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Gesellschaft

Die Wurzellosen – eine Analyse

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In der Politik werden noch heute die Begriffe des letzten Jahrhunderts verwendet. Es wird von Links, Rechts, Sozialisten, Kapitalisten und Nationalisten gesprochen. Aber die drängenden Fragen des 21. Jahrhunderts können mit diesen Begriffen nicht gefasst werden.

Identitär

Eine fundamentale Rolle spielt heute der Begriff „Identitär“, abgeleitet von dem Wort „Identität“. Er beschreibt diejenigen, die ein gesundes Verhältnis zu den eigenen kulturellen Wurzeln haben. Das gibt Ihnen Halt und Sicherheit. Es ermöglicht ihnen aus dieser Quelle der Kultur zu schöpfen. Es geht um ein Zugehörigkeitsgefühl, eine Verpflichtung aber auch um eine Vision für die Zukunft. Traditionen sollten fortgeführt werden, dürfen aber den modernen Lebensumständen entsprechend weiterentwickelt werden.

Wurzellos

Doch wer ist der Gegenpart zu den Identitären? Nehmen wir die Definition von oben und negieren sie, dann müssen es diejenigen sein, die keine Wurzeln mehr haben. Ich werde also von „den Wurzellosen“ sprechen. Es sind diejenigen mit einem gestörten Verhältnis zu der eigenen Kultur. Tief in ihrem inneren schämen sich dafür Deutsche zu sein. Darum darf in ihren Augen die eigene kulturelle Identität auch keine Rolle spielen. Aus diesem Grund können sie auch nicht die gravierenden Folgen der Masseneinwanderung erkennen. In diesem Artikel möchte ich aber nicht auf einzelne Schuldnarrative oder die absurde Verdrehung von konservativ in Nazi eingehen. Mir geht es darum, drei Typen des Wurzellosen zu skizzieren und zu beschreiben, was sie gemeinsam haben.

1. Der Konsummensch

Wie der Name bereits andeutet, versucht dieser Typus seine innere Leere durch Konsum zu füllen. Genau dafür bietet unsere Gesellschaft ein vielfältiges Angebot. Es gibt unterschiedliche Subkulturen und auch die Art des Konsums kann verschiedene Formen annehmen. Vom „Partygirl“, das um die Welt reist, um coole Fotos für ihren Instagram Kanal zu schießen, bis zum „Soyboy“, der das neue Computerspiel nicht mehr erwarten kann, hat der Konsummensch viele Facetten. Die Unterhaltungsindustrie von Musik über Filmen zu Spielen bietet eine breite Palette von Popkultur an. Dieser Menschentypus baut auf eine hedonistische Grundhaltung der Maximierung von Spaß auf. Man möchte keine Verantwortung übernehmen, sondern ist auf der Suche nach dem nächsten „Kick“. Es stellt auch einen Versuch da, der Realität zu entfliehen. Diese Haltung kann schnell in eine Depression kippen, denn die Popkultur ist kurzweilig und dann muss die Leere von Neuem gefüllt werden.

2. Der Social Justice Warrior

Der SJW konsumiert nicht physische Produkte, sondern Moral. Hier wird das Gefühl vermarktet, ein besserer Mensch zu sein. Man inszeniert sich als Rebell, der gegen eine böse und unterdrückerische Gesellschaft kämpft. Auch hier gibt es unterschiedliche Variationen. Man zeigt stolz, dass man sich für eine Minderheit einsetzt oder möchte selber einer angehören. Oder man wird zum Mahner, der vor der großen neuen Katastrophe warnt. Oder man schwingt sich gleich zum Retter der Menschheit auf. In allen Varianten erfährt die Person einen Identitätsersatz. Als moralische Autorität fühlt man sich wichtig und dem normalen Bürger überlegen. Dadurch können eigene Minderwertigkeitsgefühle überspielt werden. Daher auch die hysterischen Reaktionen auf jede Kritik. Sie wehren sich dagegen, dass jemand ihre Identität als SJW dekonstruiert. Denn dann müssten sie zugeben, eine Lüge gelebt zu haben, und würden wieder alleine vor dem Nichts stehen.

3. Der Boomer

Werden diese beiden Gruppen älter, haben einen festen Job und gründen eine Familie, dann werden sie zu Boomern. Der Konservativismus ist durch die Hintertür in ihr Leben getreten. Die großen Utopien der Jugend sind verblasst. Mit der Familie kommt auch die Verantwortung. Es ist nur noch wenig Lust und Zeit für den großen Konsumrausch vorhanden. Trotzdem schwebt der Boomer noch in der Nostalgie der eigenen wilden Jahre. „Damals waren die Filme und Musik ja auch noch besser! Und wie man sich damals für die Welt eingesetzt hat, war doch auch irgendwie toll! Aber die neue Generation, das ist was anderes!“ Hier kann man die Boomer auch in zwei Kategorien einteilen. Diejenigen, welche von den SJWs als Idealisten schwärmen und diejenigen, welche Angst haben, dass sie ihre Konsumgesellschaft zerstören würden. Immerhin hat man schon von vielen Katastrophen gehört und keine davon ist eingetreten. Doch eines haben die Boomer gemeinsam. Es wird nur ein Bruchteil der eigenen Kultur, welche sie selbst als Kind kennengelernt haben, auch an die eigenen Kinder weitergegeben.

Fazit

Alle drei Gruppen, obwohl sie auf den ersten Blick sehr verschiedene Positionen einnehmen, sind miteinander kompatibel. So ist der Übergang vom Konsummenschen zum SJW fließend. Ein gutes Beispiel hierfür war die „Wir sind mehr“-Party. Der Konsummensch hat den radikalen Forderungen der SJWs auch wenig entgegenzusetzen. Er kann schlecht zugeben, dass es ihm nur um seine eigene primitive Lust geht. Aber auch der Babyboomer lässt sich von der Jugend treiben. Er schämt sich ja doch auch etwas dafür ein Deutscher zu sein. Wie kann der da widersprechen? In Wahrheit ist der SJW mit seinem Konsum von Moral nicht besser. Aus diesem Grund verpufft auch die Konsumkritik der SJWs. Schließlich entfremden sich die Generationen voneinander, da sie sich jeweils nur über zeitgenössische Popkultur definieren. Dieser Kreislauf kann daher nur durchbrochen werden, wenn wir uns wieder auf die eigene Wurzeln besinnen. Nur so können wir uns in der Welt zurechtfinden, Verantwortung übernehmen und Kulturschätze bergen.

PS: Ich plädiere nicht für die Askese. Es geht jedoch um den Stellenwert des Konsums im eigenen Leben.

Hat eine Leidenschaft für Kontrakultur, schreibt für Arcadi und verbringt zu viel Zeit im Internet.

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