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Politik

Greifswald: Ernst Moritz Arndt Universität streicht Namen!

Die Aktion der Uni ist ja mal gar nicht cool…

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An der Uni Greifswald wurden Studentenproteste angekündigt

In den vergangenen Tagen beschloss der Senat der Ernst Moritz Arndt Universität Greifswald, dem Namenspatron Ernst Moritz Arndt zu entsagen und sich fortan nur noch Universität Greifswald zu nennen. Ein ähnlicher Versuch war bereits 2010 gescheitert, nun wurde jedoch den stärker werdenden Vorwürfen nachgegeben.

Was hat Arndt überhaupt verbrochen?

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Arndt

Als Begründung für die erneute Abstimmung wurde genannt, dass Ernst Moritz Arndt als patriotischer Schriftsteller und Freiheitskämpfer die Universität nicht mehr repräsentiere, da sie als fortschrittlicher und internationaler Studienort gelten will. Zudem sei der Name bei den Studenten und Universitätsangehörigen zu umstritten. Die sich wiederholenden Vorwürfe von linker Seite klingen hölzern und abgedroschen: Arndts Werke und Schriften seien antisemitisch und nationalistisch und passen nicht zu einer weltoffenen, toleranten und bunten Gesellschaft. Da stellt sich die Frage, wo wir landen, wenn jede Person aus einer Zeit öffentlich geächtet wird, die mit dem Antisemitismus eine zu ihrer Zeit verbreitete und gesellschaftlich anerkannte Haltung vertrat – man denke nur an Martin Luther, der die Kirche und die Gesellschaft vor 500 Jahren grundlegend reformierte und ohne den unsere Gesellschaft heutzutage zweifelsohne eine andere wäre, der aber ebenfalls als Antisemit gehandelt wird.

Wer ist dieser Ernst Moritz Arndt überhaupt und wofür stand er?

Ernst Moritz Arndt, geboren 1769 auf Rügen in Vorpommern, galt als bedeutender Autor der Befreiungskriege, der mit seinen Schriften gegen das Großmachtstreben Napoleons, die ihn ins Exil trieben, einen Grundstein für seine spätere Unterstützung der Ziele der deutschen Nationalbewegung setzte, die in ihrer Entstehung und in ihrem Werdegang im 19. Jahrhundert immer wieder Opfer von Repressalien wurde. Er stand für ein geeintes Deutschland, ein Ende der innerdeutschen Konflikte, eine allgemeingültige und demokratische Verfassung, Freiheit der Rede und das Ende des Feudalismus ein. All diese Werte sind grundlegende Bestandteile unseres heutigen Staates, aber keineswegs selbstverständlich, auch wenn dies gerne vergessen wird. Arndt kämpfte stets gegen die Unterdrückung unliebsamer Meinungen und erlitt im Zuge dessen viele persönliche Nachteile, die ihn jedoch nicht am Einstehen für seine Ideale hinderten.


Gerade in den neuen Bundesländern, wo die Spuren der Teilung nach dem zweiten Weltkrieg immer noch zu spüren sind, birgt der von Arndt vertretende Wert der deutschen Einheit noch eine ganz andere Bedeutung. Er erinnert uns daran, dass auch heutzutage eine Einheit Deutschlands nicht als selbstverständlich anzusehen ist und es immer noch wichtig ist, für eine Meinungs- und Pressefreiheit einzustehen. rubenowplatz_greifswald1

Das Volk wurde – wieder einmal –  nicht gefragt.

Eine ideologische Deutungshoheit über die Geschichte und Werte unserer Nation führt zu einer Empörungskultur, die von linken Studenten angeführt wird, aber vor allem eins vergisst: das Volk nach seiner Meinung zu fragen. Es wird eine Entscheidung über den Namen einer Universität gefällt, die die Geschichte und das Stadtbild der Hansestadt Greifswald entscheidend prägt, ohne die Bürger dieser Stadt hinzuzuziehen. Berechtigterweise stößt die Entscheidung nicht nur bei älteren Greifswaldern, sondern auch bei einigen Studenten und in ganz Mecklenburg-Vorpommern nicht nur auf Begeisterung. Ernst Moritz Arndt als einer der bekanntesten Menschen aus Vorpommern wird als verwerflich, schlecht und gar verachtenswert dargestellt und ganz nebenbei wird für die Umbenennung der Universität jede Menge Geld im sechsstelligen Bereich ausgegeben, welches in einer strukturschwachen Region ganz sicher anderswo besser aufgehoben wäre.

Der große Widerspruch des Ganzen: Obwohl Ernst Moritz Arndt ein aufrichtiger Freiheitskämpfer war, beging er den Fehler, dass seine freiheitlichen und patriotischen Schriften heutzutage von linker Seite als ausgrenzend und nationalistisch ausgelegt werden. Erneut werden durch eine ideologisch linke Intervention Personen der deutschen Geschichte als verachtenswert und schlecht dargestellt, die eigentlich für das kämpften, was wir alle heute in unserer Nationalhymne singen: Einigkeit und Recht und Freiheit.

An der Entscheidung für den Wegfall des Namens der Greifswalder Universität wird vor allem eines deutlich: dass der Einsatz für Freiheit, aufrechten Patriotismus und gegen eine einseitig geprägte Deutungshoheit und Unterdrückung der eigenen Kultur und Geschichte, den Ernst Moritz Arndt und viele seiner Zeitgenossen begannen, auch heute noch nicht zu Ende ist.

 

Abschließen möchte ich diesen Artikel mit einem Zitat von Ernst Moritz Arndt:

„Auch die Freiheit ist nicht ein leerer Traum. Da ist Freiheit, wo du ohne äußeren Zwang dem König und der Obrigkeit gehorchst, wo du in den Sitten und Weisen und Gesetzen deiner Väter leben darfst, wo keine ausländischen Henker über dich gebieten und keine fremden Treiber dich treiben, wie man das Vieh mit dem Stecken treibt. Dieses Vaterland und diese Freiheit sind das edelste Gut, das ein guter Mensch auf Erden besitzt und zu besitzen begehrt.“

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