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Gesellschaft

DIE KONFORMITÄTSGESELLSCHAFT – #wirsindmehr und Co

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Nuru auf dem Wir sind mehr Konzert in Chemnitz - Chris W. Braunschweiger (Diskussion) - Eigenes Werk / CC BY-SA 4.0 / Wikimedia Commons

In einer Gesellschaft, in der das eigene Ansehen, das einhergehende „Standing“ und die Zugehörigkeit zur Masse mehr zu zählen scheinen als Argumente und Fakten, sollte es nicht abwegig sein, diese Gesellschaft als eine Konformitätsgesellschaft zu bezeichnen. Das Gesicht zu wahren, scheint für viele Menschen die oberste Prämisse zu sein, unabhängig davon, wie tief man kriechen oder wie sehr man die eigenen Ansichten leugnen muss. Das Gesicht zu wahren, bedeutet, systemkonform zu bleiben.

Wichtig ist, was die Anderen denken. Wichtig ist, was als moralisch akzeptabel und was als moralisch verwerflich erachtet wird – und wichtig ist, die eigene moralische Überlegenheit kontinuierlich unter Beweis zu stellen.

Von moralischer Überlegenheit zeugt beispielsweise das Schlechtmachen derer, die von der vierten Gewalt, den Medien, als unmoralisch deklariert wurden, bzw. werden. Ob die Handlungen im Kampf gegen „das Böse“ selbst jeglicher Vorstellung von Moral entsagen, wird nur selten hinterfragt, oder ist gegebenenfalls auch gar nicht erst zu hinterfragen. In der Konformitätsgesellschaft heiligt der Zweck die Mittel, solange der Name des Zweckes Konformität lautet.

Nur zu gerne beruft man sich auf die eigene zahlenmäßige Überlegenheit (#wirsindmehr), unterliegt somit dem naturalistischen Fehlschluss, dass die Ignoranz der Anderen die eigene Ignoranz rechtfertigt und sonnt sich anschließend im Glanz der eigenen Systemkonformität.

Zweifelsohne spielt das vermeintlich altruistische Wesen der eigenen Handlungen, welches gerne mal dem egoistischen Verlangen nach Selbstprofilierung und Anerkennung entspringt, eine wichtige Rolle im Spiel der Image-Buhlerei. Wer möchte nicht als selbstloser Kämpfer für das Gute angesehen werden? Wie selbstlos so manche Handlung tatsächlich ist, sollte man lieber nicht in Frage stellen. Hinterfragen macht verdächtig!

Es bedarf keiner großen Strategie, dieses Spiel für sich zu entscheiden. Letztendlich sind die Regeln in dem Spiel von Schwarz und Weiß, Gut und Böse ziemlich offensichtlich. Böse ist, was der Kollektivseele der Masse (vlg. ,,Psychologie der Massen“ von Gustave Le Bon) und dem Diktat der Lenkenden widerspricht. Gnade dem Gott, der es wagt, eigenständig zu denken! Denken = böse. Folgen = gut. Und nicht vergessen: Wir sind mehr und dementsprechend ohnehin im Recht.

Alles in allem bezweifle ich stark, dass es den Menschen um das tatsächlich Gute geht, sondern primär darum, durch eigene Aussagen und Handlungen der gesellschaftlichen Vorstellung vom Guten Folge leisten zu können. Wer tatsächlich nach dem Guten strebt, sollte es wagen, nicht nur bis zur Spitze der eigenen Nase zu denken. Auch findet sich das Gute nur selten im Takt des Gleichschrittes wieder!

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