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Kontrakultur

Der deutsche Liedermacher Falk Hündorf im Interview

Hündorf sieht sich als Bewahrer des deutschen Liedgutes. Wir haben ihn gesprochen.

Veröffentlicht

 

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Foto: Falk Hündorf

Arcadi: Hallo Falk, kannst du dich unseren Lesern bitte einmal vorstellen?

Mein Name ist Falk Hündorf, ich wurde im Mai 1981 in Halle/Saale geboren. Die Sonne stand damals im Zwilling und der Aszendent ebenfalls, mein Wesen ist also stark vom Merkur (Geist) geprägt. Auch die Venus (Schönheit) ist mir – rein wesentlich – recht gewogen, weshalb sich  allein durch diese astrologische Kombination mein Leben also nur noch um die Schöngeistigkeit selbst drehen kann: die Kunst und die Kultur. Mein Antrieb ist es nun, über mein Fach, die Musik, das Schöne, Wahre und Gute zu schaffen. Das Wort Musik meint ja eigentlich mehr als nur Klangkunst, weshalb ich auch die Dicht- und Bildkunst mit zur Musik zähle. Ich verstehe mich im Musikerdasein als religiösen Seelenarbeiter, der mithelfen möchte, andere Seelen hinaufzuführen. Noch eines zu mir: Die ersten Jahre meiner Kindheit haben mich sehr stark geprägt, gerade weil danach ein so heftiger Bruch kam und all dies verloren ging. Ich bin im Sozialismus aufgewachsen, habe 9 Jahre lang die spartanische, unwestliche, unkommerzielle Gemeinschaft kennen lernen dürfen und für diese Erfahrung bin ich unendlich dankbar. Ich sehe mich verpflichtet, diesen Blickwinkel gerade heute ausdrücklich zu vertreten. Zu guter Letzt: Ich stamme zwar aus einer heidnischen Familie, fühlte mich aber immer schon aus freien Stücken angezogen vom Göttlichen und da ich in der Lutherstadt Wittenberg aufgewachsen bin, besuchte ich freiwillig die dortige Christenlehre im Lutherhaus. Diese Dinge hatten einen großen Einfluß auf meine Entwicklung und obwohl ich viele katholische Konservierungen schätze, werde ich wohl auf ewig ein kleiner, ungemütlicher Protestant bleiben.

Arcadi: Wie lange machst du schon Musik?

Schon seit meiner Kindheit: mein Vater war in den sozialistischen 80ern Profimusiker und bei uns zuhause standen immer Tonbandgeräte, Effektpedale und Gitarren herum. Wir waren oft bei Konzerten dabei und durften als Kinder an der Bühne stehen, die Bandkollegen bestaunen oder auch mal die Kabel wickeln.  Da ich nun ursprünglich Synthesizer spielen lernen wollte, bekam ich mit 8 Jahren also  erstmals Klavierunterricht. Dann kam es zur Grenzöffnung sowie zum BRD-Beitritt und die amerikanische Musik  flutete unser Land: Nirvana haben mich 13-Jährigen sofort zur Gitarre gedrängt. Bandszenen entwickelten sich fort und ich spielte mal Schlagzeug, mal Bass hier und da. Mit 19 Jahren begann ich ein Musikstudium in Halle an, wechselte aber irgendwann nach Leipzig, um mit Freunden eigene Musikprojekte verwirklichen zu können. Seitdem gebe ich auch privaten Musikunterricht.

 

Arcadi: Wann wurdest du politisch aktiv?

 

Ich habe mich eigentlich schon immer für Politik interessiert, wahrscheinlich geprägt durch meine politisch linksrote Mutter, die ständig irgendwelche Bundestagsdebatten, Presseclubs oder Parteitage schaute und Bücher, Zeitschriften und Zeitungen in unsrer Wohnung verteilte. Aber erst durch das wachsende Netz konnte ich mir wirklich umfassender und freier meine eigenen Ansichten ausbilden, ohne dass etablierte Mächte dies hätten wieder so einfach zensieren können durch ihre alteingesessenen Strukturen. Diese  erste 9/11-Welle war sicherlich albern, aber dennoch der Anstoß für alles weitere, plötzlich war es möglich, tiefer graben zu können (natürlich konnte man sich aber auch darinnen verlieren) und das Angebot an Autoren, Seiten und Beiträgen wurde immer größer. Ich wollte also besonders unsere Geschichte verstehen lernen und so habe ich über viele Jahre selbst sämtliche Quellen studiert und geprüft. Um das Jahr 2013 war dieser Prozess grob abgeschlossen und ich wollte endlich für den Erhalt des Eigenen meinen Dienst antreten. Also begann ich mit dem, was ich gelernt hatte: Musik. Ich wollte Volkslieder singen und so wieder deutsche Kultur in Deutschland präsentieren. Da ich aber auch visuelle Vorstellungen hatte, griff ich kurze Zeit später zusätzlich zur Kamera, um mit eigenen Bildern unsre verschüttete Schönheit wieder in neuem Glanz sichtbar werden zu lassen. Meine politische Arbeit beschränkte sich also anfänglich auf das Metapolitische, das Kulturelle. In der letzten Zeit habe ich aber auch reinpolitische Videos produziert, weil ich manchmal einfach direkt sagen will und muss, was mir in der Brust juckt. Das kann meine menschliche Ungeduld nicht ständig nur über den langwierigen Umweg der Kunst machen. Langfristig sehe ich mich jedoch weiterhin eher als Kulturschaffender, weniger als Metapolitiker.

 

Arcadi: Wie würdest du deine Musik beschreiben?

 

Meine Gesangsstimme ist lyrisch, weich, sanft, lieblich, warm, ich strebe im Klang eine sahnige Samtigkeit an, wie es die altitalienischen Meister mit ihrem Belcanto lehren. Melodiös. Ich suche eine romantische, überirdische, verträumte Singweise, deshalb tauche ich meine Stimme gerne auch in viel Hall gleich einer Kathedrale. Als Instrumentenspieler bin ich dagegen eher schnell, zackig, percussiv, rhythmisch, stotternd, hackig, was einen passender Gegensatz zu meinem eher getragenen Gesangsstil ergibt. Als Klangbildner und Produzent suche ich nun einen warmen, weichen Gesamtklang ähnlich meiner Stimme zu erreichen. Ich drehe gern etwas die Mitten raus und möchte – gerade in digitalen Zeiten – einen unaufdringlichen, milden, zurückhaltenden, cremigen, edlen Klang finden.

Arcadi: Diese Woche erscheint dein Weihnachtsalbum „Deutsche Weihnacht“ auf allen gängigen Plattformen. Was dürfen potenzielle Hörer davon erwarten?

Ich habe über mehrere Jahre die schönsten deutschen Weihnachtslieder ausgewählt und mit Liebe und Hingabe festlich eingesungen. Dabei suchte ich genau diese intime Wärme, die ich noch von den alten AMIGA-Platten kenne. Diese zauberhafte, heimliche Stimmung in klassischer Schlichtheit wollte ich gerne erreichen und ich glaube, das ist mir halbwegs gelungen. Auf elektrische Klänge habe ich vollständig verzichtet und dafür süße, liebliche Streicherstimmen hinzugefügt, während ich mit meiner Gitarre die Lieder gefühlvoll und leidenschaftlich darbiete. Das schöne Titelbild mit der Dorfkirche im Schneewald hat übrigens meine Braut geschaffen.

 

Arcadi: Was planst du in Zukunft?

 

Ich möchte mich in Zukunft noch ausführlicher in die Elektromusik vertiefen, d.h., sämtliche deutschen Volks- und Kunstlieder verstromen. Auch ein Frühlingsalbum ist schon lange geplant, mal sehen, ob ich es im kommenden Jahr schaffe. Gerade sitze ich am Lied der Deutschen und versuche, eine maßvolle Anordung der Stimmen und die treffenden Klänge dafür zu finden. Da ich keine fremden Samples verwende, sondern wirklich alle Töne selbst baue mit elektronischer Klangsynthese, ist es zwar ein sehr schöpferischer und kontrollierter Vorgang, aber dafür dauert es eben leider auch immer etwas länger.

Ich würde natürlich auch gerne selbst wieder mal etwas Eigenes schreiben, aber ich glaube noch immer, dass es derzeit wirksamer ist, durch die neue Erinnerung an unser eigenes Kulturgut unser ureigenes Wesen zu animieren als allein dadurch, dass jetzt ein weiterer Musiker seine neuesten Geburten vorstellt.

 

Arcadi: Kann man dich auch live buchen?

 

Unbedingt! Ich komme gern mit meiner Laute und meinem Rechner und spiele gegen guten Lohn, wo immer gewünscht.

 

Das Cover wurde von Falk Hündorfs Lebenspartnerin geschaffen

 

Das Album kann hier direkt digital beim Arcadi Verlag erworben werden.

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