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Neue Irankrise: Droht der Dritte Weltkrieg?

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Am vergangenen Freitag begann in der Straße von Hormuz eine internationale Krise. Der Grund: Zwei Öltanker wurden angegriffen, einer davon ging in Flammen auf. Die USA beschuldigten prompt die iranischen Revolutionsgarden hinter dem Angriff zu stecken. US Präsident Trump forderte unisono mit seinem Außenminister Bolton einen Militärschlag gegen den Iran. Doch während die USA den Dritten Weltkrieg beschwören, zweifeln auch hochrangige Politiker in der EU an der amerikanischen Version der Ereignisse.

 

Von Alexander Markovics

 

Die Straße von Hormuz: Hauptschlagader der Ölexporte nach Japan und Europa

Freitag, der 14.06.2019: Aufnahmen von einem brennenden Frachter gehen um die Welt. In der Straße von Hormuz, welche als wichtige Schlagader des Ölexports nach Europa und Japan gilt, wurden zwei Schiffe angegriffen, wobei eines in Flammen aufging. Die USA beschuldigten prompt den Iran, diese Angriffe durchgeführt zu haben. Dabei hätten sie nicht ungünstiger kommen können: Denn einerseits befand sich der japanische Premierminister Abe zu dem Zeitpunkt in Teheran, um die Spannungen zwischen dem Iran und dem Westen zu entschärfen, andererseits befinden sich die Beziehungen zwischen der schiitischen Theokratie und dem Westen seit dem Ausstieg der USA aus dem Atomabkommen auf einem Tiefpunkt.

 

Ein Löschboot spritzt Wasser auf den vermeintlich angegriffenen Tanker
Foto: Tasnim News Agency

Der Westen will keine iranische Ordnungsmacht im Nahen Osten dulden

Denn seit Washington die Region mit seinen Angriffen auf Afghanistan und den Irak destabilisiert hat, präsentiert sich Teheran als Ordnungsmacht in der Region und unterstützte nicht nur Präsident Assad in Syrien in seinem Kampf gegen den Islamischen Staat, sondern auch die schiitische Miliz Hisbollah im Widerstand gegen die aggressive Außenpolitik Israels. Damit macht sich der Iran auch beim amerikanischen (sunnitischen) Verbündeten Saudi Arabien unbeliebt, der selbst seinen Einfluss im Nahen Osten stärken möchte – zur Not auch über die Unterstützung wahabitischer Terroristen in Syrien und der gesamten Region. Der gegenwärtige Konflikt im Nahen Osten ist somit nicht nur als Kampf der Regionalmacht Iran gegen den liberalen Hegemon USA zu sehen und als Widerstand des schiitischen Irans gegen das aggressiv die Region destablisierende Israel, sondern  auch im Zusammenhang des ewigen innerislamischen Konflikts zwischen Sunniten und Schiiten.

USA drohen mit taktischen Schlag gegen den Iran – droht Dritter Weltkrieg?

Für die USA ist der neueste Vorfall Grund genug einen „taktischen Schlag“ gegen den Iran durchzuführen. Dabei wollen die Vereinigten Staaten laut UN-Quellen Anlagen bombardieren, welche mit dem iranischen Nuklearprogramm in Zusammenhang stehen. Bis jetzt steht eine Bestäitgung der Meldung durch die USA aus. Sollten sich die USA zu einem solchen Schlag entschließen, würden sie zwar keinen Krieg vom Zaun reißen, jedoch die Eskalationsspirale weiter in Gang setzen. So hat der Iran angekündigt, im Falle eines Angriffes von Außen die Straße von Hormus zu sperren und Ziele im ganzen Nahen Osten anzugreifen – ein Horrorszenario für die USA und ihre Verbündeten. Schließlich haben auch China und Russland in der Vergangenheit durchklingen lassen, dass ein Kriegszug gegen den Iran eine Intervention von Peking und Moskau nach sich ziehen würde. Die Irankrise hat somit das Potenzial zum Auslöser für den Dritten Weltkrieg zu werden.

Irans Parlamentspräsident an USA: „Ihr habt auch schon eigene Schiffe für Kriegsgrund angegriffen“

Während die Stimmen in den USA auf Eskalation drängen, entgegen Trumps versprechen keine neuen Kriege zu starten, sieht die Lage in Europa anders aus. So erinnerte der luxemburgische Außenminister Jean Asselborn daran, dass die USA schon 2003 aufgrund „bewusst oder unbewusst falsch interpretierter Geheimdienstinformationen“ in den Irak einmarschiert wären. Auch Deutschlands Außenminister Maas weigerte sich, den Argumenten der USA ungeprüft Glauben zu schenken. Damit arbeitet Europa weiterhin an einer Entspannung mit Teheran, insbesondere weil es enorme wirtschaftliche Interessen in der Region hat. Irans Parlamentspräsident Ali Larijani hingegen beschuldigte die USA den Angriff selbst inszeniert zu haben und zog einen Vergleich zum Angriff auf Pearl Harbor im Zweiten Weltkrieg.

USA bellen, aber werden wahrscheinlich nicht zubeißen

Betrachtet man die Fakten, ist es unwahrscheinlich, dass die USA losschlagen werden. Donald Trumps Regierung steht von Venezuela über Syrien bis Nordkorea vor den Scherben der eigenen imperialistischen Außenpolitik. Auf allen Schauplätzen mussten die USA zuletzt Rückschläge hinnehmen, selbst die mehr als 100 Jahre geltende Monroedoktrin ist dank des Eingreifens Russlands in Venezuela Geschichte. Doch zündeln die USA weiterhin in der Ostukraine und im Chinesischen Meer, während der Wirtschaftskrieg mit Peking seinen ersten Tribut fordert. Die Provokation im Nahen Osten kommt daher für die USA daher nicht ungelegen: Schließlich werden die eigenen Verbündeten durch diese verunsichert und zum Kauf weiterer amerikanischer Waffen motiviert. Auch Europa, welches dem transatlantischen Herren zunehmend kritisch gegenübersteht, wird durch den neuen Zwischenfall gebunden und abermals zum Zaungast degradiert. Daher sollte uns der Vorfall in der Straße von Hormus beunruhigen, aber nicht in Angst und Schrecken versetzen.

Alexander Markovics ist ein patriotischer Aktivist, studierter Historiker sowie patriotischer Journalist aus Wien und Vorsitzender des Suworow Institut . Er absolviert zur Zeit das Masterstudium Geschichte an der Universität Wien.

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