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Musik

LINDSEY STIRLING – EIN WAHRER STERN AM POP-HIMMEL

Heute mal mit einer sonderbaren Künstlerin

Veröffentlicht

 

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Lindsey Stirling performing at VidCon 2012 at the Anaheim Convention Center in Anaheim, California. Please attribute to Gage Skidmore if used elsewhere. Gage Skidmore from Peoria, AZ, United States of America - Lindsey Sterling Uploaded by MaybeMaybeMaybe CC BY-SA 2.0 / Wikimedia Commons

Es sollte nicht überraschen, dass schon so mancher verdutzt guckte, als ich erzählte, dass, neben unserem Gründervater Otto von Bismarck, der ,,Godfather of Shock Rock“ – meines Erachtens der Gott des Rock n Rolls – Alice Cooper und die kleine, geigenspielende Hüpfdole Lindsey Stirling zu meinen Idolen zählen.Zweifelsohne ein eigenartiges Trio, doch eben nur auf den ersten Blick. Das sie einende Element ist ihre Sturköpfigkeit und der Konservatismus.

Während ein jeder Patriot Bismarcks Werdegang nur zu gut kennt, seien es seine jungen Tage als dauerfechtender Bierpresser oder seine späteren Zeiten als politischer Rebell und Visionär, sollte Alice Cooper, welcher es mit seiner gleichnamigen Band schaffte, die Flowerpower-Bewegung der 60er und frühen 70er Jahre in Angst und Schrecken zu versetzen, einem jeden Musikliebhaber ein Begriff sein. Doch wer ist Lindsey Stirling und was inspiriert mich an ihr?

Nun ja, zu sagen, es sei einfach ihre Art, die mich begeistert, mag zwar den Nagel auf den Kopf treffen, doch sagt es letztendlich nichts über diese aus. Sie ist ein Konglomerat positiver Eigenschaften. Sei es ihr konservativer, stark vom mormonischen Glauben geprägter Lebensstil – keine Drogen, kein Alkohol -, ihre Disziplin und Kreativität im Bezug auf ihre Musik (irgendetwas zwischen Dubstep, klassischer Musik und Pop) oder ihr Standing gegen den Diskriminierungswahn im Rahmen des feministischen „Womensmarch“ in den USA (,,[…] victim mentality, not circumstances, is usually what keeps women (and others) where they are at“). Natürlich sorgte dies direkt nach der Veröffentlichung des oben zitierten Posts am 23. Januar 2017 für einen regelrechten Shitstorm auf Twitter – wie konnte es auch anders sein.

Der Glaube an Gott spielt, wie bereits erwähnt, eine wichtige Rolle im Leben der 32 Jährigen, ohne jedoch ihren Fans ihre Überzeugungen aufzwingen zu wollen. Wahrlich erfrischend ist ihre Art der Unbefangenheit in Zeiten des kontinuierlichen, meist politischen Predigens vermeintlich erleuchteter Promis – insbesondere in unserem Land. Als Angehörige des Mormonentums sieht Lindsey Stirling ihre Aufgabe weniger in der Missionierung Ungläubiger, sondern mehr in der Hilfe verarmter Kinder und – wohl auch auf den Tod Gavis und ihres Vaters zurückzuführend – in der finanziellen Hilfe für an Krebs Leidende.

Ein weiterer Aspekt Lindseys, der mich persönlich sehr inspirierte und mich tatsächlich dazu bewegte, dem Alkohol, nach jahrelanger und intensiver Zuneigung, komplett zu entsagen, ist das erfolgreiche Überwinden ihrer einstigen Magersucht. Ein Thema, welches ihr sehr am Herzen liegt und zu dem sie sich sehr offen, auch bei ihren Konzerten äußert. Selbst der Tod ihres besten Freundes (Jason ,,Gavi“ Gaviati) im Jahre 2015 und der Tod ihres Vaters (Stephen Stirling) im Januar 2017 ließ die amerikanische Violinistin nicht rückfällig werden.

Diese Offenheit im Bezug auf ihre überwundene Magersucht und ihre innere, nach außen strahlende Stärke bewegten mich selbst dazu, offener mit meiner eigenen Altlast, dem Alkoholismus, umzugehen, sie hinter mich zu lassen und einen neuen, einen gesünderen Weg, den Weg der Abstinenz einzuschlagen. ,,Schaffe ich es, vom Alkohol wegzukommen, so werde ich mir Lindsey tätowieren“, sagte ich mir direkt nach ihrem letzten Auftritt in Hamburg am 11. März 2017. Und wie ich es schaffte. Sie war es, die mir den Anstoß gab und dafür bin ich ihr dankbar. Das sich bald darauf bemerkbar machende Gefühl des Erfolges, das von-dannen-Ziehen alkoholischer Nebelschwaden vor dem inneren Auge und die dadurch neu erlangte Freiheit meines Geistes wurden zu meiner neuen Sucht – eine Sucht, die ich nun nicht mehr missen möchte. Noch mehr freute ich mich von mir nahestehenden Menschen zu hören, dass nun ich sie inspirierte, ihre inneren Dämonen zu bekämpfen. Für mich ist dies ein Weitergeben der Flamme – vielleicht Zufall, vielleicht Schicksal. Das Tattoo? Nun, dieses ziert seit Ende 2017 die Innenseite meines rechten Oberarmes als Erinnerung daran, meinen Prinzipien und letztenendes mir selbst treu zu bleiben.

Prinzipientreue ist meines Erachtens die primäre Essenz der Authentizität eines Menschen und auch wenn viele Menschen ihre eigenen Empfindungen nur schwer in Worte fassen können, so ist es doch die Glaubwürdigkeit des Individuums, welche die Massen in ihren Bann zieht. Was ich damit meine, zeigt sich bei den Konzerten der Violinistin Lindsey Stirling. Den typischen Lindsey-Fan gibt es nicht. Ihre Kunst ist es, Menschen jeden Alters und jeder Szenenzugehörigkeit zu faszinieren. Es ist keine Seltenheit, bei Lindseys Konzerten Metalheads, Nerds, Goths, Biker, Normalos und Eltern mit ihren Kindern anzutreffen. Es ist keine Seltenheit, hartgesottene Rock n Roller mit verträumten Blick auf die Bühne starrend zu sehen und auch keine Seltenheit, Zeuge jugendlicher Verliebtheit bei Kerlen über 30 zu werden. Kein Produkt ausgeklügeltster Marktforschung könnte einem authentischen Menschen das Wasser reichen und wer das nicht glaubt, sollte sich beim nächsten Konzert selbst ein Bild davon machen.

Menschen wie Lindsey sind, wovon die Welt mehr braucht. Vorbilder, Influencer, Verkörperungen von Werten und Tugenden als Gegenkonzept zum Dauertwerken übersexualisierter RnB-Sängerinnen, als Gegenkonzept zum seelenlosen, inhaltslosen Trendmüll, der sonst die Radiosender und letztendlich auch die Jugend verpestet und sie zu stumpfen Konsumenten noch stumpferer Konservendosenmusik verkommen lässt.

Ist alte Musik besser als neue? Im Großen und Ganzen definitiv. Umso erfrischender ist es jedoch zu sehen, dass es selbst im Bereich neuer Musik einen kleinen, qualitativen Widerstand gibt, der sich – so hoffe ich – wie der politische Widerstand ausbreiten und einen Flächenbrand der Erleuchtung entfachen kann und wird. Ein leuchtender Stern am sonst dunklen Himmel ist Lindsey Stirling allemal! Kein Gutmensch, sondern ein wirklich guter Mensch, eine Inspiration, ein Vorbild!

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Anni
Gast
Anni

Danke für den guten Beitrag! Die Lindsey war mir schon immer sympatisch und ihre Art und Musik ist wirklich erfrischend und inspirierend!

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