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Kultur

Unsere Popkultur – ein schmaler Grat

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Jede Bewegung muss ihren eigenen Stil finden und eine eigene Populärkultur entwickeln. Für uns ist dies ein Balanceakt mit zwei Gefahren: unkreatives Konservieren von Tradition auf der einen und ein Verwässern und Anbiedern an den Mainstream auf der anderen Seite.

Aus diesem Konflikt ergibt sich auch die häufige Frage, ob patriotischer Rap erlaubt ist, oder bereits eine zu starke Anpassung an den Zeitgeist darstellt.

Stil und Prinzipien

Es gibt das bekannte Zitat:

„In matters of style, swim with the current; in matters of principle, stand like a rock.“

Doch Form und Inhalt eines Werkes spielen immer zusammen. Die Form zeigt uns wie wir den Inhalt zu verstehen haben. Ein Stil kann daher nicht beliebig gewechselt werden, ohne auch den Inhalt zu verändern. (Als Beispiel sei hier Böhmermanns Cover „Style und das Geld“ genannt. )

Ich denke, es ist wichtig, sich auch bezüglich des Stils von neuen Entwicklungen inspirieren zu lassen, insbesondere wenn es sich um neue Technologien handelt, die neue Wege der Popkultur möglich machen. Eine erfolgreiche Bewegung muss außerdem an der Lebenswirklichkeit junger Menschen anknüpfen. Erst wenn ein initiales Interesse geweckt wurde, findet eine tiefere Auseinandersetzung statt. Einfach ausgedrückt braucht es ein vielfältiges Angebot, damit sowohl Einsteiger als auch Fortgeschrittene auf ihre Kosten kommen.

Aber was können die Prinzipien sein, die unsere Kultur vom Mainstream abgrenzen?

Wahrheit

Unsere Kunst muss einen Wahrheitsanspruch haben. Sie muss die Welt so darstellen, wie wir sie wirklich sehen. Wer hier anfängt seine Position zu verwässern, um beim Publikum besser anzukommen, der schafft eine Kunst ohne Seele. Wer hier faule Kompromisse eingeht, kann keine tiefgreifenden Veränderungen bewirken.

Dies betrifft auch den Umgang mit unserer tragischen deutschen Vergangenheit. Während Parteipolitiker hier aus Angst vielleicht zurückhaltender sind, so sollte doch die Kunst den Anspruch haben, diese Vergangenheit für uns aufzuarbeiten.

Gerade dies gibt unserer Kunst die Wurzeln, eine bedeutsame Tiefe. Es spricht das an, wonach sich die Menschen in ihrem Inneren sehnen und was ihnen verloren gegangen ist.

Authentizität

Eine Kultur, welche sich die Wahrheit auf die Fahnen geschrieben hat, muss authentisch sein. Das heißt, die (Pop-)Kultur muss zu dem Leben der Künstler passen. Es darf zwar eine Diskrepanz zwischen einem Ideal und der Lebenswirklichkeit geben, aber diese darf nicht beliebig groß werden. Es spricht Bände, wenn Klimaaktivisten mit dem Flugzeug um die Welt fliegen und gleichzeitig Bescheidenheit und Verzicht predigen. Es entlarvt einen Individualismus, der Moral nur als eine hohle Floskel sieht. Der Fisch stinkt vom Kopf. Aus einer solchen Bewegung kann nichts Gutes werden.

Für uns heißt das aber auch, dass derjenige, der seine Liberalismuskritik ernst meint, sich auch in seinem privaten Leben beschränken sollte. Oder umgekehrt den Mut haben muss, sich zu seinem Liberalismus zu bekennen.

Inhalt

Die Kunst muss aus unserem Lebensgefühl entspringen. Sie muss das zeigen, was uns wichtig ist. Dabei darf sie nicht einseitig sein. Sie muss sowohl unsere Vergangenheit, Gegenwart als auch unsere Zukunft thematisieren. Sie muss sich ethischer und moralscher Fragen annehmen und eine Stellung beziehen. Das heißt auch insbesondere verloren gegangene Tugenden wie Ehre, Mut und Treue thematisieren. Sie muss sich unserem politischen Gegner annehmen und darf kein gutes Haar an ihm lassen. Schließlich muss sie neue Mythen schaffen und alte Mythen am Leben erhalten. Sie muss uns Vorbilder zeigen und uns damit inspirieren. Es muss eine Kunst sein, die mit ihren Themen auf das Herz, auf unsere Emotionen, abzielt.

Fokus

Es ist wichtig, einen Stil zu finden, der an das klassische Kunstideal anknüpft und einen qualitativen Anspruch stellt. Es ist eine Kunst, die auf das Stolze, Schöne und Gesunde setzt. Sie muss sich gegen den heutigen Zeitgeist stellen, der immer wieder auf das Hässliche, Vulgäre, Primitive und Verdorbene zurückkommt.

Hans-Jürgen Syberberg unterscheidet hier zwischen drei Arten der Kunst:

  • Die edle Kunst entdeckt selbst an Alltäglichem eine große und bedeutende Seite.
  • Die gemeine Kunst hingegen beschreibt alles gleichwertig. Selbst bei einem Helden erfährt die Heldentat und ein belangloses Randdetail die gleiche Aufmerksamkeit. Syberberg vergleicht die gemeine Kunst mit dem Egoisten, der nur an sich selbst denkt.
  • Auf der untersten Stufe steht die niedere Kunst. Hier wird selbst im Leben des größten Mannes eine niedere Verrichtung gefunden und im Detail dargestellt. Diese Kunst ist nicht nur egoistisch, sondern zusätzlich unehrenhaft.

Abschließend zu diesem Artikel möchte ich noch auf zwei Dinge eingehen, die mir kürzlich bezüglich des Stils der Kontrakultur aufgefallen sind:

Analyse: Phalanx Europa Werbevideo

Im folgenden möchte ich auf das aktuelle Werbevideo von Phalanx Europa eingehen. Das Video möchte einen urbanen Lebensstil verkaufen, der mit dem Basketballplatz und Wohnblock thematisch an die Hip-Hop-Kultur anknüpft. Doch soll unser Stil wirklich Urban sein? Soll unser Stil so aussehen wie eine 0815-Sportartikelwerbung?

Ebenfalls ist die Darstellung des weiblichen Models zu kritisieren. Dabei ist die Frisur als auch die Tattoos zu nennen. Tattoos wie in dem gezeigten Video sind das Zeichen eines krankhaften Individualismus auf Kosten der Schönheit.

Somit ist die Werbung als Ganzes trotz einiger interessanter Ansätze fragwürdig. In dem Video sind unsere Ideale abseits vom Sport-Aspekt zu stark in den Hintergrund getreten.

Analyse: Martin Sellners Intro

Hier geht es um einen Vergleich zwischen dem alten und dem neuen Intro von Martin Sellner.

Sein altes Intro war nachdenklich und hat eine Sehnsucht nach Natur und die Suche nach Bedeutung verkörpert. Im Gegensatz dazu ist sein neue Intro schnell, poppig und beliebig. Sellners Begeisterung für den Neofolk, früher noch ein Teil seines Intros, ist verloren gegangen.

Das Martin Sellner früher den Wald und heute das Bild eines Schiffes präsentiert, lässt unmittelbar an die Metaphern von Ernst Jünger denken. Denn auch inhaltlich ist Sellner im Lauf der Zeit vom Wald, den Dingen, die immer gültig sind, zum treibenden Schiff, der Tagespolitik, gewechselt.

Es scheint, als wolle Sellner auf die Masse setzen, auch wenn dies Substanz kostet. Vielleicht ist sein Exil auf Bitchute jetzt eine Chance, diesem Trend entgegenzusteuern.

Hat eine Leidenschaft für Kontrakultur, schreibt für Arcadi und verbringt zu viel Zeit im Internet.

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