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Menschen

Leben in der Großfamilie – geht das?

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Heutzutage sind die Familien eher klein. Meine dagegen nicht. Hier berichte ich von meinem Leben in einer Großfamilie:

Die Großfamilie

Ich habe sieben Geschwister, die im ein-zwei Jahrestakt auf die Welt gekommen sind. Als Zweitjüngste wurde ich schon nach heutigem Maßstab in eine Großfamilie geboren. Ich habe sechs Schwestern und einen Bruder.

Helfen wird selbstverständlich

Jedes Kind musste schon von klein auf im Haushalt helfen, wie z.B. in der Küche aufräumen, Wäsche waschen und Bügeln oder auch den Boden wischen. Damit wir Kinder spielen gehen konnten, half man sich. Schon in jungen Jahren schweißte die Pflicht zusammen. Heute muss meine Mama nicht mehr sagen, wer wo aufräumen muss. Durch meine Eltern haben wir Kinder Selbstständigkeit und Fleiß gelernt.

Man ist füreinander da

In meiner Schulzeit hatte ich sehr großes Glück, dass ich meine Mutter und meine älteren Geschwister hatte. Wenn ich ein Thema nicht verstanden habe, gab es mindestens eine Person, die es mir erklären konnte. Hausaufgaben und Lernen für Arbeiten wurden somit in der Gruppe erledigt. Wenn eine Person irgendwelche Sorgen hatte, wurde immer geholfen. Hier ein Beispiel: Ich wollte mit meinen Freunden Urlaub machen und hatte aber nicht das nötige Geld zur Verfügung. Meine große Schwester hat mir das fehlende Geld geliehen. Auf diese Weise konnte ich in den Urlaub fahren.

Alles eine Geldfrage?

Das Geld ist in der heutigen Gesellschaft bei Familien und gerade bei Großfamilien natürlich rar. Wir Kinder lernten früh die Sparsamkeit. Das Leben war gut, aber nicht ausschweifend. Unsere erste Lektion im Leben war, dass man nichts geschenkt bekommt in dieser Welt und für ein Bett und Essen hart arbeiten muss. Alle Kinder verstanden das und gaben sich alle Mühe, früh einer Nebentätigkeit nachzugehen, um sich auch schöne Dinge wie Urlaub leisten zu können. Nach langer Arbeit war die Freude dann besonders schön und auch verdient.

Freude durch Gemeinschaft

Freuden hatten wir sehr viele in unserer Familie. Meine Eltern haben jeweils elf Geschwister. Stand also eine Familienfeier an, kam es nicht selten vor, dass wir mit 200 bis 250 Personen in einer angemieteten Halle feierten, uns gegenseitig beschenkten, miteinander und füreinander freuten und wir uns auch austauschten. Diese Treffen waren immer ein schöner Höhepunkt im Monat.Ein besonderes Verhältnis haben wir Schwestern untereinander. Man kann sagen, wir wären eine Gruppe von besten Freundinnen, die immer zueinanderhalten.

Das Leben in einer Großfamilie ist nicht immer perfekt, aber es gibt sehr schöne Momente, die es lebenswert machen und ich habe auf jeden Fall das größte Glück in dieser Familie leben zu dürfen. Die Meinung, Großfamilien seien im 21. Jahrhundert nicht mehr möglich oder nicht lebenswert, halte ich garantiert für falsch. Ich selbst wünsche mir nichts mehr als eine große Familie mit vielen Kindern.

 

Foto: S. Hofschläger / pixelio

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