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Meinung

Plan B: „Säxit“?

Brauchen wir einen Plan B? Und wenn ja, wie soll dieser aussehen?

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Michael Kirchberg hat in einem Gastbeitrag auf Sezession im Netz als Gedankenexperiment die Idee eines „Säxit“ in den Raum geworfen. Das heißt, dass z.B. Sachsen oder ein anderer Teil aus der Bundesrepublik herausgelöst wird. Dieser neue Staat könnte eine alternative Politik umsetzen und dadurch einen Teil der deutschen Kultur bewahren. Kirchberg beschäftigt sich also mit einem Thema, dass viele nur heimlich denken: Brauchen wir einen Plan B? Und wenn ja, wie soll dieser aussehen? An dieser Stelle sollen die Gedanken aus dem Artikel weitergeführt werden.

 

Es gibt kein Zurück

Momentan geht es in der Metapolitik darum, Bürger für Probleme zu sensibilisieren, Gedanken zu formulieren und Strukturen aufzubauen. Aber es fehlen Zukunftsvisionen. Der Traum vieler AfD Wähler in Westdeutschland, wieder in die 70er/80er Jahre zurückzukehren, wird nicht möglich sein. Wenn aber eine Zukunftsvision fehlt, wie soll eine langfristige Planung möglich sein? Können wir wirklich davon ausgehen, dass ein Optimalfall eintrifft und alle Forderungen der AfD umgesetzt werden? Die Probleme sind heute so vielfältig und stehen in Wechselwirkung miteinander, dass es auch nicht ausreichen wird, nur an einer Stellschraube zu drehen. Was soll also im viel wahrscheinlicheren Fall passieren, wenn eine alternative Politik nur in kleinen Teilen umgesetzt werden kann?

Die 6 Millionen AfD Wähler sind über Deutschland verstreut und werden somit demokratisch ausgedünnt. Da sie überstimmt werden können, ist es möglich, sie politisch beinah komplett auszugrenzen. Wir können dieses Problem auch in unseren Nachbarländern erkennen. In Frankreich haben sich 30% der Wähler für einen Politikwechsel entschieden und Le Pen ihre Stimme gegeben. Trotzdem war dies noch nicht genug. Selbst wenn es zu einer Koalition auf Bundesebene kommen sollte, werden dabei bereits die ersten Positionen aufgeweicht. Daher werden nur kleine Ziele erreichbar sein. Genau dies erleben wir in Österreich und der Koalition der FPÖ. Schließlich gibt es auch trotz einer klaren Machtverschiebung auf der politischen Ebene noch den tiefen Staat und eine durchpolitisierte Bürokratie. Dies sehen wir am Beispiel von Donald Trump.

 

Gallische Dörfer

Ein erstes Gedankenmodell wäre die Schaffung von „gallischen Dörfern“ als ein Rückzugsraum für Deutsche, die sich dem Multikulturalismus entziehen wollen. Durch die Lokalpolitik kann auf dieser Ebene bereits einiges richtig gemacht werden. Eine tief greifende kulturelle Gegenkultur ist nicht möglich, wenn alle Beteiligten nur zersplittert im multikulturellen Deutschland leben. Sie werden dazu gezwungen, ein Doppelleben zu führen. Die Kontrakultur wird damit auf einige Lebensbereiche beschränkt. Allein die Schulen werden zu einem Problem, denn die Eltern müssen fürchten, dass ihre Kinder politisch indoktriniert werden. Das auch die Eltern anderer Kinder ähnliche Vorstellungen haben und das sich dies im Leben der Kinder widerspiegelt, kann nur passieren, wenn es auch ein räumliches Zusammenleben gibt. Dieses Problem könnte durch gallische Dörfer gelöst werden. Abschließen zu dieser Betrachtung muss erwähnt werden, dass Kubitschek oder Höcke nicht grundlos in mitteldeutsche Dörfer gezogen sind. Damit wird auch der Vorwurf entkräftet, dass es sich bei dieser Strategie um eine (meta-)politische Kapitulation handeln würde.

 

Der Säxit

Auch wenn diese Überlegung auf dem ersten Blick absurd erscheint, sollten wir sie einmal genauer betrachten. Um es einfacher zu machen, werden wir uns im Folgenden auf Sachsen beschränken. Ähnliche Szenarien sind natürlich auch mit anderen Bundesländern oder sogar mehreren Bundesländern gemeinsam denkbar. Vergessen wir nicht, dass in Deutschland der Föderalismus schon immer eine große Rolle gespielt hat. Am Beispiel Österreichs können wir sehen, dass ein abgespaltener Teil des deutschen Volkes mehr politische Möglichkeiten bezüglich der Migrations- und Kulturpolitik besitzt. Die Bundesrepublik wird schließlich als eine zentralisierte Macht gegen das eigene Volk eingesetzt. Daher müssen auch Patrioten einsehen, dass es in der heutigen politischen Situation wenig Vorteile mit sich bringt, ein Großdeutschland zu fordern. Wenn die Übernahme der bestehenden zentralen Struktur nicht mehr erfolgversprechend ist, könnte der Föderalismus eine Lösung sein.

Da Sachsen mit 4 Millionen Einwohnern eher klein ist, würde dies auch nicht zwangsläufig bedeuten, dass die Bundesrepublik sich dadurch politisch stark verändern würde. Trotzdem könnte es natürlich passieren, dass Sachsen als politischen Züglein an der Waage fehlen würde. Ein unabhängiges Sachsen hätte jedoch die Möglichkeit sich politisch den Visegradstaaten annähern und durch diese Rückendeckung zu erfahren. Außerdem ist dies ein Szenario, bei dem Deutschland von dem europäischen Ausland nicht als eine Bedrohung wahrgenommen wird. Dementsprechend währe es möglich, dass auch Länder wie Polen, die den Deutschen im Allgemeinen skeptisch gegenüber stehen, eine Sezession unterstützen würden.

Doch bei all diesen Überlegungen bleiben noch viele Fragen offen: Wie viele währen zu diesem Schritt bereit? Könnte es politisch wirklich durchgesetzt werden? Und wie würde es sich auf die Wirtschaft auswirken?

 

Fazit

Bei beiden Entwürfen besteht die große Gefahr, dass die Bundesrepublik versuchen würde diese systematisch zu sabotieren. Jeder Gegenentwurf ist eine Gefahr für das bestehende System. Das heißt, in Dörfern könnten Migranten zwangsangesiedelt oder hohe Strafgelder verhängt werden. Schließlich muss sich die Kommunalpolitik dem Bund und dem Land beugen. Dazu kommt die Problematik, dass in der Regel gerade diejenigen bereit sind umzuziehen, die wenige Perspektiven haben und selbst wenige Fähigkeiten besitzen. Auch eine Abspaltung eines Bundeslandes würde vermutlich mit allen Mitteln bekämpft werden.

Abschließend sollte noch einen Blick auf die Juden und den Staat Israel geworfen werden. Auch hier wurde ein in der jüdischen Geschichte einmaliger Weg gewählt, um mit einmaligen Problemen umzugehen. Das Ziel war es einen Staat zu schaffen, um das jüdische Volk zu schützen und zu bewahren. Und auch hier merken wir: Zuerst gab es eine Vision, dann die Planung und schließlich den Staat.

Hat eine Leidenschaft für Kontrakultur, schreibt für Arcadi und verbringt zu viel Zeit im Internet.

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Karl Mann
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Karl Mann

Mir wäre das ganz recht.

Martin Landner
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Martin Landner
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