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Kontrakultur

Filmreview: Kill Me Today, Tomorrow I’m sick

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Kill Me Today, Tomorrow I‘m Sick! ist ein deutscher Film – das mag die meisten jetzt abschrecken, was verständlich ist. Deutsche Filme kennt man als so albern, dass es peinlich wird, auf einem geistigen Niveau das mindestens genauso peinlich ist und dann noch dieses möchte gern Intellektuelle Getue – was vielleicht das Peinlichste wäre – wenn da nicht die grausige Verwirklichung sogenannter „Schauspieler“ wie Till Schweighöfer, Til Schweiger oder Elyas M‘Barek wären. Wenn man Meisterwerke wie Fack Ju Göhte bestaunt hat, bekommt man doch dieses dringende Bedürfnis, jeder dahergelaufenen Kindergartenaufführung vom Krippenspiel den Oscar zu verleihen. Und doch sollte man sich diesen deutschen Film auf gar keinen Fall entgehen lassen. Nicht nur weil man den Schauspielern bei ihrer Arbeit zuschauen kann, ohne aggressiv zu werden, sondern auch weil man diesen Film auch tatsächlich als Film bezeichnen kann und nicht als Mainstream-Propaganda-Werbespot.

Denn Kill Me Today, Tomorrow I’m Sick! spricht aus, was sich sonst kein anderer zu sagen traut, sieht Themen aus einer Sichtweise von der sie nicht mehr betrachtet werden und beschäftigt sich mit der Realität wie sie ist und nicht wie Mutti und Co. sie gerne hätten. Der Film spielt im Jahr 1999 im Kosovo – erfrischend für die, die „Flüchtlingskrise“ und „Klimawandel“ nicht mehr hören können. Nach dem Krieg zwischen den Serben und den Albanern wütet der Hass zwischen den beiden Parteien noch weiter, weshalb westliche NGOs sich berufen fühlen, riesige und teure Hilfsaktionen zu starten. Anna gehört zu der NGO OSZE und kommt in das Krisengebiet, mit der Mission, freie und demokratische Medien aufzubauen. Ein sicherlich guter Zweck, aber wenn das so einfach wäre, hätte das sicher schon jemand gemacht. Dort angekommen wird Anna und der Zuschauer mit der bitteren Realität konfrontiert. Die Hilfsaktionen der NGOs sind nicht so sozial und hilfreich wie man uns immer erzählt, wenn die Politiker uns auffordern unser hart verdientes Geld in ferne fremde Länder zu spenden. Dort sind Korruption und Lügen an der Tagesordnung, aber alles natürlich politisch korrekt, denn darauf kommt es ja schließlich an.

Man ist es nicht gewohnt und kann es gar nicht glauben, aber es ist wahr: dieser deutsche Film ist anders als die anderen. Er ist nicht Mainstream-konform, sondern er richtet sich gegen das Establishment. Er kritisiert die Gutmenschen, statt sich bei ihnen einzureihen. Und wen das noch nicht überzeugt,dem sei geraten, sich mal die Besetzung genauer anzuschauen, denn dort wartet eine Überraschung: niemand Geringeres als Henryk M. Broder und Joachim Steinhöfel haben in diesem Film mitgewirkt. Das ist wahrscheinlich auch der Grund, warum kaum jemand seine Premiere Anfang des Jahres mit bekommen hat, weil bekannte Kinoketten wie Cinestar den Film nicht zeigen wollten. Und es ist wahrscheinlich auch der Grund, weshalb es Jahre gedauert hat, den Film zu drehen, weil kaum einer solche Filme fördern möchte. Trotzdem hat er es irgendwie doch an dem Mainstream vorbei ins Kino geschafft, wenn auch nicht in besonders große. Nur kam dann Corona, niemand durfte und wollte mehr ins Kino und man musste sich neu orientieren. Jetzt kann man sich den Film auf DVD und online anschauen und dort sollte man ihn auf jeden Fall unterstützen, damit der erste deutsche Anti-Establishment-Film unserer Generation nicht der letzte bleibt.

Hier geht es zum Film.

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