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Kino & Fern

Rentner, Rotwein, Refugees: „Picard“ im Review

Quelle: https://unsplash.com (gemeinfrei)

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Die Leichenfledderei Hollywoods geht weiter und nun wandelt nach dem Imperator auch Captain Picard wieder als Untoter über die Bildschirme. Ich habe mir die erste Folge angeguckt – damit Ihr es nicht müsst.

Erste Szene. Der knapp 80jährige Picard träumt, er sei wieder auf seiner alten Enterprise in der Schiffskantine „Zehn Vorne“ und spiele da mit Commander Data Poker, wie in guten alten Zeiten. Dann träumt ihm, dass plötzlich der Mars explodiere und die Enterprise mit ihm. Ein ziemlicher Albtraum.

Der Greis erwacht. Und zwar auf seinem Weingut, Chateau Picard. Er guckt aus dem Fenster. Draußen liegt sein Weinberg, Drohnen schweben darüber hinweg, versprühen irgendein Giftzeug. Mir nicht unsympathisch – zumindest ist Picard kein Ökofritze. Dann aber geht Picard erst mal zum Replikator und repliziert sich eine Tasse Earl Grey. Warum? Warum brüht er sich keinen richtigen Earl Grey und unterstützt damit seine indischen Bauernkollegen? Wahrscheinlich weil die Inder dasselbe Giftzeugs auf ihre Teefelder sprühen wie er. Da greift Picard lieber zur teuren synthetischen Variante. Typisch links, denke ich mir.

Szenenwechsel. Man sieht eine junge, weiße Frau, die bei einem guten Glas Wein mit einem Wesen flirtet, das zu 90% ein schwarzer Mann und zu 10% Eidechse ist. Sie trinken und turteln heftig, haben Fun. Sofort ist klar: Diese Frau ist Sympathieträgerin. Denn wie wir alle wissen sind weiße Frauen, die mit nicht-weißen, oder sogar nicht-menschlichen Männern anbändeln, etwas ganz besonders Erhabenes, Gutes, Schönes und Schützenswertes.

 

Doch leider ist die Szene einfach zu schön, um wahr zu sein. Die süßen Freudentränen des zuschauenden Sören über diese praktizierte Diversity verwandeln sich in bittere Tränen der Trauer, als plötzlich ein Trupp Maskierter diese multikulturelle Zweisamkeit zerstört! Sie ermorden einfach den Echsenmann mit einem Wurfmesser (?!) und bringen nicht nur ihn um, sondern auch die gute Frau um ihren One Night Stand. Und vielleicht um viele schöne, braune Echsenmenschenbabys. Damit wissen wir auch gleich, wer die Bösen sind: Denn wer einen schwarzen Echsenmann umbringt, ist nicht nur ein Mörder sondern auch noch Rassist und Spezieist (ja, das Wort gibt es).

Wir sind wieder auf Picards Schloss. Anscheinend hat er da Angestellte, die ihn mit „Sir“ anreden … was zum Teufel?!?! Ich dachte, die Föderation sei ein linkes Utopia, wo es sowas nicht mehr gibt! Oh Mann. Wie schön waren die Zeiten, als „links“ einfach hieß, für die klassenlose Gesellschaft zu sein. Aber was braucht man schon eine klassenlose Gesellschaft, wenn man Diversity haben kann, nicht wahr. Aber weiter im Text. Die beiden Angestellten, die wir kennenlernen, wirken wie zwei Verkäufer vom Bio-Stand auf dem Wochenmarkt. Wollpulli, Latzhose, Gummistiefel und irgendwie „gut“. Und natürlich weiß. Doch, und jetzt kommts: Das sind gar keine deutschen Bio-Enthusiasten! Denn sie haben aufgeklebte Wülste auf der Stirn und angeklebte Spitzohren. Und sind somit Romulaner.

Und nicht nur das, sie sind auch Flüchtlinge. Wie wir nämlich später erfahren, ist Romulus, der Heimatplanet der Remoulader, wegen einer unerwartet auftretenden Supernova (bekloppte Idee der Drehbuchautoren, denn Supernovae kommen nicht plötzlich, sondern kündigen sich Millionen von Jahren an) explodiert und die Romulaner sind evakuiert worden. Eigentlich sollte der Verlust eines einzelnen Planeten für die Romulaner ja kein Problem sein, denn schließlich, erinnern wir uns, haben die doch ihr riesiges Sternenimperium mit tausenden von Welten (Pro-Wissen: das ist das Gebiet, das hinter der „Neutralen Zone“ liegt). Aber anscheinend lassen sich Romulaner lieber vom weißen Mann retten, statt von ihresgleichen.

So kennen wir ihn, den Refugee.

Immerhin hat Picard, im Unterschied zu den Promis des 21. Jahrhunderts, ein paar Geflüchtete bei sich zu Hause aufgenommen, statt lediglich davon zu reden. Zwar nur als Lakaien, aber immerhin.

Weiter geht’s. In der nächsten Szene gibt Picard ein Fernsehinterview. Oh Jesus. Ich fand die „Föderation der Vereinigten Planeten“ ja immer schon schwul und dystopisch, aber dass sie jetzt das Fernsehen wieder eingeführt hat, erledigt sie für mich endgültig. Und das Fernsehen der Zukunft ist auch genauso so eklig wie unser jetziges. Man kann sich das Interview mit Picard so vorstellen, wie wenn der WDR Dr. Alexander Gauland interviewt. Bloß mit umgekehrten Vorzeichen, denn diesmal ist das Fernsehen gegen Refugees. Und Picard dafür. Er ist nicht nur dafür, sondern hatte sogar eine Rolle wie Merkel oder Soros bei der Umsiedlung der Romulaner in den Föderationsraum.

Die Fernsehmoderatorin behauptet nun, das ganze Evakuierungsprojekt sei wohl nicht so gut und etwas zu kostspielig gewesen, vergleicht es mit dem Bau der Pyramiden. Das streitet der Captain ab und vergleicht die Evakuierung der Romulaner stattdessen mit „Dünkirchen“. Damit meint er wohl die hastige Evakuierung der britischen Truppen aus Frankreich 1940, damit sie nicht der Wehrmacht in die Hände fallen. Freundlicher Reminder, dass Nazis immer noch das ultimative Böse sind. Das darf nicht fehlen.

Dann erfahren wir, dass Picard aus der Sternenflotte ausgetreten ist aus ähnlichen Gründen, warum Lucke aus der AfD ausgetreten ist. Die Sternenflotte war plötzlich einfach nicht mehr pro-Refugees genug. Und wir erfahren, dass die Föderation mittlerweile nicht nur rassistisch gegen Romulaner, sondern auch gegen Androiden wie Data ist. Klar, dass Jean-Luc das wütend macht, denn Data war lieb. Er hatte sich ja auch für Picard geopfert.

In der nächsten Szene sehen wir den Kapitän wieder auf seinem Weingut mit den pestizidsprühenden Drohnen. Dann taucht die junge Frau vom Anfang auf, die den Überfall auf sie und ihren Echsen-Lover unbeschadet überlebt hat. Sie gibt sogar zu, die maskierten Angreifer alle getötet zu haben („alles war voller Blut“). Daran findet Picard nichts Unbedenkliches und lädt sie erst mal zur Weinprobe ein. Am nächsten Morgen ist sie verschwunden. Und Picard findet heraus, dass „Dash“ Datas Tochter ist. Als ihr Picard das verklickert, will sie das aber nicht glauben, obwohl sie darauf eigentlich schon von allein hätte kommen können. Denn sie ist viel klüger und stärker und schneller und besser als alle anderen. Merkt sie nur nicht.

Dann kommen aber die maskierten Männer wieder, es sind Romulaner, und bringen Dash um.

Picard findet dann aber heraus, dass Androiden wie Dash immer doppelt hergestellt werden. Aus Gründen. Es muss also eine zweite Dash geben. Gibt es auch, wie wir in der letzten Szene erfahren. Sie heißt Dr. Ascher und lebt auf einem Borg-Kubus, der im eingeblendeten Text „Romulanische Rückgewinnungseinrichtung“ genannt wird. Damit endet die erste Folge „Picard“.

So. Machen wir mal ne Art Fazit. Ich gebe zu, dass ich mich freute, Patrick Stewart wiederzusehen. Ein Mann, der mit 79 wirklich noch rüstig ist und ein besserer Schauspieler als alle, mit denen Star Trek seither aufwarten konnte. Freute mich auch darüber, dass seine zweite deutsche Synchronstimme, Ernst Meincke, noch lebt. Die erste war Rolf Schult († 2013). Auch ist die Story gar nicht mal so unspannend, denn ich wüsste jetzt schon gerne, warum Romulaner nun auf einem Borgwürfel leben und ob Commander Data wiederauferstehen wird. Und ob der romulanische Biobauer schwul ist.

Aber – ich werde mir die zweite Episode trotzdem nicht angucken. Und nicht nur deswegen, weil „Picard“ vollgestopft ist mit linker Propaganda und uns, nennen wir es beim Namen, arabische Eindringlinge als gut integrierte, intelligente, arbeitsame Biobauern verkaufen will, die einen mit „Sir“ anreden.

Nein, ich gucke mir „Picard“ aus demselben Grund nicht an, warum ich mir die ganzen neuen Star-Wars-Filme auch nicht hätte angucken sollen. Ich hänge irgendwie an meinen Kindheitserinnerungen. Keine Lust mehr, mir diese weiter beschädigen zu lassen. Lieber gucke ich ein paar Folgen „Deep Space Nine“, die einzige Star-Trek-Serie, die ihren Fokus wirklich auf Abenteuer und gute Unterhaltung legte und nicht darauf, mich für die Gutmenschensekte zu rekrutieren.

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Christian Schwochert
Gast

Danke das Sie sich das angetan haben. Jetzt weiß ich schon mal, dass ich mir diesen Schund AUF GAR KEINEN FALL anschauen werde!
Diesen Artikel zu lesen hat ungefähr zwei Minuten gedauert und er hat mir eine Menge Zeit und Ärger erspart. Daumen hoch.

Christian Schwochert
Gast

Danke das Sie sich das angetan haben. Jetzt weiß ich schon mal, dass ich mir diesen Schund AUF GAR KEINEN FALL anschauen werde!
Diesen Artikel zu lesen hat ungefähr zwei Minuten gedauert und er hat mir eine Menge Zeit und Ärger erspart. Daumen hoch.

P.S.: Irgendwie hat die Kommentarfunktion auf eurer Webseite gesponnen. Vielleicht liegt es aber auch am Internet oder an meinem PC. Auf jeden Fall ist das jetzt nicht das erste Mal, dass ich diesen Kommentar sende…

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