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Meinung

Die Konservatismus AG – Was ist heutzutage noch konservativ?

Bild: pixabay.com/de/photos/deutschland-flagge-fahne-3115774/

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Konservative Verbände und Parteien, besonders Union und AfD, versuchen häufiger, sich verschiedensten Minderheiten – sei es ethnischer, sexueller oder sonstiger Hinsicht – sowie dem linksliberalen Zeitgeist anzubiedern. Dieses Vorgehen ist eine Kapitulationserklärung und macht sich selbst austauschbar und allen gegenüber unglaubwürdig.

von Nursultan Kamichaev

Sowohl der Traditionalismus als auch das Deutschtum haben ein enormes Repräsentationsproblem, und das im eigenen Land. Es ist schon an sich ein Desaster, dass beides durch verschiedenste Aufklärungs- und Toleranzkampagnen von Bund und Altparteien verklärt wird. Ich würde die „Das ist sooo deutsch.“-Werbekampagne als aktuellstes und analoges Realbeispiel heranziehen: Sandalen mit Socken, Dönerbuden, FKK-Strände, Warentrenner und Schilderwälder finden neben Naturszenerien unter dem Spruch „Deutschland ist eins: vieles“ auf Plakaten und in den Aufklebern in Öffis Einzug. Diese Kampagne wurde parodiert, kritisiert und ins Lächerliche gezogen, da sie ein verzerrtes Abbild vom Deutschsein widerspiegelt.

Doch dass Konservative es für nötig befinden, denselben Weg der eigenen Verklärung einzuschlagen, indem man quasi schon Tokenismus mit mehreren Kandidaten (z.B. Alice Weidel und Achille Demagbo) betreibt, sagt schon Einiges über diese Bewegung aus. Sie traut sich nicht, sich selbst zu repräsentieren, und gibt sich selbst dabei Stück für Stück auf. Diese Handlungen erfolgen aus einer Angst, wieder einmal als intoleranter, rechtsradikaler und menschenfeindlicher Nazi™ medial und sozial gebrandmarkt zu werden und sowohl berufliche als auch private Konsequenzen jeglicher Art zu erfahren. Besonders letztere Sorgen sind zugegebenermaßen gerechtfertigt, da gegen rechte Politiker und Influencer mehrfach Gewalt und Rufmorde verübt wurden. Doch trotz dieses Verlangens nach dem Schutz davor baut die Konservatismus AG keinen „sicheren Hafen“ oder gar einen starken Verteidigungs- und Unterstützungsbund für solche Menschen auf, sondern sie knickt ein. Sie schafft eine Umgebung der prätentiösen Toleranzbesoffenheit, im Irrglauben, im Vergleich zu seinem politischen Gegner besser dastehen zu wollen.

Allerdings hat dies realpolitisch nichts gebracht, im Gegenteil: Medien und Meinungsmacher bauen nach wie vor das Narrativ auf, Konservative und sonstige Rechte seien absolut menschenfeindlich und gefährlich. Dieses Narrativ wird trotz besseren Wissens nach wie vor geglaubt. Es ist eine naive, wenn nicht schon utopische Fehlannahme, dass der einfache Bürger die an ihn verfütterten Informationen und Nachrichten konsequent nachprüfen und hinterfragen würde, er bleibt ignorant und möchte seine (mentale) Bequemlichkeit nicht aufgeben. Er hat ein festes Weltbild, das durch einfache Widerlegungen von Halbwahrheiten nicht erschüttert wird. Gerade im heutigen Zeitalter der digitalen Kommunikation gilt der Grundsatz: „Ignoranz ist eine Entscheidung.“ Rechtfertigungen, Entschuldigungen, Gegeninformationen und Anbiederungen sind nicht nur ineffektiv, sondern Zeichen von Schwäche und Verzweiflung.

Woher kommt der Name „Konservatismus AG“?

„Konservatismus AG“ ist das deutsche Äquivalent zur US-amerikanischen „Conservatism Inc.“ und bezeichnet selbsternannte konservative Gruppierungen und Personen als pseudokonservativ, antinational, verräterisch und antitraditionalistisch. Wie bei einem Unternehmen üblich, geht es der Konservatismus AG um eine Art Gewinnmaximierung, auch wenn es bedeutet, sich selbst stückweise aufzugeben, wenn das Geschäft nicht gut läuft. Der Name unterstellt Konservativen einen fehlenden Konservatismus und geht von der Fragestellung „Was haben Konservative jemals konserviert und konservieren wollen?“ aus. Mit zunehmender Zeit verschwinden einst hochgehaltene Positionen wie der Erhalt der Kernfamilie, die Wichtigkeit der Religiosität und die Bewahrung der eigenen Kultur aus der eigenen Bewegung. Auch zu Themen wie Abtreibung und Sexualität haben sich die Ansichten drastisch verändert oder zumindest gelockert.

Gerade die Ablehnung der sogenannten Identitätspolitik lassen Konservative hinsichtlich der Demographie und seiner Entwicklungen blind werden, denn sämtliche ethnokulturelle oder gar rassische Aspekte, die zur Erklärung gesamtgesellschaftlicher Phänome herangezogen werden, werden kategorisch abgelehnt, da sie sie zum einen an „die dunklen Zeiten“ ™ erinnern, und zum Anderen vom linksliberalen Mainstream (besser bekannt als „die wahren Nazis“ ™), wenn auch vollkommen ridikül und einseitig, geäußert werden.

„Conservatism Inc.“ entstammt demselben Phänomen der konservativlosen Konservativen in den USA. Genauer gesagt, wurde dem republikanischen „Turning Point USA“ dieses Etikett auferlegt. Charlie Kirk, der Vorsitzende dieser Organisation, wurde mehrfach erwischt, sich antitraditionalistisch und „zivilnationalistisch“ geäußert und Israel über das eigene Land, die Vereinigten Staaten von Amerika, bedingungslos gestellt zu haben. Weder der Trump-Spruch „Make America Great Again“ noch das „America First“-Mantra können von wahren Konservativen und Nationalisten bei TP USA wiedergefunden werden.

Bei mehreren Fragerundenevents wie „Culture War“ wurden Kirk und seinen Gästen mehrere Fragen von sogenannten Groypern gestellt. So machte ein Teilnehmer beispielsweise darauf aufmerksam, dass die USA dem Land Israel jährlich 3,8 Milliarden US-Dollar an Entwicklungshilfsgeldern zukommen lässt, unter der Betonung, dass Israel das höchste Hilfsgeldetat von den Vereinigten Staaten erhält und im eigenen Land dasselbe Geld dringender gebraucht wäre.

Ein weiterer Fragesteller wollte von Charlie Kirk wissen, wieso er kein Problem mit legaler Einwanderung hat, während die meisten Immigranten – in der Regel Hispanics – und Nichtweiße tendenziell die Demokraten wählen werden. Denn in der Tat haben bei der letzten Präsidentschaftswahl vorzugsweise nichthispanische Weiße für den Republikaner Donald Trump gestimmt. Eine Willkommenskultur würde eine demographische und somit eine politische Änderung bewerkstelligen.

Bisher antworteten die Gastgeber zögerlich, ausweichend oder mit einem „Das ist Amerika, das Land der unbegrenzten Möglichkeiten.“. Ihnen ginge es nur um die Werte™ und die Verfassung™ des Landes; Hautfarben zeichnen keine Menschen aus. Und auch die Themen Homosexualität und Drag wurden bei dieser Veranstaltung angesprochen, denn die Groyper kritisieren TP USA, dass sie nach und nach linksliberale Positionen annehmen. TP USA hat beispielsweise tatsächlich mehrere LGBT-Figuren und sogar eine eigene Drag Queen: Lady MAGA.

Deutlicher wurde die sture Anbiederung an das Land Israel durch folgende Fragestellung, ob Kirk eine Politik unterstützen würde, die den USA dienlich und dafür für Israel nachteilhaft wäre. Begründet wird die Ablehnung damit, dass Israel seine Bürger gut behandle und freiheitlich und offen sei, weshalb es der „größte Verbündete“ der USA sei.

Der durchschnittliche Konservative in der Bundesrepublik

Der Konservative ist im Schnitt ein alter weißer Mann, der jahrelang gearbeitet hatte und einen halbwegs ordentlichen Lebensstandard aufweisen kann. Er teilt oft peinliche Witze oder Flüchtlingsrants auf Facebook und in die WhatsApp-Familiengruppe. Er ist nur gegen die Flüchtlinge, weil sie meist muslimisch sind und viele von ihnen durch Kriminalität auffielen. Er behauptet von sich, das eigene Land wahren zu wollen und sich gegen die illegale Masseneinwanderung zu stellen, nur um später zu betonen, dass das in Ordnung wäre, wenn diese Menschen auf legalem Wege nach Deutschland kämen. Einen sonderlich großen Unterschied würde das nicht machen.

Mit der eigentlichen Wahrung der Traditionen hat der BRD-Konservative nichts am Hut; er nennt sich konservativ, weil er den persönlichen Status Quo aufrechterhalten will und nach einem Leben vor der Flüchtlingskrise herbeisehnt. Er hat keine (eigenen) Visionen und lebt ausschließlich für die Gegenwart. Er ist nicht in der Lage, genuin deutsche Positionen oder gar Interessen zu äußern, weil er selbst davon überzeugt ist, dass das Deutschsein nur mit dem Einhalten von Werten und des Grundgesetzes™ in Verbindung gebracht werden kann. Das Deutschsein ist für ihn eine reine Abstraktion und hat für ihn keine ethnokulturellen Komponenten. Er möchte noch sein Schweinefleisch essen können und mit seinem Diesel-SUV durch die Stadt rasen, um es den Grünen mal so richtig zu zeigen. Er verachtet aus Prinzip alles Neue und die Jugend. Er ist für den Hedonismus in dieser Gesellschaft verantwortlich, indem er seine Nachkommen bei all dem Fokus auf seine Arbeit und seinen Lebensstil verwahrlost hat. Die Konservatismus AG besteht aus sturen Trotzköpfen mit zukunftslosen und veralteten Weltansichten und hat mit dem Erhalt von Land und Leuten überhaupt nichts zu tun.

Bei schon länger hier lebenden Ausländer- und Mihigru-Gruppen, wie Türken und Libanesen, wird der Vorwurf der Untreue gegenüber der Bundesrepublik geäußert, nicht wissend (oder wissen wollend), dass Werte allein keine Grundlage eines Volkes sind, dafür aber eine ethnokulturelle und stabile Identität. Seien wir mal ehrlich: Wieso sollte ein Erdogan-treuer Türke der dritten Generation, der mit einer stabilen, vorhandenen türkischen Identität lebt, sich selbst die verklärte, durchglobalisierte und nichtssagende Identität des bundesrepublikanischen Deutschen auferlegen? Wieso identifizieren sich teilweise AfD-wählende Russlanddeutsche eher mit der russischen Seite? Wieso sollte man einem Volk, das sich nicht mal selbst gegenüber treu ist, Treue schwören?

Für ziemlich viele selbsternannte Rechte stellte das Jahr 2015 der Zeitpunkt des „Aufwachens“ dar, plötzlich war Kanzlerin Merkel nicht mehr die nette, gute Frau, sondern Schuld an allem Möglichen. Die Flüchtlingskrise und die Aufnahme und Versorgung teilweise abgelehnter Asylbewerber ließen größere populärrechte Gruppierungen wie PEGIDA aufkommen. Auch die damals zwei Jahre alte AfD war von einer wirtschaftsliberalen Richtung in den Nationalkonservatismus gewechselt. Sie gab sich als die Partei, die diese Zustände anprangerte und das Deutschtum wiederaufleben lassen wollte.

Da sich Behörden und Institutionen mehrfach nicht gegen Asylbewerber durchsetzen konnten und sogar einknickten, wurden gewisse Integrationsvereinfachungen ins Leben gerufen, was auch bedeutete, die eigene nationale Identität in den Hintergrund zu rücken. Rechte waren zurecht erbost und sahen nicht ein, dass das Deutschtum im eigenen Land verdrängt wird. Doch in wenigen Jahren wurde klar, was der Konservative unter seiner eigenen Ideologie und dem Deutschtum versteht, und genau das prangern wir an.

Konservatismus IST das Problem

Selbst wenn Parteien wie die AfD bei den Wahlen Erfolge erzielen können, muss es nicht heißen, dass die Gründe für die Wahl erfüllt werden müssen. Es ist sogar zu befürchten, dass die wahren Traditionalisten und Nationalisten im gesamten Prozess hintergangen werden.

Die Konservatismus AG befindet sich auf dem fortwehrenden Weg zur Selbstzerstörung, indem sie den rechten Flügel teilweise aus Prinzip verteufelt und eine fremdschamerregende Selbstpräsentation in Form von schlechten Sprüchen, boomerhaften Posts, unüberlegten Formulierungen und trotzigen, infantilen Verhaltensweisen abliefert.

Der Publizist Alex Kurtagic hat drei Baustellen der Rechten klar benannt:

  1. Die Rechte braucht eine eigene Vision und eine eigene Ästhetik. Sie braucht eine eigene (Pop-)Kultur, um massentauglich zu werden.
  2. Die Denker, Akteure und Philosophen, aber auch die Politromantiker sollten in Ehren gehalten und genau beobachtet werden.
  3. Konservatismus ist eine Bewegung der Verlierer und des verzögerten Liberalismus.

Für ein Deutschland, in dem wir gut und gerne leben

Diese Teilüberschrift entstammt einer Netzkampagne der CDU, welche zurecht auch von Konservativen kritisiert wurde, denn im Anbetracht der Gesamtsituation hat dieser Spruch einen bitteren Nachgeschmack. Wenn es also gilt, Merkel zu kritisieren und anzuprangern, dann ist das System voller Fehler und muss behoben werden. Es sei ein sozialistisches System, weil Sozialleistungen existieren, oder so ähnlich.

Der Conservaboomer verachtet die „Merkelsche Meinungsdiktatur“, bis Linke dasselbe System kritisieren, weil es angeblich zu kapitalistisch sei. Dann verteidigen sie dieselbe soziale Marktwirtschaft mit aller Macht und sagen, dass es das beste System auf deutschem Boden sei.

Der Conservaboomer hat also ein eingebautes Metronom, das angibt, wann er die soziale Marktwirtschaft als „kapitalistisch“ glorifiziert und wann er sie als „sozialistisch“ verabscheut.

Die Anbiederungsversuche der Konservatismus AG

„Was Deutschland nicht hat: eine konservative Partei.“ Diese Worte einer Twitternutzerin haben kürzlich im Hinblick auf die Kandidatur einer transsexuellen AfD-Person namens Sybill Constance de Buer für die bayrische Kleinstadt Burghausen Gehör gefunden. Nebenbei wurden diversen Konservativen und Grundgesetzpatrioten ihre Masken entrissen, als sie sich hinter den Kandidaten stellen. Auch die Influencerin Lisa Licentia gehört dazu, denn sie gibt sich konservativ und patriotisch, verteidigt aber einen Transgenderkandidaten mit liberalen Argumenten, wie zum Beispiel, dass er [de Buer] „sich den schwersten Weg überhaupt“ aussuche, und dass man durchaus im falschen Körper geboren sein kann (so in etwa konnte man es aus ihrem Video heraushören). Es gehe um Akzeptanz und Güte, die vermisst würden. Tut mir leid, wenn ich weder die Slippery Slope noch solche Lebenslügen unterhalten möchte, nur damit Andere besser schlafen können. Unter einem von Licentias Tweets antwortete ich mit den Worten „Transsexuelle Drag-Kinder in der AfD wann?“ (was auch ins Video von ihr geschafft hatte). Dieser Tweet war sowohl eine Anspielung auf eine Frage bei dem Turning Point USA als auch eine Kritik daran, dass Konservative sich dem liberalen Overtonfenster anpassen wollen und damals verabscheute Positionen aus Gründen der Toleranz und dem verzweifelten Image Polishing annehmen. Wie bereits erwähnt, hat TP USA eine eigene Drag Queen. Charlie Kirk würde sogar progressive Werte wie die sexuelle Liberalisierung dem Christentum vorziehen und rechtfertigt dies mit dem Bewahren von vage definierten Werten wie „Freiheit“. Noch mag man meine Antwort auf Licentia vollkommen übertrieben finden, aber wer hätte bis vor Kurzem gedacht, dass die AfD einen Transgenderkandidaten ins Rennen schickt?

Lustig ist allerdings, wie eine Bewegung, die der Identitätspolitik faktisch den Kampf ansagt, dennoch beim Minderheitenbingo mitspielen möchte. Die AfD hat mehrere Interessengruppen eingerichtet, die für diverse Minderheiten (Russlanddeutsche, Juden, Homosexuelle etc.) gedacht sind, um groß zu betonen, wie vielfältig sie ist. Sie verliert bei diesen Unternehmungen aber stets die Mehrheit und den Stamm der Bewegung aus den Augen.

Wie die Linksliberalen auch muss die Konservatismus AG retrospektiv das NS-Regime bekämpfen. Adolf Hitler gilt demnach als Islamfreund, Linksextremist und Sozialist (weil das im Wort „NationalSOZIALISMUS“ drinsteckt, versteht ihr?). Auch wenn sich die AfD über die Nazikeule aufregt, so zögert sie nicht, schnell davon Gebrauch zu machen und Linke als „die wahren Nazis“ zu betiteln. Der übermäßige Gebrauch von dem Wort „Faschismus“ führt zu abstrusen Wortneuschöpfungen wie „Linksfaschismus“, „Rotfaschismus“, „Merkelfaschismus“ und sonstige Altparteifaschismen. Dabei wird der Faschismusbegriff synonym zu dem Wort „Autoritarismus“ verwendet. Der geneigte Leser merkt also, wie sehr die AfD den Schuldkult bekämpfen möchte.

Der Wahlkampf der AfD ist infantil und boomerhaft; es wird oftmals versucht, mit „coolen“ Sprüchen und einem selbstbewussten Auftreten Dominanz aufzubauen, egal ob auf Facebook und Twitter, in Interviews oder auf den Plakaten.

Die AfD ist also nicht nur eine Parodie des Traditionalismus, sondern auch eine Parodie ihrer selbst. Aber diese Anbiederungsversuche müssen nicht immer nur fremdschamerregend sein, denn manchmal könnten sie sogar Leben kosten.

Mit dem Verweis auf den Artikel von Götz Kubitschek möchte ich den Punkt des militärischen Interventionismus einwerfen. Die AfD möchte weiterhin – begründet mit der NATO-Mitgliedschaft – die Drohnensteuerung vom US-Stützpunkt Ramstein gewähren lassen. Außerdem können angeblich deutsche Truppen nicht abgezogen werden. Letztlich möchten die AfD-Politiker Petr Bystron und Prof. Jörg Meuthen einen potentiellen Regime Change im Iran unterstützen; sie haben also ihre neokonservativen Gesichter gezeigt und würden das Leben deutscher Soldaten aufs Spiel setzen, um eine „Demokratie“ im Iran zu installieren. Sie unterscheiden sich lustigerweise nicht von eben jener „Faschistin“ Angela Merkel, die zu Kanzleramtszeiten Gerhard Schröders eine deutsche Beteiligung im Irakkrieg befürwortete, was Schröder bekanntermaßen ablehnte. Kubitschek vergleicht dabei das Vorgehen von Bystron und Meuthen mit dem Vorgehen Joschka Fischers (Bündnis 90/GRÜNE) 1999 bezüglich des NATO-Einsatzes gegen Serbien. Demnach wurde erneut an die Zeit des nationalsozialistischen Regimes erinnert und der Entschluss, ein zweites Auschwitz zu verhindern, gefasst. Im Falle des Irans allerdings warfen Bystron und Meuthen der Bundesregierung vor, eine Art Appeasement-Politik gegenüber dem Iran als sogenanntes Land der Judenschlächter zu führen.

Dem Konservatismus den Rücken kehren

Wenn man das Ziel verfolgt, das eigene Land, seine Menschen und seine Kultur wahren zu wollen, dann sollte man sich von der Konservatismus AG aber schleunigst distanzieren. Sie ist eine Sackgasse, wenn man so will. Sie ist ein gesichtsloser Geist der Degeneration, welche die Lebensumstände des Landes im besten Fall stagnieren lässt. Fortschritte lassen sich allerdings nicht verzeichnen. Die Konservatismus AG hat nicht den Mut, für sich selbst einzustehen und eine Identität zu schaffen, weil sie sonst als etwas Böses wahrgenommen werden könnte. Sie nimmt zu viel Rücksicht auf verletzte Gefühle von liberalen Versagern im Internet und in den Redaktionshäusern, während die Probleme der eigenen Leute teilweise ignoriert werden. Konservativen geht es also nicht mal um „die Sache“ (was auch immer das sein soll), sondern nur um den Erhalt des eigenen Lebensstandards in einem System, von dem sie nicht mal eindeutig sagen können, ob es ein gutes oder ein schlechtes ist.

Nursultan Kamichaev: Autor zu sozialen Netzwerken, Gesellschaftskritik, Games und Neuigkeiten aus der IT.

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