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Kino & Fern

Chernobyl – Strahlende Helden

Ich mag die Serie Chernobyl. Und was mir am besten daran gefällt ist das Heldentum.

HBO

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Als S.T.A.L.K.E.R.-Fan hätte ich die neue Miniserie „Chernobyl“ auch gefeiert, wenn sie schlecht gewesen wäre, aber sie ist gut. Richtig gut! Meine russische Freundin Lana behauptet zwar: „I havent seen no one part. But according my Facebook Russians and Ukrainians do not like this serial. Things What they did were more great!“ Und meine georgische Freundin Rita schickte mir diesen Link: https://www.rt.com/news/461348-chernobyl-disaster-tarakanov-hbo/ Da kritisiert ein vormals verantwortlicher sowjetischer General die historischen Ungenauigkeiten der Serie. Okay. Ich mag Chernobyl trotzdem. Und was mir am besten daran gefällt ist das Heldentum, dessen uns die Serie Zeuge werden lässt.

Legassow – ein echter Held

Nehmen wir mal den Protagonisten, Waleri Alexejewitsch Legassow. Ein einfacher Mann, ein rechtschaffener Mann, ein Wissenschaftler, ein Arbeiter. Er führt ein beschauliches und bescheidenes Leben – und im nächsten Moment muss er plötzlich die wohl größte Umweltkatastrophe der Menschheitsgeschichte managen! Er könnte kneifen, tut er nicht. Im Gegenteil, er setzt sich voll ein, kämpft wie ein Löwe darum, die tumben und begriffsstutzigen Mitglieder des obersten Sowjets (oder wie auch immer die Apparatschiks um Gorbatschow da heißen) von der gewaltigen Gefahr dieser Katastrophe zu überzeugen. Danach fliegt er direkt nach Tschernobyl, nimmt das Heft des Handelns in die Hand. Persönlich bringt er das Dosimeter an der Unglücksstelle an, indem er mit Gasmaske in einem mit Blei gepanzerten LKW direkt vor das Reaktorgebäude fährt. Wohl wissend, dass er damit seine restliche Lebensdauer auf wahrscheinlich wenige Jahre mit Krebskrankheit verkürzt. Legassow ist ein Mann, der tut, was getan werden muss. Und der bereit ist, den höchsten Preis zu zahlen. Wahrscheinlich waren es die Heldentaten Waleri Legassows, die verhinderten, dass aus Tschernobyl eine noch viel größere, globale Katastrophe wurde. Legassow und seine Mitstreiter waren Helden. Daran kann es keinen Zweifel geben.

Hollywood fehlen die Helden

Nun frage ich: Wenn man einen Mann wie Legassow betrachtet, wie lächerlich wirken denn im Vergleich dazu bitteschön die Helden, die uns Hollywood sonst so liefert? Zum Beispiel „Superhelden“, also diese privilegierten, vom Volke entfremdeten, in aufdringlich bunten Latexanzügen umherfliegenden Exzentriker, die mit „Superkräften“ und de facto Unsterblichkeit ausgestattet sind und irgendwelche abstrusen Phantasiegegner bekämpfen. Wie lächerlich wirken dagegen auch die meisten anderen modernen Filmhelden, wie zum Beispiel unsere dauerdepressiven Tatortkommissare, oder, keine Ahnung, die mittlerweile nur noch peinlichen Jediritter. Oder die Figuren aus Game of Thrones, wo es eigentlich nur gebrochene Helden und Antihelden gibt. Die echten Helden sind in letzter Zeit irgendwie von den Bildschirmen verschwunden. Und das ist auch logisch – denn verwöhnte, materialistische, von den Härten des Lebens komplett verschont gebliebene Hipster, deren Hirne diese Geschichten erschaffen, können sich gar nicht vorstellen, was wirkliches Heldentum ist. Für sie existieren Helden nur als Karikaturen oder als egoistische Einzelkämpfer. Mit Chernobyl ist der Held im eigentlichen Sinne nun auf die Bildschirme zurückgekehrt.

Kritik an der Politischen Korrektheit

Chernobyl ist aber nicht nur eine Würdigung echten Heldentums. Chernobyl ist – und das ist der zweite Aspekt, den ich an der Serie großartig finde – auch ein starkes Statement gegen Politische Korrektheit. Wahrscheinlich hat der eine oder andere Leser schon davon gehört, dass sich einige SJWs darüber aufregen, dass keine Schwarzen, Braunen, Moslems, LGBTQ-Personen oder ähnliche Angehörige der von ihnen als Opfer des Weißen Mannes wahrgenommenen Minderheiten in die Handlung geschummelt wurden. Nicht ganz wahr, denn es wurde doch zumindest eine heldenhafte Frau in die Story eingebaut, die es in Wirklichkeit nicht gab. Ich meine aber gar nicht diesen Aspekt. Vielmehr meine ich die deutliche Kritik an der Political Correctness innerhalb der Serie, am Beispiel der UdSSR. Die Sowjetunion war, auch wenn man es mit Blick auf das heutige Russland gar nicht mehr recht glauben will, nämlich mal der traurige Weltspitzenreiter in Sachen PC. Zum Beispiel: Der Konstruktionsfehler, der zur Explosion des Reaktors führte, war lange vor dem GAU bekannt und dokumentiert. Er wurde aber geheimgehalten – es wurden sogar die Seiten aus der Bedienungsanleitung des Kernkraftwerks, in welchen auf diesen Fehler aufmerksam gemacht wurde … ENTFERNT! Die Politische Korrektheit – in diesem Fall hieß das: den schönen Schein von der Unfehlbarkeit des Sowjetsystems und seiner Technik gegen die Wahrheit zu verteidigen – war wichtiger als die Sicherheit der Leute.

Zerstörung durch Lügen

Zweites Beispiel: Die Sowjetregierung hatte die Bewohner der Stadt Prypjat (ein oder zwei Kilometer vom Unglücksreaktor entfernt) über die radioaktive Verseuchung selbst dann noch nicht unterrichtet, als in Westeuropa wegen des Fallouts schon Ausgehverbote verhängt wurden! Tatsächlich ließ man in Prypjat noch die Kleinkinder unbekümmert draußen im Sandkasten buddeln, während man in Westdeutschland schon panisch Jodtabletten schluckte. Man verhängte sogar eine Nachrichtensperre und kappte die Kommunikationswege nach draußen, nur damit die schlechte Nachricht nicht bekannt wurde. Wieder war die Politische Korrektheit (bloß keinen Fehler des Regimes zugeben) wichtiger als Menschenleben. Im Sowjetstaat kann einfach nicht sein, was nicht sein darf. Aber warum eigentlich? Was eigentlich soll dieses ganze todesgefährliche Verschweigen und Lügen? Die Antwort auf diese Frage finden wir in der linken Psyche. Linke denken nämlich, und damit ähneln sie Kleinkindern, dass wenn man über einen Fehler nicht spricht, dieser dann von selbst verschwindet. Kein Witz! Darum wanzen sich Linke in allen meinungsbildenden Institutionen fest, darum investieren sie Millionen und Abermilliarden in Propaganda- und Bespitzelungsapparate. Darum gab es die Stasi, darum haben wir jetzt unsere Hassredegesetzte. Und darum ist Tschernobyl explodiert. Linke tun einfach alles, um zu verhindern, dass ein Problem zur Sprache kommt, statt, wie es ein vernünftiger und normaler Mensch tun würde, diese Kraftanstrengungen für die Beseitigung desselben einzusetzen. Linke sind – und wir dürfen uns durch ihre teilweise lächerlichen und Harmlosigkeit heuchelnden Erscheinungsformen nicht darüber hinwegtäuschen lassen – saugefährlich. Übrigens erinnert das alles an den Film „Dr. Seltsam“ von Stanley Kubrick, in welchem sowjetische Propagandalügen und Geheimhaltung sogar zum Untergang der ganzen Welt führen.

Der Höhepunkt

Der Höhepunkt der Miniserie ist Legassows Rede am Ende, in der er offen die Wahrheit ausspricht und das Lügengebäude des Sowjetsystems scharf kritisiert. Weil aber „Wahrheit aussprechen“ der wohl schlimmste Fauxpas ist, den man in einem sozialistischen Staat begehen kann, wurde Legassow anschließend auch tüchtig vom KGB und von seinen politisch korrekten Wissenschaftlerkollegen in die Mangel genommen, was später wiederum zu seinem Selbstmord führte, der aber seinerseits hohe Wellen schlug und schließlich zu Einsicht und zur Behebung des Fehlers bei den verbliebenen dutzend Reaktoren desselben Typs führte. Im Abspanntext der letzten Folge steht dann, dass einige Historiker glauben, dass das Tschernobyldesaster und der damit einhergehende Vertrauensverlust in den Staat als eigentlicher Anfang vom Ende der UdSSR angesehen werden muss. Und ja: Linke Lügen hatten die Katastrophe verursacht, linke Lügen konnten sie nicht ungeschehen machen oder in den Griff bekommen. Dafür brauchte es erst wieder gesunden Menschenverstand, Mut zur Wahrheit, Solidarität und ehrliche, rechtschaffene Menschen aus dem Volk, die über sich hinauswuchsen, ihr Leben aufs Spiel setzten und zu Helden wurden. Zu echten Helden. Ich bin schon gespannt, welches Desaster irgendwann im Rückblick als der Anfang vom Ende der EUdSSR angesehen werden wird.

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