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Kultur

Degenerierte Kunst – Zeichen des Niedergangs

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Kunst gehört zu den Dingen, welche das Leben erst lebenswert machen. Doch wenn wir uns den Kulturbetrieb heute anschauen, muss man wohl von einer ehemaligen Kulturnation sprechen. Das muss nicht so sein, wenn wir uns wieder darauf besinnen, was Kunst eigentlich ist.

Der Kunstbegriff

Am Anfang stand das Wort. Wenn eine Galerie belanglosen Müll ausstellt, so wird versucht dies durch einen extrem überdehnten Kunstbegriff zu legitimieren. Die Argumentation dahinter ist die Tatsache, dass niemand genau festlegen kann, wann ein Werk ein Kunstwerk ist und wann nicht. Doch es ist ein Fehlschluss daraus zu folgern, dass Kunst beliebig wäre. Es gibt große und kleine Menschen, aber niemand kann eine Höhe in cm angeben, ab wann welche Kategorie gilt. Trotzdem können wir die Unterscheidung problemlos treffen. Analog kann man zwischen Werken mit einem großen und einem kleinen künstlerischem Wert unterscheiden. Insbesondere, wenn wir sie unmittelbar miteinander vergleichen.

Objektivität

Oftmals wird behauptet, Kunst sei eine rein subjektive Angelegenheit. Dem muss widersprochen werden. Das menschliche Gehirn hat klare Prozesse, wie wir unsere Umwelt wahrnehmen und verarbeiten. Neben gewonnen Erfahrungen gibt es Grundtatsachen der menschlichen Existenz. Das ist auch der Grund, wieso z.B. optische Täuschungen immer wieder funktionieren. Gerade bei Musik und Harmonien sind wir Menschen besonders empfindlich. Doch auch bei Bildern gibt es klare Regeln, welche Farben und Kompositionen welche Wirkung erzielen. Dieses Wissen wird auch im Themenbereich Usability explizit verwendet, um Bedienelemente den Anforderungen des Menschen entsprechend anzupassen.

Merkmale hoher Kunst

Im Folgenden möchte ich eine unvollständige Liste an Merkmalen geben, welche dabei helfen soll, echte Kunst zu erkennen.

  • Handwerkliches Können – Der Künstler muss verstehen, wie er menschliche Emotionen ansprechen kann und dies auch durch seine besonderen Fähigkeiten umsetzen können.
  • Leidenschaft – Der Künstler hat Zeit und Energie in die Schaffung seines Kunstwerks gesteckt.
  • Berührt den Menschen – Das Kunstwerk berührt den Menschen auf einer tieferen Ebene.
  • Kreativität – In das Kunstwerk muss der Künstler etwas Eigenes einfließen lassen.

Merkmale niederer Kunst

Es gibt auch Eigenschaften, die nahelegen, dass es sich bei einem Werk um keine große Kunst handelt. Es stellt oftmals den Versuch da, einen Bogen um die Merkmale der hohen Kunst zu machen und trotzdem das Label Kunst für sich beanspruchen zu können. Hier sind die folgenden Punkte zu nennen:

  • Obszönität – Mit dem Mittel der Provokation und dem Verstoß gegen geltende Normen kann man mit geringstem Aufwand Aufmerksamkeit generieren. Jede Kritik des Werkes wird dann als Beweis der gelungenen Provokation betrachtet.
  • Abstraktion – Ein sehr hoher grad von Abstraktion ist eine Flucht in die Subjektivität und vor qualitativen Standards. Man kann sich bequem dahinter verstecken: Der Kritiker hat das Werk einfach nicht verstanden.

Degeneration im Linksliberalismus

Es gibt verschiedene Gründe, weshalb wir es heute mit einem Niedergang der Kultur zu tun haben. Eine besondere Rolle spielt der Bruch mit der eigenen kulturellen Vergangenheit. Das Christentum oder die Antike waren für unsere Vorfahren eine wichtige Quelle der Inspiration. Doch der Linkslibralismus verschließt diese Tür. Aus ideologischen Gründen kann er immer nur nach dem selben negativen Täter-Opfer-Denken die Gesellschaft anprangern. Stärke und Schönheit darf es nur für Minderheiten geben. Er hat also keine positive Quelle, aus der er Kraft schöpfen kann. Schließlich ist die Kunst nicht mehr lebensbejahend und leidenschaftlich, sondern nihilistisch und beliebig.

Abschließend dürfen wir auch nicht die Wirkung des Kapitalismus vergessen: Nirgendwo sonst ist es heute so einfach Scheiße als Gold zu verkaufen wie in der Kunstszene. Wer es schafft, Müll als Kunst umzulabeln, wird damit reich. Deshalb wird es auch in Zukunft immer wieder probiert werden.

Unsere Schwächen

Die Degeneration ist erst wegen unserer eigenen Schwächen möglich. Viele haben Angst, als unkultivierte Barbaren dazustehen, wenn sie die moderne Kunst kritisieren. Niemand möchte als Kleingeist gelten, der die Kunst nicht verstanden hat. Umgekehrt ist es natürlich einfach mitzumachen und sich damit intellektuell und kultiviert zu geben. Echte Kunst zu schaffen ist ein langer und mühseliger Prozess. Die Verlockung der Degeneration bietet eine vermeintliche Abkürzung an.

Natürlich kann es das Szenario wirklich geben, aus Unwissenheit die Qualität eines Kunstwerks nicht erkannt zu haben. Aber wer Kultur wirklich fördern möchte, muss auch dann hart bleiben, wenn er sich dadurch angreifbar macht.

Hat eine Leidenschaft für Kontrakultur, schreibt für Arcadi und verbringt zu viel Zeit im Internet.

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Snafu
Gast
Snafu

In der „freien Gesellschaft“ kann sich jeder ausprobieren, dem einen gefällt es, dem anderen nicht. Normalerweise regelt es der Markt. Kunst, die mir nicht gefällt, scheint trotzdem einen Markt zu finden. Problematisch wird es erst, wenn öffentliche Museen mit Steuergeldern zu große Nischen besetzen. Beispiel Hamburg: die Kunsthalle der Moderne bespielt einen ganzen Anbau der Kunsthalle. Ein Besuchermagnet ist sie nicht. Prompt wurde bei der letzten Umgestaltung der Haupteingang des gesamten Komplexes näher an die Moderne heranverlegt, um Besucherströme besser dahin lenken zu können. Ein Problem ist leider auch der Massengeschmack. Die Menschen stört es nicht mehr, lauter Müll zu… Weiterlesen »

Hendrik Marzi
Gast
Hendrik Marzi

Da war euch der Schattenmachter, wieder mal ein paar Tage vorraus und hat fast alles wesentliche zum Thema gesagt.

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