender-Diskurse, die mit dem Kampf um echte Gleichstellung wenig zu tun haben. Das ist meiner Meinung nach eine mehr als bedauerliche Entwicklung.

Das dies nicht nur Einbildung ist, wird einem klar, sobald man sich mit Personen der „neuen“ Generation des sogenannten „linken Spektrums“ unterhält.

Doch woran liegt das?

Nun, ein ganz wichtiger Punkt dazu ist, dass sich die junge Linke heute ganz eindeutig kosmopolitisch orientiert. Das heißt, Gerechtigkeitsfragen werden nicht mehr im nationalen Kontext, etwa anhand von sozial- oder lohnpolitischen Auseinandersetzungen, verhandelt. Stattdessen geht es um globale Zusammenhänge, der Nationalstaat wird dagegen als überholt und gestrig betrachtet. Auch dies ist ein Bruch mit einer klassisch linken, sozialdemokratischen Tradition, in der Solidarität und Gemeinschaft etwas ganz Konkretes, Nachbarschaftliches war und Wirtschaftspolitik als Nationalökonomie verstanden wurde. Dieses, an den unmittelbaren Lebenswelten und dem Nationalstaat orientierte Politikverständnis ist einer globalen Orientierung gewichen.

Aber es gibt noch einen anderen Punkt, weshalb viele mit „links“ etwas ganz anderes verbinden. Die junge Linke hat den Bezug zu der Unterklasse im eigenen Land fast gänzlich verloren. Da gibt es vonseiten der „Gebildeten“ weder eine Sensibilität noch eine Aufmerksamkeit und schon gar keine Verbindungen mehr. Das liegt vornehmend daran, weil die junge Linke mehrheitlich keine eigenen sozialen Sorgen erlebt haben.

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