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Kino & Fern

Filmbesprechung: 1917

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Es ist der 6. April 1917 – der erste Weltkrieg währt nun schon drei Jahre. Die Belastungen sind unmöglich, die Zahl der Opfer unvorstellbar und ein Ende nicht in Sicht. Die Deutschen haben scheinbar Teile ihrer Front aufgegeben und sich an die Siegfriedstellung zurückgezogen. Das von Colonel Mackenzie (Benedict Cumberbatch) geführte Bataillon rückt vor. Das britische Oberkommando glaubt allerdings, daß es sich hier um eine Falle handelt – ein Kontakt des Battaillons ist aufgrund der zerstörten Kommunikationskanäle unmöglich. Die jungen Soldaten Lance Corporal Tom Blake (Dean-Charles Chapman) und Lance Corporal William Schofield (George MacKay) erhalten deshalb einen Auftrag, der über das Leben von 1600 Mann entscheidet, darunter das des Bruders von Corporal Blake – sie sollen den Befehl zum Abbruch des Angriffs übermitteln; zu zweit um möglichst wenig Aufmerksamkeit zu erregen. Die Zeit drängt – erreichen sie nicht rechtzeitig ihren Kameraden, laufen diese in den sicheren Tod.

Mittendrin statt nur dabei

Der Weg durch die verlassene Frontlinie lässt einen unentwegt bangen. Die Gefahren sind ungewiß und es könnte hinter jeder Ecke der Feind lauern. Durch die einzigartige Dreharbeit des optisch einzelnen, ununterbrochenen Schnittes fühlt man sich unmittelbar in das Schlachtfeld versetzt. So wird man vom stillen Beobachter zum Teil des Lichtspiels – von der ersten bis zur letzten Minute. In Zeiten von unerträglich oberflächlichen und hyperaktiven Streifen wie „Star Wars: Der Aufstieg Skywalkers“ und dem tausendsten Superhelden-Film ist die entschleunigte und wirklichkeitsnahe Drehweise von „1917“ eine willkommene Abwechslung. Durch das endlos verweilende Bild verfällt man in eine Art konzentrierte Rastlosigkeit, durch die der Film seine volle Wirkung entfaltet. Man ist gefesselt und selbst die Ruhepausen geben einem das unangenehme Gefühl, das im nächsten Moment etwas passieren könnte. Durch die begrenzte Kameraperspektive und die Nähe zu den Protagonisten kann man die Bedrohung meist nur vermuten. Es bleibt auch immer wieder unklar, ob sich die deutschen Truppen wirklich zurückzogen, oder ob hinter der nächsten Anhöhe ein Scharfschütze wartet.

Packend, gefühlvoll und lebensnah

Die Handlung von „1917“ kommt ohne die gängigen Klischees aus Hollywood-Filmen daher – viel Lärm und moralinsaure Gut-Böse-Darstellungen sucht man hier eher vergebens. Die Charaktere verhalten sich für ihre Zeit nachvollziehbar und authentisch, das Schauspiel ist durchwegs gelungen und überzeugend. Ruhige und gar poetische Stellen wechseln sich mit dramatischen und spannenden Abschnitten ab. Die bedrohlich wabernde und manchmal träumerische Filmmusik unterstreicht die Abschnitte in passender Weise und wird gezielt für besondere Momente zum Einsatz gebracht. Hier erwartet einen weder eine propagandistische Verklärung, noch ein pazifistisches Lehrstück wie „Im Westen nichts Neues“ sondern eine nüchterne, wenngleich dramatische Abbildung der Wirklichkeit des Krieges.

Text: Thomas Deutscher

 

 

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