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Kino & Fern

Freiheit, Brumm, Brumm, Brummmmm! 50 Jahre Easy Rider

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Weihnachten 1969, also vor 50 Jahren, kam in der Bundesrepublik „Easy Rider“ in die Kinos. Handlung ist in etwa diese: zwei vom Schmuggel von Kokain lebende Typen (Peter Fonda und Dennis Hopper), gekleidet in für die damalige Zeit exzentrische Klamotten, touren auf protzigen, umgebauten Motorrädern durch das ländliche Südamerika. Ihr Aussehen und Verhalten kommen bei der lokalen Bevölkerung, den „Rednecks“, gelinde gesagt, nicht besonders gut an: Erst wird ihnen die Übernachtung in einem Hotel verwehrt. Dann werden sie aus vorgeschobenen Gründen verhaftet. Dann werden sie schwer verprügelt. Und schlussendlich: erschossen. Meines Erachtens ein ziemlich konstruiertes Opfernarrativ; nicht besonders realistisch, selbst für damals nicht. Obwohl ich zugeben muss, dass Peter Fonda als Person, Frieden seiner Asche, auch in mir Aggressionen hervorruft:

 

Untertitel des Filmes ist „A man went looking for America and couldn’t find it anywhere“. Was hier mit „America“ gemeint ist, ist das Land der Freiheit, der unbegrenzten Möglichkeiten. Die Message dahinter ist recht eindeutig und lässt wenig Raum für Interpretationen: „Amerika ist gar nicht das Land der Freiheit. Denn diese zwei Motorradfahrer lebten Freiheit aus und wurden dafür umgebracht.“

 

Den Einfluss dieses Streifens auf die Babyboomer-Generation kann man gar nicht hoch genug einschätzen. Nicht nur, dass Easy Rider eine komplett neue Kultur für sie erschuf – nämlich in Gruppen auf grotesken, überteuerten Motorrädern von geringer Verarbeitungsqualität sinn- und ziellos durch die Gegend zu fahren und dabei so zu tun, als sei man in diesem Film.

 

Nein, er trug auch wesentlich dazu bei, die Bedeutung des Begriffes „Freiheit“ zu verändern: Freiheit hieß in Amerika einst, im Sinne der Gründerväter, so etwas wie „Recht, Land zu besitzen, keine Leibeigenschaft, Recht zu wählen, Recht auf freie Meinungsäußerung, Recht auf Waffenbesitz.“

 

Freiheit im Sinne von Easy Rider bedeutet hingegen: „In den Tag hinein leben, mit Drogen handeln,  Drogen konsumieren, freien Sex haben, Prostituierte mieten und ohne Helm auf lauten Angeberschüsseln durch die Wallachei brettern, ohne Rücksicht darauf, ob man damit womöglich Einheimische provoziert.“

 

Und diese Freiheit auszuleben, insinuiert der Film, sei das wirklich Erstrebenswerte. Der eigentliche Sinn des Lebens. Wie sehr diese Art Freiheitsverständnis auch bei uns in Deutschland Fuß gefasst hat, kann man exemplarisch an einem Liedtext des Boomers Marius Müller-Westernhagen sehen:

 

Freiheit (1989)

Alle, die von Freiheit träumen
Sollen’s Feiern nicht versäumen
Sollen tanzen auch auf Gräbern

Freiheit, Freiheit

Ist das einzige, was zählt …

Freiheit bedeutet also, möglichst viel zu feiern. Und einen Dreck auf Sachen wie „Totenruhe“ zu geben. Aha. Wenn die USA fremde Länder bombardieren, um diesen zu mehr Freiheit zu verhelfen, oder wenn westliche Politiker Ländern wie Iran, China, Polen, Russland ihre Unfreiheit ankreiden, dann ist es genau dieser vage Begriff von Freiheit, den sie dabei im Sinn haben. Eine Freiheit, deren eigentlichen Sinn und Zweck sie niemals wirklich erklären könnten. Die aber dennoch das Wichtigste überhaupt ist. Das einzige, was zählt.

 

Das Wort „Freiheit“ ist ein politischer Kampfbegriff. Seine Bedeutung ändert sich stets; je nach dem, welches Ziel die Mächtigen damit gerade verfolgen: Man selber, also der „Gute“, steht für die Freiheit. Und die politischen Gegner sind selbstverständlich Feinde der Freiheit. Und klar, Feinde der Freiheit darf man natürlich mit gutem Gewissen bekämpfen. Bei den Kommunisten heißt „Freiheit“: die Freiheit von Privatbesitz und Klassengesellschaft. Und das legitimiert den Kampf gegen die Kapitalisten. In Deutschland bedeutet „Freiheit“ derzeit: offene Grenzen, Multikulti und LGBTQ. Und das legitimiert den Kampf gegen, naja, uns.

 

Hier kommt mal meine Definition von Freiheit:

 

  • Freiheit, in einem sicheren Land zu leben, das seine Grenzen schützt
  • Freiheit, nicht die Ersetzung der eigenen Kultur durch fremde Kulturen subventionieren zu müssen
  • Freiheit von einem Medienkartell, das einem einredet, man sei schuld am Elend der Welt

 

Und nicht zuletzt:

 

  • Freiheit, nicht von lauten Rentner-Motorradbanden belästigt zu werden, die glauben, sie seien „Easy Rider“

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