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Kino & Fern

König der Löwen ist rechts!

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Walt-Disney-Studios

Wer kennt ihn nicht? Vor 25 Jahren erschien der bisher erfolgreichste Zeichentrickfilm aller Zeiten. Zur Feier des Jubiläums wird noch dieses Jahr eine computeranimierte Neuverfilmung des Klassikers veröffentlicht. Wir nutzen diese Gelegenheit und befassen uns noch einmal mit dem Original. Denn was die Wenigsten wissen: König der Löwen ist ein Film der Kontrakultur!

Der Kreislauf des Lebens

Zu Beginn des Films werden die Tiere der Savanne gezeigt, wie sie zum Königsfelsen pilgern. Hier ist ein außergewöhnliches Ereignis geschehen. Das Kind des Löwenkönigs Mufasa ist zur Welt gekommen. Es hat den Namen Simba. Der Affenpriester Rafiki streicht in einem Ritual die Flüssigkeit einer Frucht über den Kopf des Babys. Später hält er ihn mit beiden Händen hoch und zeigt ihn der Welt. Durch das feste Ritual wird die Geburt des zukünftigen Herrschers gefeiert. Politisch gesehen handelt es sich bei der Gesellschaft in „König der Löwen“ um eine Erbmonarchie. Die spirituellen Handlungen erinnern an das Gottesgnadentum. Auch die Kindheit von Simba zeigt ein konservatives Verständnis. Die Themen Familie und Tradition werden großgeschrieben. Mufasa als Vater und König ist ein Vorbild. Der Film nimmt hier bereits eine antimarxistische Position ein. Schon 1994 reagierte die Linke gereizt. So schrieb Christiane Peitz einen Kommentar in der Zeit: „Triumpf des Willens – Disneys „König der Löwen“ feiert das Recht des Stärkeren“.

Die Tragödie

Scar, der böse Bruder des Königs, beneidet ihn um seine Herrschaft. Er plant selbst an die Macht zu gelangen. Mit einem perfiden Plan gelingt es Scar, seinen Bruder Mufasa zu ermorden. Da Mufasa zuvor Simba vor der Stampede gerettet hat, behauptet Scar, dass Simba Schuld an dem Tod seines Vaters wäre. Damit überzeugt er Simba davonzulaufen. Scar rät ihm, nie wieder zurückzukehren. Die Manipulation einer Person, indem  Schuldgefühle bei ihr auslöst werden, ist auch heute in der Politik weit verbreitet. Wer glaubt eine Schuld auf sich geladen zu haben, dem fällt es schwer Widerworte zu geben. Mit Sätzen wie: „Wir mit unserer Vergangenheit“, „Wir exportieren Waffen“ oder „Wir beuten die Dritte Welt aus“ wird den Bürgern ein schlechtes Gewissen eingeredet. Schließlich lassen sie sich wehrlos am Nasenring durch die politische Manege führen. König der Löwen macht deutlich, dass diese Art der Manipulation das Werkzeug des Bösen ist.

Hakuna Matata

Simba verlässt seine Familie und Heimat. In seiner Verbannung trifft er auf Timon und Pumbaa, die seine Freunde werden. Mit ihrer Hilfe gelingt es seine Trauer abzulegen und sie haben jede Menge Spaß zusammen. Sie albern herum. Dieses Lebensgefühl beschreiben Timon und Pumbaa mit dem Begriff „Hakuna Matata“, was auf Deutsch so viel wie „alles in bester Ordnung“ heißt. In dieser Situation beginnt Simba seine eigene Vergangenheit und seine Bestimmung zu vergessen. Auch wenn „Hakuna Matata“ seine Berechtigung hat, so ist es doch als ein Sinnbild der Konsum und Spaßgesellschaft zu sehen. Es geht um verantwortungsloses Herumblödeln, wie es Kinder eben tun. Doch in unserer heutigen Zeit bleiben auch viele körperlich Erwachsene in dieser Phase hängen. Es gelingt ihnen nicht auch geistig erwachsen zu werden. Sie verbringen die Tage mit Computerspielen und Fernsehserien. Es fehlt ihnen ein Ziel im Leben. Sie wissen nicht mehr, was von ihnen erwartet wird.

Du hast vergessen, wer du bist!

In dieser Situation bekommt Simba noch einmal Hilfe durch den Affen Rafiki. Dieser sagt ihm, sein Vater wäre noch am Leben und er könne ihn zu ihm führen. Darauf folgt eine starke Szene: Er bringt Simba zu einer Wasserstelle und zeigt ihm das eigene Spiegelbild. Durch diese symbolische Handlung lernt Simba, dass sein Vater ihn im steckt. In einer Vision in den Wolken kann er nun mit seinem Vater sprechen. Dieser erklärt er ihm, dass er endlich wieder wissen muss, wer er ist. Die Szene endet mit den Worten: „Du musst dich wieder daran erinnern. Erinnere dich.“

Genau diese Vergessenheit der eigenen Identität ist ein großes Thema unserer Zeit. Die meisten Deutschen haben vergessen, woher sie kommen und wollen es auch nicht wissen. Es ist ihnen unangenehm und sie haben Angst. Simba dagegen fasst den Mut, sich seiner Vergangenheit zu stellen, vor der er so lange weggelaufen ist. Damit akzeptiert er die Verantwortung, die sich aus seiner Identität ergibt.

Es ist davon auszugehen, dass die Macher des Films bei diesem Thema zuerst an die Afroamerikaner gedacht haben. Denn auch diese haben mit einer fehlenden Identität zu kämpfen. Heute trifft die Aussage aber auf die gesamte westliche Welt zu. Da in König der Löwen auch keine Menschen vorkommen, lassen sich die Aussagen des Films problemlos übertragen.

Verantwortung

Als Simba zurückkehrt, wird die Zerstörung deutlich, die sich in seiner Abwesenheit ereignet hat. Die schöne Landschaft ist einer trostlosen Einöde gewichen. Damit wird deutlich, dass die Welt aus dem Gleichgewicht geraten ist. Simba ist nicht seiner Bestimmung nachgekommen.

Er stellt sich schließlich Scar und kann diesen besiegen. Nach dem Triumph kommt es zu einem Zeitsprung. Die Wiesen sind wieder grün, das Land hat sich erholt. Abermals pilgern die Tiere zum Königsfelsen. Simba hat einen Sohn. Der Kreislauf des Lebens beginnt von neuem.

Gerader der Kreislauf des Lebens macht den Film wirklich konservativ. Er steht für die Anerkennung der eigenen Natur. Zu akzeptieren, dass wir nicht der Mittelpunkt der Welt sind. Wir sind das Bindeglied zwischen gestern und morgen. Wir treten in die Fußstapfen unserer Vorfahren und hinterlassen die Welt unseren Kindern.

Hat eine Leidenschaft für Kontrakultur, schreibt für Arcadi und verbringt zu viel Zeit im Internet.

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