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Meinung

Eine Strategie für Rechts

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In diesem Artikel möchte ich die Früchte aus der Strategiedebatte zwischen Martin Sellner und Outdoor Illner ernten, weiterverarbeiten und mit eigenen Ideen anreichern. Dabei möchte ich möglichst konkret bleiben.

Widersprüche aufzeigen

Wir müssen die Widersprüche des Linksliberalismus immer wieder aufzeigen. Das sind z.B.:

  1. Islam vs Liberalismus – Entweder können können wir uns Liberalismus, Aufklärung und die Rechte des Individuums einsetzen (Frauenrechte, etc..) oder den erzkonservativen Islam als kulturelle Bereicherung feiern.
  2. Demokratie vs Linksliberalismus – Entweder ist das System eine echte Demokratie, wo alle Seiten vertreten sind oder ein Ideologiestaat, der sich durch den „Kampf gegen Rechts“ definiert und diese somit nicht an der Demokratie teilhaben lässt.
  3. Menschenrecht vs Völkerrecht – Entweder kann jedes Individuum selbst bestimmen, wo und wie es leben möchte und dies muss im Zweifel durch imperialistisches Eingreifen sichergestellt werden, oder aber die Völker bestimmen selbst über ihr Schicksal.
  4. Historische Verantwortung vs Antipatriotismus – Entweder können wir nicht Stolz auf Dinge sein, die wir nicht selbst gemacht haben, oder aber wir haben als Volk eine besondere historische Verantwortung.

Diese Liste ließe sich natürlich noch weiter fortsetzen. Es handelt sich um Spannungen, die unser herrschendes System nicht auflösen kann. Das ist auch wenig verwunderlich, denn der Linksliberalismus ist ein System der moralischen Erpressung, dass immer flexibel das Narrativ heraussucht, das ihm gerade nützt. Genau dies muss den Bürgern bewusst werden. Dementsprechend können die oben genannten Punkte immer verwendet werden, um unparteiische zum Nachdenken anzuregen.

Keine totale Konfrontation

Unser Konflikt gegen den Mainstream ist ein Kampf „David gegen Goliath“. Wir sind auf allen Ebenen unterlegen. Daher müssen wir klug vorgehen und die Schwächen des Gegners ausnutzen. Der Linksliberalismus ist eine Ideologie, der die Anhänger wie NPCs programmiert. Das macht ihn unflexibel und berechenbar. Er reagiert nicht klug, sondern wie ein Automatismus.

Wir dürfen uns daher nicht in eine totale Konfrontation mit dem Mainstream begeben, sondern uns stattdessen eine Gegenöffentlichkeit und Freiräume schaffen. Im direkten Konflikt sind wir unterlegen. Ein „Repressionsakzelerationismus“, wie ihn Martin Sellner vorschlägt, kann nicht funktionieren, weil unsere Reichweite zu gering ist. Wir können dem Durchschnittsbürger nicht erreichen und dementsprechend auch nicht zeigen, wenn uns Unrecht zugefügt wird. Das unterscheidet uns von Protestbewegungen der Vergangenheit, die Repressionen zu ihrem Erfolg nutzen konnten.

Ich nehme hier die Metapher eines Kampfsportlers. Wir müssen locker und bereit sein. In sicherer Distanz zu unserem Gegner stehen und wenn er uns angreift, ausweichen oder den Schwung gegen ihn verwenden. Aber wir dürfen uns nicht in einen Gegner verkeilen oder an ihm abarbeiten, der uns an Kraft haushoch überlegen ist.

Den Blick weiten

Während wir also den Gegner in Schach halten, sollten die Zeit nutzen, unsere Seite zu stärken. Das bedeutet auch, dass wir uns nicht nur auf das Thema Volk konzentrieren dürfen. Illner hat recht, wenn er sagt, dass diejenigen, die ein Zugang zum Volk haben, zum großen Teil bereits auf unserer Seite stehen. Der rechte Baum hat aber viele Äste. Unsere gemeinsame Wurzel ist es, vom Menschen aus zu denken. Das heißt, wir müssen uns neue Potenziale erschließen, wo Probleme der Gesellschaft sichtbar werden. Viele Wege führen nach rechts. Und wer diesen Wegen folgt, wird immer auch auf das Volk stoßen.

Um konkret zu bleiben, ein paar Beispiele für weitere Themenfelder:

  1. Kunst & Ästhetik – Um den Verfall der Ästhetik sichtbar zu machen, müssen wir nur ein altes historisches Dorf mit einer modernen Stadt vergleichen. Mit dem Verlust der Ästhetik sinkt die Lebensqualität.
  2. Bildungsverfall – Das Angleichen des Leistungsniveaus an das schwächste Glied in der Kette, hat zu einem Bildungsverfall geführt, worüber wohl jeder Lehrer ein Lied singen kann.
  3. Skepsis gegenüber Transhumanismus und künstlicher Intelligenz – Viele haben ein Unbehagen gegenüber der Idee, dass dem Menschen durch die Technik auch noch seine letzte Autonomie genommen wird.
  4. Umwelt – Die technische Entwicklung bedroht nicht nur den Menschen, sondern auch die Natur.
  5. Konsumkritik – Viele Menschen haben ein Unbehagen gegenüber der Konsumgesellschaft, wissen aber nicht damit umzugehen.

Bei all diesen Themen sind die Linken gescheitert Lösungen zu finden. Es ist daher naheliegend, dass wir mit unserem Zugang zur Welt bessere Karten haben. Das heißt, wir müssen uns diese neuen Themen erschließen und Antworten finden.

Wen können wir erreichen?

Wen können wir überhaupt durch die Eben genannten Punkte erreichen? Outdoor Illner hat hier in Anlehnung an Platons Staat die Unterteilung in die Gruppen Herrscher, Wächter und Arbeiter eingeführt. Das wir die Herrscher nicht erreichen können ist einleuchtend. Doch er hat unrecht, wenn er glaubt, wir könnten zu der Wächterkaste (Medien, Universitäten, etc…) mit Argumenten durchdringen. Die Wächter definieren sich ja gerade dadurch, dass sie die Gesellschaft vor „Rechts“ schützen.

Hier dürfen wir nicht auf unterstützen hoffen. Das bedeutet aber wiederum auch, dass wir uns alle Strukturen selbst schaffen müssen, da eine Unterwanderung, wie es den 68ern gelungen ist, niemals funktionieren wird.

Wen wir dagegen erreichen können, das sind die normalen Bürger. Sie sind in der Regel noch nicht so tief im System eingespannt. Damit uns das aber gelingt, dürfen nicht „edgy“ sein und grundlos provozieren. Das macht es dem Gegner nur noch einfacher uns ein Label anzukleben und in eine Schublade zu stecken. Natürlich werden sie es trotzdem probieren. Aber wir müssen es ihnen nicht noch einfacher machen als nötig.

Persönliche Entwicklung

Neben den oben genannten oberflächlichen Strategien ist es von fundamentaler Bedeutung, dass wir uns selber entwickeln. Das bedeutet an sich selbst zu arbeiten. Nicht nur indem wir Bücher lesen und Sport machen, sondern indem wir versuchen tugendhafte Menschen zu sein. Das bedeutet Ehrlichkeit, Pünktlichkeit, Gerechtigkeit. Die eigenen Schattenseiten zu kennen und sie unter Kontrolle zu bringen, ohne sich dabei selbst zu verleugnen.

Auf der Rechten gibt es leider immer noch den Irrglauben, eine Führungsfigur müsste kalt und berechnend vorgehen wie ein Machiavelli. Dabei sind wir keine Fürsten. Jeder kann an sich selbst beobachten, dass er sich zu denjenigen hingezogen fühlt und ihnen freiwilligt folgt, die durch ihre Menschlichkeit überzeugen. Zu denjenigen, die einem zuhören und wertschätzen und nicht nur für die eigenen Zwecke einspannen.

Um den Vergleich von Outdoor Illner zu verwenden: Der Weg, den wir gehen, formt uns und damit auch das Ziel, auf das wir zugehen. Auch wenn konkrete Strategien wichtig sind, muss eine neue Rechte tiefer ansetzen. Lasterhaftes Verhalten kann nicht durch gute Strategien kompensiert werden, sondern führt schließlich auch strategisch in eine Sackgasse (siehe z.B. Oliver Flesh und David Berger)

Daher möchte ich abschließend das Buch „Menschen führen – Leben wecken“ empfehlen. Gerade für junge Politiker eine wertvolle Lektüre.

Hat eine Leidenschaft für Kontrakultur, schreibt für Arcadi und verbringt zu viel Zeit im Internet.

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