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Bücher

Buch-Rezension: Die Grünen an der Macht

Foto: Weimer Media Group

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Vor Beginn der Coronakrise schien der Aufstieg der Grünen ungebrochen zu sein. Der Autor führt diesen Erfolg in er­ster Linie auf Sympathien bei der Masse an Journalisten zurück. „Hurra, die Grü­nen sind da!“ titelte die Zeit 1980 anläß­lich des Gründungskongresses der Partei. Graw zeigt auf, daß zeitweise Angehörige von K-Gruppen (KBW, KB, KPD/ML) und anderen Linksextremisten die ent­scheidende Rolle bei den Grünen spielten. Doch anders als bei der AfD, wo die Mainstream-Medien sehr kritisch den an­geblichen Einfluß von Rechtsextremen thematisieren, fand die veröffentlichte Meinung im allgemeinen weder Sympathiebekundungen aus den Reihen der Grünen für RAF-Terroristen noch den starken Einfluß von Kadern der maoisti­schen K-Gruppen kritikwürdig, sondern eher „bunt“ und ein Zeichen von Vielfalt. Der Verfasser belegt, daß man sie zu Recht eine Verbotspartei nennen kann. Sie for­derten in den ersten beiden Jahren nach der Bundestagswahl 2017 in 26 Anträgen im Bundestag explizit Verbote. Verboten werden sollten: Atomkraft, Nachrüstung, Volkszählung, Privatfernsehen, Kabelaus­bau, Transrapid, Autos in Innenstädten, Verbrennungsmotoren, Plastiktüten, Pla­stikstrohhalme, Kohle, Schweröl, Wer­bung für E-Zigaretten, öffentlich zugäng­liche Zigarettenautomaten, Limonaden­verkäufe an Schulen, Onlineshopping am Sonntag, Ponyreiten auf Jahrmärkten, Erste-Klasse-Abteilungen in der Bahn und so weiter. Anfangs dem Umwelt­schutz verpflichtet, habe sich inzwischen ein „Ökomoralismus“ herausgebildet, der „ersatzreligiöse Züge“ trage. „Abweichler“ werden aus der Gemeinde als „Leugner“ ausgeschlossen. Der Autor stellt fest, in Deutschland herrsche ein „grüner Kon­formismus“, der politische Entscheidun­gen vorantreibe, sich aber nicht auf die Politik beschränke. In ihrer Hybris glaube die Partei, sie sei ausersehen, die Welt zu retten.

Ansgar Graw. Die Grünen an der Macht: Eine kritische Bilanz. 304 S., geb., 22,99. Frankfurt: FinanzBuch Verlag, 2020.

Hagen Eichberger, Studium der Geschichte und Politikwissenschaft (M.A.), arbeitet als Medien-, Strategie- und Politikberater. Veröffentlichungen u.a. bei Die Kehre, Arcadi, DMZ und dem Webblog des Jungeuropa Verlages. Zu seinen Themenschwerpunkten gehören neben dem Bereich Sicherheits- und Militärpolitk vor allem Naturschutz und Landwirtschaft sowie das Feld "Subkulturen, Jugendszene und Querfront".

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