fbq('track', 'ViewContent');
Verbinde dich mit uns

Internet

3thedward: Der männlichste Mann auf YouTube

Veröffentlicht

 

am

Acht Jahre lang war der Kanal „3thedward” mit nur einer Handvoll Abonnenten lediglich ein Geheimtipp. Aber von Anfang 2019 bis jetzt schossen seine Abozahlen von unter 20.000 auf knapp 200.000 in die Höhe, Tendenz stark steigend. Zeit, ihn vorzustellen.

3thedwards Kanal aufzurufen ist ungefähr so wie Großvaters alte morsche Truhe auf dem Dachboden zu öffnen, welche die Schätze seiner Jugend enthält: Dinge wie Taschenmesser, Feldmütze, Blechspielzeug, Flugzeug-Quartett, Kompass, Fix-und-Foxi-Hefte, Esbit-Kocher, Scho-Ka-Kola-Dose mit Krimskrams drin und eine leere Flasche 4711.

Solcherlei Sachen präsentiert 3thedward auf seinem Kanal, wie auch viele weitere Dinge, die unsere Vorväter liebten: Mopeds, Waffen, filterlose Zigaretten, Western-Filme, Lederjacken, Bundeswehr-Ausrüstung und Ähnliches. Solche Vorstellungsvideos sind aber nun lange nicht die einzige Art Bewegtbild-Produktionen, die er hochlädt. Sein Output ist recht vielfältig; hin und wieder macht er sogar eine Kochshow: In seiner Reihe „Der Feldkoch” bereitet Eduard (wie er wirklich heißt) jene Art Essen zu, die man auf einer Camping- oder Segeltour oder eben als Soldat im Felde kochen würde. Speisen, die das Männerherz höherschlagen lassen: Simpel und schnell gekocht, aus wenigen, haltbaren Zutaten (wie z. B. Dosenfleisch) und deftig. Und unter Verwendung von nur zwei Küchenutensilien, Topf und Taschenmesser.

Ich habe irgendwie die Vermutung, dass Männer, wenn es keine Frauen gäbe, ausschließlich so wie Edward als „der Feldkoch” kochen würden. Meine These ist, dass es nur an der Existenz von Frauen und unserem Zwang diesen zu imponieren liegt, dass wir uns mit absurd fummeligen Rezepten wie „Sushi” und „gesundem Essen” wie Salat abmühen.
Gleiches gilt für Edwards Reihe „Kultgetränke”. Ehrlich, wenn ich mir im stillen Kämmerlein oder für meine gleichgeschlechtlichen Freunde ein Mischgetränk herstellen würde, dann wäre es garantiert kein Hipsterpansch wie „Mojito” mit Rohrzucker, Minze, Limette und ähnlichen Frauenzutaten drin. Nein, es wäre Edwards „Goaßnmaß” mit bodenständigen Zutaten wie Cola, Mariacron, Eckes Edelkirsch und Schwarzbier.

„Männlich” ist das allererste Attribut, das mir zu 3thedward einfällt. Das zweite ist „simpel”. Eduards Themen sind wirklich einfach und grundsolide und so ziemlich das Gegenteil von „intellektuell”. „Ed” ist einer der ganz wenigen Menschen, denen man sofort abnimmt, dass sie sich nicht für etwas Besseres halten. Das fängt schon bei seinem Kanalnamen an, der einen ulkigen Rechtschreibfehler enthält: „3thedward” soll nämlich „Eduard der Dritte” bedeuten, wovon die korrekte Übersetzung natürlich „Edward III” gewesen wäre. Oder doch zumindest „3rdedward”.
Aber eitles Gejammer über Rechtschreibung ficht Ed nicht an; sowas nimmt er nur mit einem Schulterzucken zur Kenntnis. Und diese Egal-Haltung findet auch meine hundertprozentige Zustimmung. Einen Menschen nach seiner Grammatik zu beurteilen und nicht nach seinem Charakter hat was ekelhaft Unmännliches an sich. Ich würde sogar sagen: etwas ekelhaft Linkes.

Mit „simpel” und „einfach” meine ich nun aber nicht, dass Edward dumm wäre. O nein. Der Mann hat unfassbar viel auf dem Kasten. Die Palette seiner Fähigkeiten macht Staunen; seine Hobbys reichen von Imkerei über Mopedbasteln bis Malerei. Seine Kunstwerke sind dabei ungefähr die Antithese zu moderner Kunst. Statt wie ein linker „Künstler” eitel die Komplexität seines Charakters durch verstörende Farbklekse und bizarre Krickeleien zu illustrieren, malt er sehr hübsch Fotos von überdurchschnittlich männlichen Männern wie John Wayne ab. Oder von sich selbst.

Besonders angenehm empfinde ich die Abwesenheit von Politik und überhaupt von irgendeiner Art Gehässigkeit oder Lagerdenken auf Edwards Kanal. Weder geht er einem mit der linken Verherrlichung von „Diversity” auf den Keks, noch jammert er wie ein Wutbürger über Merkel und ähnliche Unbilden. Es ist ganz so, als befinde er sich gedanklich noch voll in den 70er Jahren, als es die Aufregerthemen von heute alle noch nicht gab.

Vielen Dank für diese Zeitreise, Ed.

Werbung
1 Kommentar

1
Hinterlasse einen Kommentar

avatar
2500
  Abonnieren  
neueste älteste meiste Bewertungen
Benachrichtige mich bei
Ted
Gast
Ted

Diesen Kanal in einem so politischen Kontext wie dieser Website aufzugreifen, im Text so platt Stimmung gegen eine Denkrichtung zu machen und dann noch die Ironie hinzuzugeben, zu loben, dass im Kanal selber Politik keine Rolle spielt, ist abstoßend. Hätte man sich sparen können. Das letzte, was der Kanal braucht, ist, mit so etwas hier in Verbindung gebracht zu werden.

Werbung

Beliebte Beiträge