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Gott & die Welt

Die Religion des Durchschnittsdeutschen

Der Einstieg zum Thema: Glauben. Wieso?

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139838_original_R_by_Thomas Max Müller_pixelio.deWagen wir ein Gedankenexperiment! Jeder Mensch hat eine Religion. „Religio“ bedeutet im ursprünglichen Sinn unter anderem „Bindung an etwas; Befestigung“. Das Leben eines jeden Menschen ist an irgendetwas gebunden. Der Mensch richtet sein Handeln an irgendetwas aus – ob bewusst oder unbewusst. Manche Menschen richten ihr Leben nach einem Gott aus, während andere die Existenz eines Gottes leugnen oder ihn nicht für erkennbar halten. Bei den Gläubigen ist es klar, wonach sie ihr Leben ausrichten – es ist Gott, wie dieser Gott auch immer heißen mag. Wie sieht es mit den „Ungläubigen“ aus? Das soll uns im Weiteren am meisten interessieren. Wir stellen den Durchschnittsmenschen (der in der Regel mit Gott nicht allzu viel zu tun hat) in den Fokus und untersuchen, wie er sich verhält. Danach versuchen wir, auf Basis seines beobachteten Handelns seine „Religion“ zu rekonstruieren. Es sollen damit die Werte aufgedeckt werden, nach denen der Durchschnittsdeutsche letztlich strebt. Diese Werte sind dann der „Gott“ der Ungläubigen.

Das gemütliche Leben

Im Fokus steht Otto. Es gibt eine Sache, die ihn, aber auch viele andere Menschen auf der Erde, am stärksten antreibt. Es ist das liebe Geld. Wir sehen, wie sich der Otto bemüht, Geld zu verdienen. Er geht zur Schule, lernt einen Beruf und verbringt den Rest seines Lebens mit dieser Tätigkeit, die er erlernt hat. Er verdient ein durchschnittliches Gehalt, wobei er – und das gefällt ihm nicht so sehr – einen großen Teil seines Verdienstes über Steuern an den Staat abführen muss. Naja, es wäre zu anstrengend, sich mit dem Staat anzulegen, daher nimmt der Otto dieses Manko in Kauf. So wie er auch sonst viele andere Dinge in Kauf nimmt, mit denen er zwar nicht einverstanden ist, er aber seine Anstellung und sein Ansehen bei den anderen Leuten nicht riskieren möchte. Daher schweigt er im Zweifel lieber. Wir stellen fest: Otto verbringt einen großen Anteil seiner Lebenszeit damit, sein täglich Brot zu verdienen. Was tut Otto in seiner Freizeit? Er hat Hobbys, die er pflegt, zum Beispiel schaut er jeden Samstagabend die Sportschau und er interessiert sich auch sonst sehr für Fußball. Gerade dann, wenn die Nationalelf spielt, zieht er sich sein weißes Trikot über und er fährt auch gerne mal ins Stadion zu seiner Lieblingsmannschaft. Otto schaut prinzipiell viel Fernsehen, denn dabei kann er die Gedanken baumeln lassen und mal richtig entspannen. Ein kühles Bier genehmigt er sich dabei auch ganz gerne. Was sagt uns Ottos Verhalten, wenn wir dies in einem Allgemeinbegriff zusammenfassen wollen? Er nutzt sein verdientes Geld, um es für bestimmte Annehmlichkeiten des Lebens auszugeben. Geld ist also bei ihm nur Mittel zum Zweck, um seine Konsumwünsche zu erfüllen. Im Prinzip findet es Otto gut, wenn man Spaß im Leben hat, denn man lebt ja offensichtlich nur einmal und da sollte es man sich ja mal was gönnen – wofür arbeitet man?

Das Leben im Hier und Jetzt

Ein Leben nach dem Tod ist dem Otto völlig gleichgültig. Er lebt im Diesseits und er ist auf die Erlösung im Hier und Jetzt fixiert. Genau in diesem Hier und Jetzt befindet sich auch sein Gott. Otto erhofft sich ein möglichst schmerz- und anstrengungsfreies Leben, um seinem Lustempfinden nachgeben zu können. Warum andere Leute an Gott glauben, versteht Otto nicht – soll doch jeder nach seiner Façon glücklich werden. Otto ist zufrieden und mit sich im Reinen, solange alles planmäßig läuft. Otto hat aber ein Problem, wenn das nicht der Fall ist: Vielleicht gibt es auch bei Otto die sogenannten „Wechselfälle des Lebens“. Im Extremfall können diese seine ganze Existenz in Frage stellen. Was passiert, wenn Ottos Gesundheit schwächelt? Er ist dann auf Hilfe von anderen angewiesen. Hat er gesunde Beziehungen zu seinen Mitmenschen aufgebaut, sollte das kein Problem sein. Wenn er aber den anderen – die genauso denken wie er – eine Last ist, dann kann sowohl er nicht das Leben führen, was er eigentlich führen möchte. Und auch diejenigen, die bereit sind, ihn zu unterstützen, müssen sich einschränken. Sind sie dazu bereit? Was macht Otto überhaupt im Alter? Wenn ihm alles schwerer fällt als sonst in der Jugend, dann wird das Leben gar nicht mehr so angenehm sein. Ist er zum Altern bereit, oder spielt er mit dem Gedanken eines sozialverträglichen Ablebens, indem er sich „erlösen“ lässt, wenn er keine Aussicht mehr auf Besserung seiner Lebensumstände hat? Ansonsten müsste er ja bis zum natürlichen Tod hin ein unerträgliches Leiden aushalten. Ist es ihm klar, auf welches Risiko er sich mit diesem Lebensstil einlässt? Über die Risiken des Glaubens schreibe ich im nächsten Artikel.

 

Bild: Thomas Max Müller / pixelio

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