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Gesellschaft

Schlammschlacht: David Berger vs Götz Kubitschek

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Der liberale und homosexuelle Islamkritiker David Berger (philosophia-perennis, Vereinigung der Freien Medien) hat gegen den neurechten Vordenker Götz Kubitschek (Sezession, Antaios) geschossen. Als dieser antwortet, schaukelt sich der Konflikt weiter hoch. Wir versuchen zu rekonstruieren, was passiert ist.

„Intellektuell parfümierten Nazis“

David Berger behauptet, auf Twitter seien ihm homophobe und antisemitische Kommentare aufgefallen, die er dem Umfeld von Schnellroda zuordnet. Dies ist nach seinen Angaben der Anlass für den folgenden Tweet vom 4 .Juli. gewesen:

„Muss ich eigentlich darüber traurig sein, dass die „intellektuell parfümierten Nazis“ rund um die „Sezession“ und den Bauernhof Schnellroda Probleme mit meiner Homosexualität, meinem Kampf gg Antisemitismus, mit meinen Sympathien für Israel & USA und d. Erfolg meines Blogs haben?“ (twitter)

Als weiteren Anhaltspunkt nennt Berger die Äußerung Kubitscheks über Milo Yiannopoulos nach der Konferenz der Freien Medien in Berlin. Dieser schrieb in einem längeren Text den folgenden Satz: „So sieht der Heilsbringer aus, wenn die Welt wirklich zur allerletzten Welt geworden ist.“ Dies nimmt Berger als ein Beweis für Homophobie. Das der Verlag Antaios die Bücher der Homosexuellen Renaud Camus (Revolte gegen den grossen Austausch) und Jack Donovan (Der Weg der Männer) verlegt und letzteren auch nach Schnellroda eingeladen hat, fällt bei den Vorwürfen unter den Tisch. Auch der Vorwurf des Antisemitismus ist haltlos. So ist z.B. die Totalitarismuskritik von Hannah Arendt ein Standardwerk der Neuen Rechten. Nur das die Neue Rechte eine eher skeptische Haltung gegenüber den Vereinigten Staaten und Israel einnimmt ist eine valide Behauptung. Doch der Tweet scheint nicht zu reichen. Am 5.Juli legt David Berger in einem Artikel auf Philosophia Perennis nach. Dabei unterstellt er der neuen Rechten unter anderem den Glauben an eine „jüdische Weltverschwörung“.

Die Antwort

Schließlich lässt Kubitschek die Vorwürfe nicht länger auf sich sitzen und antwortet. Er kann die Überreaktion nich nachvollziehen und der „Antifa-Stil“ von Berger ist nicht akzeptabel. Er stellt die Frage, ob Personen wie David Berger dafür geeignet sind, in der Stiftung der AfD Einfluss zu haben.

Einen Tag später wird bei Philosophia Perennis ein geschmackloser Gastbeitrag veröffentlicht, welcher Teile der AfD in Richtung des Rechtsextremismus rückt und gegen Burschenschaften schießt.

Am 13. Juni 2019 versuchen Martin Sellner und Patrick Lenart zu schlichten, indem sie sich intellektuell mit dem Konzept der Mosaikrechten auseinandersetzen, ohne auf den Konflikt selbst enzugehen. Sie zeigen dabei, dass es auf der patriotischen Seite sowohl liberale als auch konservative Gedanken geben kann.

Doch David Berger hört nicht auf. Er schreibt in den darauf folgenden Tagen zwei weitere Texte, in denen er versucht die Neue Rechte auszugrenzen. Er fragt dabei, ob sie überhaupt diesselbe Wertebasis haben. Indirekt unterstellt er ihnen eine Demokratiefeindlichkeit.

Kubitschek verliert die Geduld

Was nun passiert, ist eine Seltenheit. Kubitschek verliert die Geduld und geht abermals auf David Berger ein. Und diesmal deutlich aggressiver. So schreibt Kubitschek unter anderem:

„Berger verdreht, wo es ihm paßt, plaudert aus, wo es ihm paßt, zwingt unter Androhung denunziatorischer Mittel in gemeinsame Fronten, wo es ihm paßt und kann vor allem die Tinte nicht halten, egal, ob es paßt oder nicht. „

Er wirft David Berger islamophobie vor und kritisiert auch die Gemeinsame Erklärung der Freien Medien zum Mordfall Lübck:

„Da will einer auch bedroht sein, in Mündungen glotzen, seinen liberal-konservativen Dauerurlaub samt Frühpension ein wenig aufgeschäumt sehen – oder was soll das sonst? Bringen wir jetzt Werbeflächen in Traueranzeigen unter?

Doch das reicht ihm nicht. Kubitschek hinterfragt, ob David Berger überhaupt ein gefestigtes Weltbild hat. Schließlich kritisiert er dessen Disziplinlosigkeit, Dekadenz und den undifferenzierten Blick auf die Massenmigration.

Was war los?

Aus der Position des externen Beobachters bleiben wir verblüfft zurück. Mit den nach außen sichtbaren Informationen ist der Konflikt nicht nachvollziehbar. Haben wir keine wichtigeren Probleme? Oder sind hier gerade AfD-Konflikte über die Erasmusstiftung aus der Partei herausgetragen worden? Gibt es neben der öffentlichen noch eine private Seite des Konflikts?

Schauen wir uns noch einmal den vermeintlichen Auslöser an. Es ist gut möglich, dass es Twitterkommentare gab, die unter die Gürtellinie gingen. Es gibt auch das Phänomen der edgy Internettrolle, die mit ihrer Ablehnung von Homosexualität provozieren wollen. Aber der Versuch, aus anonymen Twitterposts eine Sippenhaft für Schnellroda zu konstruieren, ist nicht akzeptabel. David Berger hat sich nicht im geringsten mit den intellektuellen Theorien der Neuen Rechten auseinandergesetzt. Sein Stil und Verhalten war unterirdisch. Das geht garnicht. Schade ist nur, dass dieses traurige Spiel erfolgreich war und Kubitschek sich wirklich hat provozieren lassen. Das ist eigentlich nicht sein Niveau und das wäre auch nicht nötig gewesen.

Fazit

Fakt ist: Die ganze Auseinandersetzung ist peinlich und unnötig. Dabei gibt es genug Möglichkeiten, die Gruppe rund um Kubitschek und Schnellroda auf einer intellektuellen Ebene zu kritisieren. Die in der Neuen Rechten verbreitete Liberalismuskritik ist nämlich nicht perfekt. Eine solche Auseinandersetzung wäre ein Gewinn für uns alle gewesen. Das Verhalten von David Berger dagegen war jeder liberalen (ob Markt oder gesellschaftlichen) Idee unwürdig. Es wird die anonymen Kommentatoren auf Twitter nur bestätigt haben. Dabei gibt es viele mögliche Formen des Liberalismus. Es ist ein Fehler diese auf das dreiste und plumpe Verhalten von Babyboomern zu reduzieren.

Abschließend soll noch ein Aspekt des patriotischen Mosaiks beleuchtet werden: Das Mosaik definiert sich nicht nur durch eine Ablehnung der Massenmigration und einer Abgrenzung zu der „Alten Rechten“. Auch durch niederträchtiges oder asoziales Verhalten kann man aus dem Mosaik ausgeschlossen werden. Solidarität muss sich verdient werden.

Hat eine Leidenschaft für Kontrakultur, schreibt für Arcadi und verbringt zu viel Zeit im Internet.

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Ian Soutryer
Gast
Ian Soutryer

Übrigens bin ich auch von Philosophia Perennis gesperrt worden. Vor 2 Wochen hatte der PP-Autor, katholische Theologe (und AfD-Mitglied) MICHAEL VAN LAACK in einem völlig niveaulosen Artikel zu einem Rundumschlag gegen Kubitschek, Sezession, IB, Burschenschaften etc. ausgeholt, in dem er sie pauschal in NS-Nähe rückte. Gut, von Linksaußen erwarte ich so etwas, aber nicht von einem Blog, der sich als „liberal-konservativ“ beschreibt und der sich etwas auf seinen Stil zugute hält. Doch dann stieß ich eher auf Zufall auf die anonym betriebene Website AfD-WATCH, die dem Antifa-Milieu zuzurechnen ist und wo man seiner hämischen Freude über diesen Streit natürlich freien… Weiterlesen »

Frank
Gast
Frank

Darüber hinaus hat Dr. David Berger auch angefangen, zu zensieren.
Der Forist „Martin“ u. a., dessen Beiträge ich immer gerne gelesen habe, ist betroffen.

Jeder, Herr Berger, blamiert dich so gut er kann.

Armin
Gast
Armin

Berger ist meiner EInschätzung nach in dieser Szene ohnehin deplatziert. Er sucht nichts anderes als einen Hafen für seine sexuelle Verirrung, da er diese durch den Islam bedroht sieht. Damit hat er nicht unrecht, ich allerdings möchte Homosexuelle nach wie vor nich akzeptieren und tolerieren müssen; das wird jeder verstehen, der die Regnerus-Studie verinnerlicht hat. Da Berger viel erher links-liberal denkt, sollte er zu den Grünen wechseln. Das wäre ehrlicher.

Katja
Gast
Katja

Sehe ich jetzt nicht sog krass. Ich habe ein Problem mit der massenhaften Propaganda für Homosexualität. Es nervt, wenn irgendwer statt mit Leistung und Ergebnissen zu glänzen, seine sexuelle Präferenz hervorhebt.

Gilbert
Gast
Gilbert

Für mich klingt das typisch für Probleme, die entstehen, redet man übereinander statt miteinander. Auch klingt es, als glaubte Berger den Dar- und Unterstellungen der Massenmedien über die „neue Rechte“.
Allerdings glaube ich schon, dass manche Rechte ihre Richtung gelegentlich u.a. durch verlogene 50-er Jahre-Moral und unaufgeklärte Äußerungen zur Sexualität aus den Erfolgschancen katapultieren. Geschehen ist das jedenfalls schon. Inwiefern es für Kubitschek zutreffen sollte, weiß ich nicht; ich halte es für unterstellt und glaube eher nicht, dass er mit Bergers Homosexualität Probleme hat, sondern mit seinen MSM-mäßigen Angriffen.

Hendrik Marzi
Gast
Hendrik Marzi

Wenn sich Berger als hysterische, ständig beleidigte Opfertunte präsentiert, dann muß er sich nicht wundern, wenn darauf Bezug genommen wird. Etwas was ich mir bei Jack Donovan, gar nicht vorstellen kann. Aber Berger ist wohl eher Milo Fan….

pol. Hans Emik-Wurst
Gast

Katholische Denkweisen waren schon immer ungeeignet, Fragen des praktischen Lebens zu bewerten.

Wer Dekadenz, politische und religiöse Ideologien zu einem Weltbild zusammenführt, zieht sich Prellungen und Zerrungen zu. David Berger ist ein Märtyrer zwischen den Stühlen.

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