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Kino & Fern

Gute Präsidenten – Gute Filme?

Kommt mit auf eine kleine Reise durch die Welt der 80er Filme.

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Haben Staatsoberhäupter Einfluss auf die Filmkultur? Oder zeigt die Filmkultur, wie das Staatsoberhaupt ist? Diese auf den ersten Blick abstrusen und trivialen Fragen zeigen die enge Verknüpfung von medialem Mainstream, Zeitgeist und Politik. Ich möchte daher versuchen am Beispiel des 40. Präsidenten der USA, Ronald Reagan aufzuzeigen inwieweit diese Begriffe verknüpft sind und sich in den Hollywood-Produktionen aus Reagans Amtszeit niedergeschlagen haben. Ronald Reagan bietet sich für diese Fragestellung besonders an, weil er selbst einmal Schauspieler war und in seiner Amtszeit in den 80er Jahren viele Filme produziert wurden, die heute als Kultfilme gelten.

Präsident Reagan

Präsident Reagan

Zunächst einmal muss Ronald Reagan politisch und kulturell eingeordnet werden. Ronald Reagan war quasi der Fleisch-gewordene American Dream.  Aus einfachen Verhältnissen stammend hatte er erst studiert und war dann über Sportberichterstattung zu immer größeren Rollen aufgestiegen und war ein fest etablierter Darsteller, der vor allem prinzipientreue und elegante Rollen verkörperte. In der Schauspielergewerkschaft sammelte er erste politische Erfahrungen und bekannte sich schließlich Anfang der 1960er Jahre zum Konservatismus.

Arnie, Sly und Clinti

Im Laufe der nächsten zwanzig Jahre folgte der politische Aufstieg zum Gouvernor von Kalifornien und schließlich am 20. Januar 1981 die Vereidigung als 40. Präsident der Vereinigten Staaten. Nur ein Jahr später debütierte ein muskelbepackter Gendarmen-Sohn aus der Steiermark im Low-Fantasy Film als ,,Conan der Barbar“. Mit diesem Film legte Arnold Schwarzenegger den Grundstein zu seiner Karriere als Ein-Mann-Armee mit einem Körper, wie aus Marmor gehauen und (wie böse Zungen behaupten) wenig schauspielerischen Fähigkeiten. Mit diesem Image betreibt er eine der längsten und fruchtbarsten Karrieren, die Hollywood und das Action-Genre gesehen haben und auch wenn mittlerweile die Muskeln schlaffer und der Haaransatz höher werden liefern Filme mit ,,Arnie“ nach wie vor solide Einspielergebnisse.conan_hollywood_wax_museum

Zur selben Zeit konnte ein kleiner, aber nicht minder muskelbepacker Italo-Amerikaner den Grundstein zu seiner mittlerweilen Kult-Reihe legen. Silvester Stallone hatte sich durch das Boxer-Drama ,,Rocky“ bereits 1976 einen Namen gemacht. Im Jahre 1982 schuf er dann einen ebenso Action-reichen, wie gesellschaftskritischen Film, in dem der von der Gesellschaft geächtete Vietnam-Veteran John Rambo die Missachtung und Undankbarkeit nicht mehr hinnimmt und schließlich nicht die ,,Hearts and Minds“ gewinnt, sondern Kugeln hineinjagt.

,,Und es kam ein Mann auf einem fahlen Pferd und sein Name war Tod…(Pale Rider, 1985)“ und dieser Mann war Clint Eastwood. Er hatte sich sein Image als wortkarger „erst-schießen-dann-fragen“-Star schon sehr früh in den eher links-geprägten Italo-Western erarbeitet. Auch die ikonenhafte Figur des Dirty Harry ging 1983 bereits in den vierten Teil der Reihe, doch auch in den 80er Jahren hat Clint Eastwood noch einige Kult-Filme produziert. Ob als  zynischer Revolverheld in „Pale Rider“, eisenharter Ausbilder in „Heartbreak Ridge“ oder mürrischer Polizist in „Der Wolf hetzt die Meute“, stets brilliert der, sich selbst als libertär bezeichnende, Eastwood als Charakterdarsteller, dem man ansieht, dass er sich bei den Filmen etwas gedacht hat.

Die goldene Ära des konservativen Kinos

Diese drei ausgewählten Schauspieler stehen exemplarisch für das goldene Zeitalter des konservativen Kinos.  Alle genannten Schauspieler unterstützen regelmäßig konservative Präsidentschaftskandidaten der republikanischen Partei und zwei hatten sogar hohe politische Ämter inne , der eine als „Gouvernator“ , der andere als Bürgermeister einer ehemaligen Hippie-Gemeinde. Die von ihnen bis heute produzierten Filme sind konservatives Kino par excellence. Stets verkörpern die Helden Ideale, wie Männlichkeit, Mut, Geradlinigkeit und Patriotismus. Dabei sind die Filme stets unterhaltsam und keine Selbstbeweihräucherung des Regisseurs. Wenn der Film eine politische Botschaft hat, so regt er zum Nachdenken an und will nicht mit erhobenem Zeigefinger den Zuschauer belehren, wie es linke Dramen wollen.

Die Action-Filme der 80er Jahre sind stets ehrliche Filme, deren primäres Ziel die Unterhaltung ist und nicht die Erziehung der Zuschauer. Doch auch Kult-Komödien, wie „Ghostbusters“, „die Geister, die ich rief“, „Kopfüber in die Nacht“ oder „Die Reise ins Ich“ bestechen durch Charme, Witz und Unterhaltung, während heutige Komödien deutlich den kultur-marxistischen Stempel des linken Zeitgeistes tragen. Entweder sind es niveaulose Fäkalwitze, oder Anti-Diskriminierungs-Remakes von erfolgreichen Filmen, wie etwa der gender-gerechte Abklatsch von Ghostbusters.

Die letzten Leinwand-Helden

Zum Glück beliefern uns die weiter oben genannten Schauspieler noch immer mit klassischen „Schieß-Schieß-Haue-Haue“-Filmen, wie meine bessere Hälfte sie nennt, die aber nun eher eine Hommage an die alten Zeiten sind, wie die aktuellen Action-Filme von Arnie und Sly, oder der intellektuelle Anspruch der Filme ist gestiegen, wobei sie nicht an Unterhaltungsniveau eingebüßt haben, sondern eher an Budget für Explosionen, wie etwa die neueren Filme von Clint Eastwood. Zu hoffen bleibt daher, dass uns die letzten Helden der Filmbranche noch lange erhalten bleiben, oder dass sich würdige Nachfolger finden, die Unterhaltung machen wollen, und nicht Pädagogik.

Foto Rambo: Link

Foto Reagan: gemeinfrei

Foto Conan: Link, CC BY 2.0

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