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Bücher

Rezension: 80 Thesen zur Vertreibung: Aufarbei­ten statt verdrängen

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Rund 14 Millionen Deutsche wurden 1944 bis 1948 aus ihrer angestammten Heimat in Pommern, Schlesien, West- und Ostpreußen sowie im Sudetenland vertrie­ben. Nahezu drei Millionen Menschen ka­men dabei um: ermordet, verhungert, er­froren, an Krankheiten und Entkräftung gestorben. Dieses epochale Ereignis ist weitgehend vergessen worden, obwohl je­der vierte Deutsche familiäre Wurzeln in den deutschen Ostgebieten hat. Nachdem die Erlebnisgeneration fast vollständig ab­getreten ist, verschwindet das Wissen um dieses Menschheitsverbrechen. Medien und Schulen berichten wenig über die deutschen Siedlungsgebiete und ihre politische, wirtschaftliche und kulturelle Be­deutung für Deutschland sowie über den Rechtsbruch der Vertreibung. Der US-amerikanische Völkerrechtler und Histo­riker, der jahrzehntelang als Sekretär des UNO-Menschenrechtsausschusses tätig gewesen ist, will in seinen hier vorgestell­ten 80 Thesen dem Verdrängen und Ver­gessen entgegenwirken. In ihnen be­schreibt er die historischen Fakten, zitiert die auf dem Völkerrecht beruhenden juri­stischen Normen, stellt weitergehende Überlegungen als Handlungsanleitung für Politik und Gedenkkultur an und zeigt Wege auf, wie manche Unrechtsfolgen auch 75 Jahre nach Kriegsende noch ge­heilt werden können. Es schließen sich Ka­pitel zu Geschichte und Gegenwart der deutschen Vertriebenen an. Dabei wird besonders die Wiedergutmachungspolitik von Ungarn, Estland und Serbien gewür­digt. Zum Abschluß folgt der Quellenanhang mit Sprachkarten, Entschließun­gen des Bundestages zu Vertreibung und Enteignung sowie internationalen Dokumenten und Stimmen, die ein Verbot der Vertreibung bekräftigen und ein Recht auf Heimat postulieren. Dieses Buch bietet einen kompakten Überblick über das The­ma und ist besonders gut als Lernmittel in Schulen geeignet.

Alfred de Zayas/Konrad Badenheuer. 80 Thesen zur Vertreibung: Aufarbei­ten statt verdrängen. 216 S., Pb., € 14,90. London/Berlin: Verlag Inspi­ration Un Limited, 2019.

Hagen Eichberger, Studium der Geschichte und Politikwissenschaft (M.A.), arbeitet als Medien-, Strategie- und Politikberater. Veröffentlichungen u.a. bei Die Kehre, Arcadi, DMZ und dem Webblog des Jungeuropa Verlages. Zu seinen Themenschwerpunkten gehören neben dem Bereich Sicherheits- und Militärpolitk vor allem Naturschutz und Landwirtschaft sowie das Feld "Subkulturen, Jugendszene und Querfront".

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